Delta-Variante vorherrschend: Verdener Gesundheitsamt mahnt Umsicht bei Kontakt an

Corona-Infektionen vermehrt bei jungen Menschen

Zwei Jungen blättern vor dem Schild eines Impfzentrums in ihren gelben Impfbescheinigungen.
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Hugo (12 Jahre) und Urs (13 Jahre) blättern in ihren Impfbüchern. Der Piks schützt sie und behindert die Ausbreitung des Virus.

Landkreis – „Wir verzeichnen seit Mitte Juli wieder einen leichten Anstieg der Corona-Fallzahlen“, berichtet Ärztin Barbara Adolf vom Gesundheitsamt des Landkreises. Mal sind es drei, mal fünf neue Fälle pro Tag und der Inzidenzwert liegt etwas über 10: Noch bewegen sich die Neuinfektionen im Landkreis Verden auf einem niedrigen Niveau. Meist seien es junge Menschen und überwiegend erwische sie die hochansteckende Delta-Variante.

Das Gesundheitsamt des Landkreises setzt sich dafür ein, dass sich die Menschen trotz zahlreicher Lockerungen im Alltag weiterhin vorsichtig verhalten und an Abstands- und Hygieneregeln halten. Habe es anfänglich einige Fälle von Reiserückkehrern aus Urlaubsgebieten gegeben, so registriere der Gesundheitsdienst mittlerweile vermehrt Neuinfektionen bei jungen Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, die zudem oft in Zusammenhang mit privaten Feiern stünden, so die Medizinerin.

Kontakte lassen sich nicht eindeutig nachverfolgen

Trotz Schnelltests und gewisser Vorsichtsregeln der Gäste auf diesen Feiern seien aktuell immer mal wieder Ansteckungen zu beobachten, berichtet die Behörde in einer Pressemitteilung. „Nicht immer ließen sich die Kontakte auf größeren privaten Partys eindeutig nachverfolgen, sollte ein Corona-Fall bekannt werden“, sagt Adolf.

„Wir appellieren an alle Menschen und insbesondere an ungeimpfte Personen, angesichts der mittlerweile vorherrschenden Delta-Variante besonders umsichtig zu sein und nicht leichtfertig auf Masken und Abstandsregeln zu verzichten.“ Schnell könne sonst das Virus wieder breiter Fuß fassen.

Von Herdenimmunität weit entfernt

Natürlich sei es menschlich, die zurückgewonnenen Freiheiten genießen zu wollen, hat die Ärztin Verständnis. Dennoch sollte sich jede und jeder persönlich fragen, mit wie vielen Menschen und wie nah man feiern und zusammen sein möchte. „Von einer Herdenimmunität aufgrund der Impfungen sind wir noch deutlich entfernt“, so Adolf. Für einen solchen Gemeinschaftsschutz gegen das Coronavirus ist nach Darstellung des Bundesgesundheitsministeriums eine Immunität der Bevölkerung von mindestens 85 Prozent erforderlich.

Steigende Zahl infizierter Reiserückkehrer erwartet

Vorsicht sei aber auch im Urlaub angebracht, wenn sich bei Aktivitäten oder Feiern engere Kontakte ergeben, empfiehlt Ärztin Barbara Adolf. „Wir gehen im Gesundheitsamt davon aus, dass wir mit fortschreitender Urlaubssaison auch wieder eine steigende Zahl infizierter Reiserückkehrer verzeichnen werden.“

Das Robert-Koch-Institut geht nach neuesten Erkenntnissen davon aus, dass das Risiko, das Coronavirus zu übertragen, bei infizierten, aber vollständig geimpften Personen stark vermindert ist. Doch könnten einige Menschen nach Kontakt mit dem Virus trotz Impfung und ohne Symptome positiv sein und infektiöse Viren ausscheiden. Deshalb bleiben Abstandsregeln sinnvolle Schutzmaßnahmen und die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, sie auch nach der Schutzimpfung einzuhalten. Selbst wenn in Hinblick auf den Gemeinschaftsschutz das Risiko einer Virusübertragung durch die Corona-Schutzimpfung in dem Maß reduziert zu sein scheint, dass Geimpfte bei der Verbreitung von Covid-19 keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Freies Impfen für Nichtvolljährige

Einen weiteren Termin für Impfungen von Kindern und Jugendlichen hat der Landkreis für Freitag, 30. Juli, angekündigt. Dann findet im Impfzentrum Verden von 14 bis 19 Uhr ein freies Impfen von Nichtvolljährigen im Alter von 12 bis 17 Jahren statt. Das Angebot sei wohnortunabhängig und könne auch von Kindern und Jugendlichen aus anderen Landkreisen genutzt werden, teilte Landkreis-Sprecher Ulf Neumann mit.

Die Impfung erfolgt ohne Anmeldung und nur bei Begleitung durch einen Sorgeberechtigten. Geimpft wird mit dem Impfstoff Biontech. Ein Termin für die Zweitimpfung sechs Wochen später wird vor Ort vergeben. Es sind der Lichtbildausweis und der Impfausweis mitzubringen.  kle

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