„Dea hat Zeichen der Zeit nicht erkannt“

Initiativen wollen Messungen verhindern

Landkreis - Zu den geplanten seismischen Messungen der Dea (wir berichteten) melden sich die diversen Bürgerinitiativen im Kreisgebiet in einer Pressemitteilung zu Wort. Die Dea hatte angekündigt, zur Erkundung des Untergrundes in den Landkreisen Osterholz, Diepholz und Verden vom nächsten Jahr an Untersuchungen durchführen zu wollen.

Mit dieser Ankündigung, so die gemeinsame Erklärung der Initiativen, werde erkundet, ob es weitere Erdgaspotenziale in diesen Bereichen gebe. Die Dea beweise damit, die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben, beziehungsweise nicht erkennen zu wollen. „Nicht den fossilen Energien, zu denen eben auch Erdgas zählt, gehört die Zukunft, sondern den erneuerbaren Energien, wie beispielsweise den Klassikern Windenergie, Sonnenenergie“, heißt es in dem Schreiben.

Wer sich dieser Erkenntnis widersetze, werde in absehbarer Zeit vom Markt verschwinden, da sein altes Geschäftsmodell gescheitert sei. Auch bringe Dea damit zum Ausdruck, dass sie sich, im Interesse ihres Geschäftsmodells, über die Bedürfnisse/Interessen der Bürger und der Notwendigkeiten im Hinblick auf den Klimawandel hinwegsetze.

Zum Vorhaben selbst merken die Bürgerinitiativen an, dass diese Untersuchungen nicht so problemlos seien, wie sie seitens Dea dargestellt würden. Bereits unter den in der Pressemitteilung zitierten Din 4150, Teil 3, festgelegten Grenzwerten seien im Flecken Langwedel sowohl beim Erdbeben in 2012 und 2016 erhebliche Gebäudeschäden eingetreten. Das bedeute, schon die Annäherung an den in der Din genannten Grenzwert = fünf mm/sec. Schwinggeschwindigkeit für Wohngebäude seien Gebäudeschäden nicht auszuschließen, ja zu erwarten. Also sollte sich jeder Immobilienbesitzer darüber im Klaren sein, welches Risiko für seine Immobilie durch diese seismischen Messungen entstehen könne. Auch das von Dea so plakativ bekundete Einhalten der Sicherheitsabstände müsse kritisch gesehen werden, seien diese doch industrieorientiert.

Sofern ein Grundbesitzer die Durchführung von Messungen auf seinem Grundstück nicht möchte, stehe ihm das Recht zu, den Zutritt zu seinem Grundstück, grundsätzlich zu verweigern. Die Nutzung öffentlicher Straßen und Wege bedürfe ebenfalls einer Genehmigung durch die Landkreise beziehungsweise Gemeinden, auch hier ergäben sich Handlungsspielräume, um die Nutzung zu versagen.

Rubriklistenbild: © DEA

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