Auftaktveranstaltung für Politik, Verwaltung und Vereine im Rathaus

Der Weg zur inklusiven Stadt

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Moderatorin Helga Weiß (r.) brachte ihren Zuhörern im Rathaus das Thema Inklusion nahe.

Verden - Inklusion ist nicht nur ein Thema in Schulen und Kindergärten. Das wurde Mitgliedern des Rates, der Ortsräte und Vertretern der Stadtverwaltung und von Vereinen und Einrichtungen kürzlich im Rathaus klar. Das Ziel, eine inklusive Stadt zu schaffen, hatten sie zwar schon im Zukunftskonzept festgeschrieben, aber was das bedeuten kann, wurde manchem erst an dem Abend klarer, zu dem die städtische Koordinierungsstelle Inklusion, Integration und Prävention eingeladen hatte.

Eine Auftaktveranstaltung sollte das sein. Sie sollte einen Eindruck vermitteln, was „Auf dem Weg zur inklusiven Kommune“ passieren kann und soll. Eins war Bürgermeister Lutz Brockmann zu Beginn schon mal bewusst: Spurlos werde der Prozess, der da starten sollte, an niemandem vorbei gehen. Für ihn stand die Frage an „Wie gehen wir miteinander um, wenn sich die Gesellschaft verändert.“

„Die Stadt als Lebensort für alle“

Dass der Gedanke der Inklusion jeden Menschen in der Gesellschaft betrifft, war auch der grundlegende Ansatz von Helga Weiß. Die Diplom-Betriebswirtin führte als Moderatorin durch den Abend. Das große Ziel, dass jedem die Teilhabe an den Angeboten der Gesellschaft möglich sein soll, habe sich die Stadt Oldenburg bereits 2012 gesetzt. Das war nur drei Jahre, nach dem die Vereinten Nationen die Inklusion in ihrer Behindertenrechtskonvention zu einem Ziel der Menschheit erhoben haben, oder zumindest für die Staaten, die sie unterzeichnet haben.

„Das ist bei uns zwar noch nicht rundum gelungen, aber alle Beteiligten haben die Bemühungen als große Bereicherung empfunden“, berichtete Lena Haddenhorst. Die Vertreterin der Fachstelle Inklusion in Oldenburg machte dabei deutlich, dass der Weg zur „Stadtgesellschaft ohne Ausgrenzung“ als Prozess zu verstehen sei, dessen Ende man bislang nicht absehen könne. Mittlerweile seien aber der Gedanke und die Werte, die dahinter stehen, zu einem festen Teil der kommunalen Entscheidungsprozesse geworden. Auch Unternehmen und Kammern habe man ins Boot holen können. In einem Aktionsplan sei abgesichert, welche Schritte anstehen. „Die Stadt als Lebensort für alle – unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, der Herkunft, der Familienform, einer Behinderung, dem sozialen Status, der sexuellen Orientierung oder Identität“, ist die Vision dahinter.

Aktionsplan für die Stadt Verden

Einen Aktionsplan stellen sich auch Margarete Meyer und Sabine Mandel für Verden vor. Die beiden Vertreterinnen des EU-geförderten Projekts „inklusiv verbunden“ und der städtischen Koordinierungsstelle stellten eine etwas andere Strategie vor, als die Kollegin aus Oldenburg. Sie wollen zunächst die Menschen in den verschiedenen Stadtteilen ansprechen. In sieben Bildungsnetzwerken sollen sich dort alle an der Umsetzung beteiligen können. Ein paar dieser Netzwerke hätten die Arbeit bereits aufgenommen, die nächsten Gründungen stehen kurz bevor. Dabei sind für Mandel und Meyer Bildungsorte nicht nur die staatlichen Schulen und Kindergärten, sondern auch Vereine, Verbände, Stadtteileinrichtungen und anderes. „Wir laden alle Menschen ein, die mitmachen wollen“, machte Brockmann deutlich.

Die Bildungsnetzwerke würden Ressourcen in der Bevölkerung, aber auch Lücken und Probleme der Inklusion aufspüren. Themen, Ziele und konkrete Vorschläge sollten so erarbeitet und dann zusammengetragen werden, berichteten Meyer und Mandel. So soll ein Aktionsplan entstehen, den der Rat dann beraten soll. Und der müsste sie letztlich ja auch in die Tat umsetzen. - kle

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