Inklusive Malgruppe als AG am GaW / Künstler mit und ohne Down-Syndrom

Aus einem Tag werden fünf (ent-)spannende Jahre

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Momentan wird in der Inklusionsmalgruppe für die neue Ausstellung im Clüverhaus gearbeitet. Stehend Dörte Pertiet und Jutta Liebetruth (v.l.).

Verden - Am Gymnasium am Wall gibt es eine besondere AG. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Down-Syndrom Kirchlinteln bietet Jutta Liebetruth einen inklusiven Malkreis an. Die Gruppe ist offen für alle. Jüngere und ältere Menschen, mit und ohne Down-Syndrom, treffen sich einmal im Monat, um Geschichten zu hören und anschließend gemeinsam zu malen. Unterstützt werden sie dabei von der Verdener Künstlerin Dörte Pertiet.

Den Malkreis gibt es bereits seit fünf Jahren. „Eigentlich war zuerst nur ein Nachmittag geplant“, erzählt Jutta Liebetruth. Doch weil das gemeinsame Malen allen so viel Spaß machte, folgten weitere Treffen.

Jede Zusammenkunft beginnt mit dem Erzählen eines Märchens oder einer Geschichte. Dann wird gemeinsam darüber gesprochen, was gemeint sein und wo ein persönlicher Bezug hergestellt werden könnte. Anschließend überlegen sich die Teilnehmer, wie sie dieses in ihrem Bild umsetzen möchten und welche Techniken sich dafür eignen.

Richtig in Fahrt kam der Malkreis im Herbst 2011. Im Rahmen des Comenius Schulprojekts zum Thema Wasser am GaW entstanden auch viele schöne Bilder zu „Wasser in Märchen, Mythen und Geschichten“. So ist nicht nur ein „Comenius-Märchenbuch“ entstanden, die Ergebnisse waren zudem in einer Ausstellung im Clüverhaus Achim zu besichtigen. „Jetzt hängen unsere Bilder im Foyer des niedersächsischen Sozialministeriums in Hannover“, sagt Jutta Liebetruth nicht ohne Stolz.

Doch auch die Flure der Schule zieren viele Bilder. Das fördert nicht nur das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Down-Syndrom. Dadurch, dass ihre Werke oft bewundert werden, erfahren gerade die Künstler mit Down-Syndrom Anerkennung und Bestätigung.

Momentan sind alle fleißig dabei, zum Thema „Gott und die Welt“ Gemälde für eine neue Ausstellung im Clüverhaus anzufertigen. Unter dem Untertitel „Aufbruch und Neubeginn“ werden biblische Themen mit der eigenen Situation in Verbindung gebracht. Imke Liebetruth malt „Eine Blumenwiese und die Zukunft“. Ihre Schwester Nadine hat sich für ein großformatiges Bild entschieden. Mit hellen Acrylfarben malt sie die Erde und das Weltall auf die Leinwand.

Melissa Andres setzt sich in ihrem Bild mit der Aufbruchssituation auseinander, die nach dem Verlassen der Schule auf sie zukommt. Die GaW-Schülerin ist durch Zufall zum Malkreis gestoßen. Als sie ihre Lehrerin suchte, fand sie sie beim Malen. „Es ist schön, weil man lernt, mit anderen umzugehen, egal wie sie sind. Deshalb bin ich hier“, sagt Melissa. Dörte Pertiet ist immer wieder begeistert von der Spontaneität und Ungezwungenheit, die in der Gruppe herrschen. „Das hier ist mein Lieblingsprojekt. Ich fühle mich wohl, wenn ich zugucke, das Ungezwungene entspannt mich total“, so die Künstlerin.

Die neuen Bilder werden ab dem 12. Juli im Clüverhaus Achim zu besichtigen sein. Die Inklusionsmalgruppe wird unterstützt vom Verein Netzwerk Down-Syndrom und dem Schulverein des GaW.

ahk

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