Internationaler Freiwilligendienst: Benedikt Pape berichtet aus Israel

„Komme Stück für Stück an“

+
Lagerfeuerromantik der Freiwilligen. Benedikt Pape (2.v.r.) ist gut in Isreal angekommen, sein Koffer allerdings noch nicht.

Verden - Im Rahmen einesinternationalen Freiwilligendienstes arbeitet der Verdener Benedikt Pape ein Jahr lang im israelischen Kinderheim „Neve Hanna“ (wir berichteten). Über sein Leben in dem fernen Land wird der 19-Jährige in loser Reihenfolge in der Verdener Aller-Zeitung berichten.

„Warm. Heiß. Klimaanlage. Neue Leute. Fremde Sprache. Andere Kultur. WG-Leben. Verständigungsprobleme. Koffer nicht da. Termin. Doch nicht. Später. Morgen vielleicht. Kommunikation. Oder auch nicht. Ungewissheit. Stopp! Einmal ein bisschen Ordnung in das Chaos und die ersten Tage bringen. Mittlerweile fast zwei Wochen, und Stück für Stück komme ich in Israel so richtig an.

Aber von vorne: Hamburg-Istanbul-Tel Aviv lautete die Flugroute, um meinen Freiwilligendienst anzutreten. Von Tel Aviv aus ging es ohne Koffer Richtung Kiryat Gat, die Stadt, in der das Kinderheim Neve Hanna liegt.

Die ersten Tage waren voller Programm. Von Gesprächen mit dem Heimleiter über Treffen mit Psychologen sowie erste Kontaktaufnahme mit den Kindern war alles dabei.

Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben und momentan wird noch versucht, uns vieles recht zu machen. Es wird sich gekümmert, so stand zum Beispiel bereits eine Wüstentour bei Vollmond an und ein Reit-Ausflug steht auch noch auf dem Plan.

Mittlerweile haben wir angefangen zu arbeiten. Das bedeutet: Jeden Morgen um 7 Uhr Beginn im Garten. Garten meint allerdings: Alles, was gerade so anfällt, wird erledigt. Und wer kann schon sagen, dass er unter Palmen Rasen mäht!?

Im Garten sind wir zu dritt. Jeweils eine Person arbeitet in den drei anderen Aufgabenbereichen (Bäckerei, Küche und Zoo). Der Zoo wird in der zweiten Hälfte meines Aufenthalts meine Zeit in Anspruch nehmen.

Wir haben Kaninchen, Katzen, Ziegen, Erdmännchen. Außerdem eine Menge Vögel, Schlangen, Hamster, einen Hund und nicht zu vergessen Fritz.

Fritz ist unser weiblicher Emu, steht immer am Zaun und guckt doof durch die Gegend. Wenn Fritz langweilig ist, läuft sie quer durch den Zoo, zum Leid einiger Kinder. Der Zoo ist außerdem der Platz, an dem wir Volontäre auch mal ‘nen Abend bei einem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen lassen können.

Neben sechs Stunden im oben genannten Bereich gibt es für uns Freiwillige offiziell zwei weitere Arbeitsstunden. Diese werden in der zugeteilten Gruppe verbracht. Momentan verbringe ich persönlich so circa vier Stunden in der Gruppe, bevor ich „Feierabend“ habe.

Da wir auf dem Kinderheimgelände unser „Volohaus“ haben und der Fußballplatz direkt davor liegt, kann es manchmal sein, dass aus Feierabend Fußball spielen wird. Eins kann man auf jeden Fall sagen: Ich bin jeden Abend froh, wenn ich ins Bett gehen und einfach nur die Beine hochlegen kann.

Zurück zu meinem Koffer. Nach Tagen der Ungewissheit schickte meine Mutter mir ein Foto und schrieb: Koffer zu Hause. Das brachte erstmal ein Aufatmen. Ich wusste nun wenigstens, wo er ist. Da hatte wohl nicht nur das Gepäckstück Heimweh.

Und noch was: Ja, ich bin zwar weit weg, aber Verden ist tief in meinem Herzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Meistgelesene Artikel

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

180 Feuerwehrleute aus Verden in Hildesheim im Einsatz

180 Feuerwehrleute aus Verden in Hildesheim im Einsatz

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Bauamtsleiter Frank Bethge hat gekündigt

Bauamtsleiter Frank Bethge hat gekündigt

Kommentare