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Radlerbrücke über die Weser wird deutlich teurer als gedacht

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Von: Heinrich Kracke

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Betonbauwerk am Fluss
Noch ruht still der Fluss am Intscheder Wehr. Läuft allerdings alles nach Plan, soll in fünf Jahren eine Radler-Brücke errichtet sein. © Archiv/Preuss

Sie wird deutlich teurer als zunächst geplant, die neue Radlerbrücke über die Weser am Intscheder Wehr. Dennoch gab die Kreistagspolitik ihren Segen.

Verden/Langwedel/Blender – Ein bemerkenswertes Projekt taucht aus der Versenkung auf und gewinnt plötzlich Konturen: Die separate Fahrradbrücke über die Weser am Intscheder Wehr. Der Kreistag gab jetzt grünes Licht für die nächsten Planungsschritte. Unumstritten ist das Bauwerk nicht. Die hohen Baukosten lösten eine scharfe Debatte aus. Von 6,9 Millionen Euro ist die Rede, sogar von einem Gesamtvolumen in Höhe von 7,7 Millionen.

Allerdings bliebe der Landkreis nicht allein auf den hohen Summen sitzen. Aus Hannover dürften aktuellen Schätzungen zufolge 5,2 Millionen Euro fließen. Kommt die Brücke, dann ist mit einem Baustart frühestens 2025 zu rechnen, mit der Fertigstellung frühestens 2027.

Frank-Peter Seemann: Intscheder Projekt läuft an allen anderen vorbei

Er wundere sich, sagte Frank-Peter Seemann (Grüne). Zwei Drittel der Kreisstraßen seien mit Radwegen versehen, die Prioritätenliste, die kontinuierlich abgearbeitet werde, funktioniere prima, aber das Intscheder Projekt müsse sich nicht einreihen, es müsse sich nicht hinten anstellen, sondern laufe an allen anderen vorbei. Und er wundere sich über die Kostenexplosion. „Vor vier Jahren war noch von 3,6 bis 4,9 Millionen die Rede, jetzt wird über 6,9 Millionen gesprochen, und es ist die Frage, ob es dabei bleibt.“ Er, Seemann, fordere allmählich endgültige Klarheit über das gesamte Kostenvolumen.

Landrat Peter Bohlmann ließ sich nicht auf einen Finanzrahmen festlegen, aus mehreren Gründen. Mehrere Trassen stünden zur Debatte. Erste Klarheit erwarte er aus dem Planungsausschuss, der am 7. April tage. „Wenn wir uns auf eine Trasse verständigt haben, können Förderanträge gestellt werden.“ Erst damit gewinne das Projekt konkretere Konturen und lasse sich preislich fixieren. Ganz konkret freilich immer noch nicht. Steigerungen bei den Materialkosten seien nicht auszuschließen, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Er, Bohlmann, wertete die Radfahrerbrücke als Leuchtturmprojekt mit vielen Vorteilen. Zu ähnlichen Schlüssen kamen auch die Vertreter der großen Parteien. Der Verkehr auf dem schmalen Weserübergang werde endlich getrennt, sagte CDU-Fraktionschef Wilhlem Hogrefe, Radler könnten gefahrlos passieren, gleichzeitig würden die Wartezeiten für Autofahrer verkürzt, eine Erhöhung der Kapazität sei die Folge.

Brücke über Weser gut für Naherholung, Betriebe und Autoverkehr

Die Vorteile strich auch Lars-Henrik Haase (SPD) heraus. „Die Brücke ist wichtig für die Naherholung, wir können Betriebe dies- und jenseits der Weser stärken, gleichzeitig wird die Lage des Autoverkehrs verbessert.“ Auch die FDP hat solche Brücken ins Herz geschlossen. „Der Kampf für die Radfahrerbrücke über die Aller an der Eisenbahn in Verden war noch zäh“, sagte Henning Wittboldt-Müller, „aber das hat sich geändert. Immerhin fahren hier 10 000 Radler pro Jahr.“ Bau-Fachbereichsleiter Volker Lück ergänzte, es werde mit der Brücke die Erreichbarkeit des Bahnhofs Langwedel verbessert.

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Ganz am Anfang stehen die Planungen nicht. Im Rahmen von nationalen und EU-Ausschreibungen seien laut Verwaltungsvorlage bisher die Leistungen für die Verkehrsplanung sowie die Brücken- und Tragwerksplanung vergeben. Die Hauptleistungen übernehme die Ramboll Group, Niederlassung Hamburg. Ferner wurden die erforderlichen Vermessungsleistungen beauftragt. Im Rahmen der Grundstücksverhandlungen seien Vorgespräche geführt. Zur Vorbereitung auf das Planfeststellungsverfahren seien seitens der Planungsbüros verschiedene Brückenvarianten und Trassenverläufe entwickelt, die in einer der nächsten Ausschusssitzungen vorgestellt und zur Abstimmung gebracht würden.

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