Ministerpräsident Stephan Weil besucht die ALV in Verden

Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt Top-Thema

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Gespräch im Möbellager (v.l.): Landrat Peter Bohlmann, Ministerpräsident Stephan Weil, die ALV-Teamleiter Sven Liebert und Abnus Rikhtehgar sowie ALV-Vorständin Kerstin Wendt. 

Verden - Von Andree Wächter. „Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist das Top-Thema in Niedersachsen in diesem Jahr“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil gestern in Verden. Bei der Arbeit im Landkreis Verden (ALV) informierte er sich über deren Model. ALV-Vorständin Kerstin Wendt sagte: „Ab März beginnen wir mit der Sprachstandsfeststellung.“

Mit dem neuen Dauerangebot soll zu unterschiedlichen Zeiten das Sprachniveau von Neuzugewanderten dokumentiert werden. Es ist ein Baustein für die ab Herbst geplante inklusive Berufsorientierung. Laut Wendt sollen dort Eignungsfeststellungen für verschiedene Berufe erfolgen. Dies könnten sein: der Holz- oder der kaufmännische Bereich. „Nach der Sprachvermittlung ist das Erklären der Berufsbilder wichtig und wir sehen dort einen riesigen Bedarf“, sagte Wendt. Hintergrund: In vielen Ländern verbirgt sich hinter den Bezeichnungen etwas anderes. Weil hörte gespannt zu und fand die Idee gut. In der Gesprächsrunde ging es auch um Strukturen. Konkret wollte Stephan Weil von Landrat Peter Bohlmann wissen, wie man es schafft, einem Flüchtling an den richtigen Arbeitgeber zu vermitteln.

Bohlmann brachte öffentliche Beschäftigungsprojekte ins Spiel. Dort könnten die Personen dann zwei Jahre arbeiten. Parallel würden sie die deutsche Sprache lernen und man würde die Personen kennenlernen. Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Sprache der Schlüssel zum Einstieg in den Arbeitsmarkt sei. Wendt ergänzte, dass alle beteiligten Behörden die gleiche Philosophie verfolgen müssten. Ein Problem seien beispielsweise Sprachkurse. Sie werden aus unterschiedlichen Töpfen finanziert und von diversen Anbietern durchgeführt.

Bevor es um konkrete Maßnahmen und Ideen ging, führten die ALV-Teamleiter Abnus Rikhtehgar und Sven Liebert Stephan Weil durch das riesige Lager, die Werkstätten und den Verkaufsraum. „Wir sind ein Echt-Betrieb“, sagte Rikhtehgar. Gemeint ist damit, dass die ALV auch Aufträge, beispielsweise vom Landkreis, bekommt. Stephan Weil ließ es sich nicht nehmen, die zahlreichen Mitarbeiter persönlich zu begrüßen. An vielen Arbeitsplätzen führte er kurze Gespräche. Die ALV beschäftigt unter anderem Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose. Betreut werden sie von Anleitern. „Das ist ein toller Eindruck“, so Weil sein Urteil beim Rundgang.

Von Sven Liebert erfuhr er, dass die Arbeitnehmer sechs Monate beschäftigt sein dürfen und maximal die gleiche Zeit als Verlängerung bekommen. „Wenn man das hört, dann ärgert man sich“, sagte Weil. Wendt erklärte: „Dies ist gewollt. So ist sichergestellt, dass es keine ,Hilfsanleiter‘ gibt und auch andere Personen die Chance haben, eine Stelle zu bekommen.“ Dieses Argument akzeptierte der Ministerpräsident.

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