WAS VERDENER FRAKTIONSCHEFS WICHTIG IST (IV): Henning Wittboldt-Müller, FDP

Innenstadtring in Kombi mit Fahrradstraße

Ein Mann steht an einem grünen Baum mit einem Apfel in der Hand.
+
Er hat sich ja bemüht, sogar einen Pomologen hat FDP-Fraktionschef Henning Wittboldt-Müller befragt. Helfen konnte ihm bezüglich der alten Apfelsorte auf seinem Hof bisher niemand.

Verden – Er hat schon ein wenig Farbe gewonnen, er und seine Artgenossen, die am Rande des Gartens in Griffhöhe residieren. Eine Apfelsorte mit Geschichte ist es, so viel steht fest, die Frage eben nur, welche? „Dieser Apfel hatte seinen Platz im Garten, damals, als ich den Hof übernommen habe“, sagt Henning Wittboldt-Müller. Vor mehr als einem Vierteljahrhundert war das.

  • In einem Ring rund um die Fußgängerzone
  • Zweite Spur für die Fahrradfahrer
  • Lieber umweltfreundlich unterwegs

Vom Großvater übernahm er das Anwesen am Rande Döhlbergens. Schöne Landschaft, ruhig gelegen, man kennt sich, man grüßt sich, man hilft sich. Aber irgendwas ist auch irgendwie anders. „Wer in Döhlbergen wohnt, dort gerne wohnt, und wer nach Verden zur Arbeit fährt“, sagt der FDP-Fraktionschef im Stadtrat, „der erlebt jeden Morgen die langen Staus vor der Hönischer Kreuzung, vor der Allerbrücke, und jeden Abend ebenfalls Staus.“

Und schon hat er das Kernthema seines politischen Engagements angesteuert. „Landkarten faszinieren mich seit je her, die Infrastruktur ebenfalls, und damit eben vor allem die Verkehrsführung in Verden.“ Von da ist es bis zur Südbrücke nicht mehr weit, und zu den Autos, die über den Lugenstein brummen, und zwar zweispurig. „Im Gegenverkehr praktisch durch die Fußgängerzone, zumindest durch die Verbindung von Großer Straße und Dom, durch eine der schönsten Ecken der Stadt, wenn nicht der schönsten.“ Nein, das könne so nicht bleiben. Und nochmals nein. Er bleibe dabei, sagt Wittboldt-Müller, er schlage den Innenstadtring vor.

Über Lugenstein, Obere Straße, Stifthofstraße, Blumenwisch und Reeperbahn

Autos sollen nur noch in einer Richtung durch die Stadt touren, gegen den Uhrzeigersinn über Lugenstein, Obere Straße, Stifthofstraße, Blumenwisch und Reeperbahn. Mehrfach hat er diesen Vorschlag öffentlich unterbreitet, genauso oft war er abgelehnt worden. Jetzt startet er den nächsten Versuch, diesmal mit einem Winkelzug. „Wer sowas vorschlägt, der braucht Mehrheiten.“ Er wende sich an alle, sagt Wittboldt-Müller, die sich für Fahrradstraßen in Verden engagieren. Auf dem Innenstadtring nämlich, so er denn als Einbahnstraße ausgeschildert sei, werde dann ja eine Autospur frei. „Und die ernennen wir zur Fahrradstraße. Breit genug wäre sie, außer in der Oberen Straße, breit genug, um Radfahrer aus beiden Richtungen aufzunehmen.“

Er sei zu Kompromissen bereit, sagt der Liberale, den Innenstadtring mal ausprobieren, das sei es, was er vorschlagen würde. Koste ja nicht viel. Ein paar Schilder, ein paar Linien, mehr brauche es nicht für den Test am lebenden Objekt, der zur Dauerlösung werden könne. Er jedenfalls werde es nutzen, nicht als Autofahrer, aber als Radler. „Von Döhlbergen brauchte ich zur Arbeit mit dem Pkw zehn Minuten, auf zwei Rädern fünfzehn Minuten. Da bin ich lieber umweltfreundlich unterwegs und tue auch noch etwas für meine Gesundheit.“

Faible für alte Obstsorten: Döhlberger Winterapfel

Und nach der Arbeit auch. Eine Streuobstwiese hat er vor mehr als einem Vierteljahrhundert angelegt. Heimische Tierarten finden zurück. „Früher gab es hier keine Eichhörnchen, jetzt versorgen sie sich bei uns im Garten mit Hasel- und Walnuss.“ Einiges Exotische erfreut sich der Pflege. „Der Feigenbaum hat mir im Frühjahr Sorgen bereitet. Ich dachte schon, er hätte den Winter mit bis zu 17 Grad minus nicht überstanden.“ Aber dann grünte es doch noch an allen Ästen. „Leider erst im Juli. Die Früchte werden in diesem Sommer wohl nicht mehr reif.“

Und auch die Äpfel sind ihm wichtig. Jener historische besonders, der sich schon damals mit mächtigem Stamm im Garten ausbreitete, dann auseinander brach, und jetzt aufgepfropft ein zweites Leben genießt. „Ich bin mit einem der Exemplare eigens zu einem Pomologen gewesen, ich habe ihn gebeten, die Sorte zu bestimmen.“ Leider kein Ergebnis. „Macht nix,“ sagt Henning Wittboldt- Müller, „ich nenne ihn Döhlberger Winterapfel.“ Rund 200 Exemplare lagere er im Herbst ein. „Das reicht bis zum Frühling.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

Meistgelesene Artikel

Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen

Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen

Erdbeben in Verden: Experten haben These für heftige Erderschütterungen
BBS in Verden: Mit scharfen Zähnen wie durch Butter

BBS in Verden: Mit scharfen Zähnen wie durch Butter

BBS in Verden: Mit scharfen Zähnen wie durch Butter
Interessenkonflikte und Befangenheit: Vorwürfe gegen CDU-Mann Mattfeldt – er wehrt sich

Interessenkonflikte und Befangenheit: Vorwürfe gegen CDU-Mann Mattfeldt – er wehrt sich

Interessenkonflikte und Befangenheit: Vorwürfe gegen CDU-Mann Mattfeldt – er wehrt sich
Mit dem Auto zur Schule? „Muss nicht sein“

Mit dem Auto zur Schule? „Muss nicht sein“

Mit dem Auto zur Schule? „Muss nicht sein“

Kommentare