Kadanza spielt in der Andreaskirche Musik vom Barock bis zum Jazz

Innig und mit viel Seele

Verden - Wer zu einem Konzert des Kadanza-Ensembles geht, kann sicher sein, dass die fünf Musiker das Publikum auf eine musikalische Reise mitnehmen, die gleich mehrere Jahrhunderte umfasst. Nicht anders war es auch beim alljährlichen Konzert in der St. Andreaskirche.

Unter dem Titel „The Voice of the Crocodile“ zeigten Kristina Dobat (Gesang), Gilles Geu (Blockflöten, Saxophon), Andreas Oesterling (Klavier, Vibraphon), Tobias Walker (Violincello, E-Bass, Percussion), und Hansjürgen Wiehe (Cembalo, Orgel, Blockflöten) wieder eine enorme musikalische Bandbreite, die sich vom Barock bis zum Jazz erstreckte.

Da alle Musiker mehrere Instrumente beherrschen, erlebte das Publikum das Ensemble in immer anderen Zusammensetzungen, was die Vielseitigkeit von Kadanza noch unterstreicht. Der Beginn des Konzertes war der zeitgenössischen Musik gewidmet. Nach dem „Intro“, das Willem Wander van Nieuwkerk 1993 komponierte, folgte „In Each Life Some Rain Must Fall“ von Doris Fisher und Allan Robert aus dem Jahr 1944. Hier kam das Publikum erstmals in den Genuss der ausdrucksvollen Jazzstimme Kristina Dobats.

Nach dem „Tango Bittersweet“ aus dem Jahr 1989 von Fred Hersch machten Gilles Geu und Hansjürgen Wiehe einen großen Sprung zurück in den Barock. Mit Cembalo und Flöte ließen sie mit der „Sonata prima“ von Dario Castello die Musik jener Zeit gekonnt wieder lebendig werden. Bei den von Felix Mendelssohn-Bartholdy vertonten Texten „Gruß“, einem Gedicht von Heinrich Heine und „Lieblingsplätzchen“ aus „Des Knaben Wunderhorn“, bewies Kristina Dobat einmal mehr ihre enorme künstlerische Vielseitigkeit. Innig und mit viel Seele sang sie die Lieder.

Unmittelbar danach wurde der Schalter dann von der Romantik zum Jazz umgelegt. „Lover Come Back To Me“, sang Kristina Dobat, begleitet von Klavier, Saxophon und E-Bass. Noch weiter in die Gegenwart ging es dann mit dem fröhlich klingenden „Boxer Beat“ mit Flöten und Cello aus dem Jahr 1995 von Matthias Maute.

Gefühlvoll und virtuos interpretierten Gilles Geu und Hansjürgen Wiehe dann mit Blockflöte und Orgel die „Sonata g-moll“ von Georg Friedrich Händel. Mit seinem Flügel verzauberte Wiehe anschließend das Publikum mit eine Woge von Tönen mit „Un sospiro“ von Franz Liszt.

Ein Höhepunkt war dann der Auftritt von Gilles Geu mit dem Titelsong des Konzertes „The Voice of the Crocodile“ von Benjamin Thorn. Gilles präsentierte sich dem Publikum mit Stoffkrokodil und „Dundee-Hut“. Seiner Bassflöte entlockte er abenteuerlich fremd klingende Töne, auch seine Stimme wurde zum Instrument. Die Konzertbesucher fühlten sich kurzzeitig wirklich nach Australien versetzt. Entsprechend groß war der Jubel am Ende der Darbietung.

Eher ungewohnte Klänge boten dann auch Andreas Oesterling und Tobias Walker mit Vibraphon und Cello. Die beiden Musiker verwoben ihre Instrumente beim zeitgenössischen „Frevo“ von Egberto Gismonti zu einem intensiven Klangerlebnis.

Mit „My Funny Valentine“ aus dem Musical „Babes in Arms“ von Richard Rogers und Lorenz Hart sollte das Konzert eigentlich enden. Doch das Publikum applaudierte so begeistert, dass die Musiker gern noch eine Zugabe spielten. Der Abend endete wie er begann mit einem Stück von Nieuwkerk, passender Weise mit dem Titel „Kadanza“.

ahk

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