Kaufmännischer Verein plant einfache Kontrollen

In Verden Bändchen
statt Impfpass

Könnte die Regel werden: 2G im Einzelhandel im Landkreis Verden.
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Könnte die Regel werden: 2G im Einzelhandel im Landkreis Verden.

Zutritt ins Geschäft nur geimpft oder genesen? In Verden wird’s einfach und gut sichtbar: „Wir verteilen ab Samstag Bändchen“, so Harald Nienaber, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins zu Verden. Entsprechende Vorkehrungen dafür werden bereits getroffen.

Verden – Dem niedersächsischen Einzelhandel drohen zum Wochenende weitere Verschärfungen in der Corona-Pandemie. „Wenn es so kommen sollte, dann werden wir uns darauf einstellen müssen. Wohl oder übel“, so Nienaber. Ein Blick durch die Verdener Fußgängerzone stimmt den Vorsitzenden angesichts der Pandemie und des abgesagten Weihnachtsmarktes alles andere als froh. Dennoch versucht er, ein wenig Zuversicht zu vermitteln: „Wir als Verein wollen keine Strategie liefern, wer sich wie verhalten soll. Dafür ist die Branche zu verschieden. Unsere Mitglieder haben sich bislang, so weit wie möglich, auf die jeweilige Situation eingestellt. Das wird auch weiterhin so laufen müssen“, so Nienaber. „Eine einheitliche Linie, wer wann öffnet, es fällt mir schwer, da Ratschläge zu geben“, hält er sich zurück. „Kommt verpflichtend die 2G-Regel, dann müssen wir sie aber natürlich befolgen.“ Im Falle einer notwendigen Kontrolle plädiert Nienaber für ein vereinfachtes Verfahren, wie zum Beispiel ein Bändchen um das Handgelenk als Nachweis für geimpft oder genesen. Nienaber ist optimistisch, dass das klappt. „Gemeinsam mit der Stadt werden wir uns kurzfristig überlegen, wo es die Bändchen geben wird, ohne dass damit Missbrauch getrieben werden kann. Gelten soll dann die Regelung: „Wer das entsprechende Bändchen am Arm hat, der darf bei den Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins ins Geschäft“, so Nienaber.

Kaufmännischer verein zu Verden: Bändchen ist das einfachste Verfahren - vor Missbrauch absichern

Bislang herrscht, wie fast überall, im Verdener Einzelhandel eher ein Verwirrspiel. Die einen weisen auf die 2G-Regel hin, kontrollieren schon jetzt am Eingang den Impfstatus ihrer Kunden, die anderen beachten lediglich das Hygienekonzept. Heißt: Am Eingang stehen Flaschen mit Desinfektionsmitteln bereit und es wird darauf geachtet, dass die zugelassene Anzahl der Kunden der Größe des Geschäftes entspricht. Außerdem muss jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

„Heike und Paule“ in Verden: „Noch einmal komplett schließen, das will keiner“

So sieht es auch bei „Heike und Paule“ in der Großen Straße aus. Wer das Spielwarengeschäft betritt, der muss Maske tragen. „Ob geimpft, genesen oder ungeimpft spielt bislang keine Rolle. Jeder kommt rein“, sagt Heike Schmidt. Wenn die Regeln verschärft werden, werde sie entsprechend handeln: „Dann müssen wir am Eingang kontrollieren und werden das auch tun.“ Schwierig allerdings, wenn, wie meistens, nur ein Verkäufer im Laden steht. „Dann kann es stressig werden“, weiß Schmidt. „Das Bändchen am Arm würde vieles leichter machen.“ Doch egal welche Regelung kommt, bei „Heike und Paule“ bleiben die Türen auf jeden Fall auf. „Noch einmal komplett schließen, das will keiner.“

Im „Blickfang“ sieht Inhaberin Iris Tellermann dem Wochenende mit Skepsis entgegen. Blumengeschäfte haben zwar gute Aussichten, von den Regelungen verschont zu bleibe. Doch ganz gleich, was gilt, es bleibt für Iris Tellermann ein schweres Geschäft: „Darf ich weitermachen, ohne zu kontrollieren, werde ich von denen kritisiert, die es müssen“, so Tellermann. Eine Erfahrung, die sie schon zu Beginn des Jahres machen musste, als ihre Branche vor allen anderen Geschäften öffnen durfte. Nicht besser sieht sie ihre Aussichten, wenn am Eingang der Kunde Impfung oder den Beleg der Genesung vorlegen müsste: „Wie sollen wir das denn schaffen, erkennen, ob der Nachweis gültig ist oder nicht? Das gibt nur Stress.“ Den Laden zumachen? „Auf keinen Fall, dann lieber mit zusammengebissenen Zähnen durchhalten“, so Tellermann.

„Spieleparadies Witte“ in Verden: Charmante Kontrolle am Eingang

Im „Spieleparadies Witte“ ist das Team auf alles vorbereitet. Geschäftsführerin Carmen Witte stellt sich auf mögliche schärfere Regelungen ein, hat sowohl am Vorder- als auch am Hintereingang Verkaufsstände eingerichtet: „Wer nicht reinkommen will, der klingelt und wird bedient“, erklärt Witte. Ansonsten wird bei Wittes bereits per App auf dem Handy der Status der Kunden kontrolliert. Aber es geht auch einfacher: „Bändchen ist die Lösung und macht es sehr viel unkomplizierter“, sagt Carmen Witte. Für den Samstag ist sie vorbereitet: „Bei uns am Eingang wird jemand stehen, der sich ganz charmant nur um die Kontrollen kümmern wird.“

Buchhandlung Mahnke: „Froh, dass mir die Kontrollen erspart bleiben.“

Außen vor sind, Stand jetzt, bei der Neuregelung Geschäfte des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Supermärkte, Apotheken, Getränke- oder Babyfachmärkte. Und auch der Buchhandel darf sich zu den systemrelevanten Angeboten zählen, braucht sich auf keine Kontrollen einzustellen: „Wir achten allerdings genau darauf, wieviel Kunden sich im Laden aufhalten und gehen mit Maske auf Abstand“, sagt Karin El Haj von der Buchhandlung Heine in Verden. Ähnlich verfährt Maria Mahnke von der gleichnamigen Buchhandlung: „Ich bin einfach nur froh, dass mir die Kontrollen erspart bleiben.“

Was genau auf den Einzelhandel zukommt, soll sich bis Sonnabend endgültig entscheiden. Die ersten Verschärfungen aufgrund der Warnstufe zwei im Landkreis sind seit dem vergangenen Mittwoch bereits spürbar geworden. Der Weihnachtsmarkt in Verden musste sich an die 2G-plus-Regel im Gastronomiebereich halten, hat die Konsequenzen gezogen und abgebaut. Cafés, Kneipen und Restaurants dürfen nur noch Gäste eintreten lassen, die neben der Impfung einen tagesaktuellen Corona-Test vorzeigen können.

In Verden und Niedersachsen: Es soll aber auch Erleichterungen für Menschen geben

Es soll aber auch Erleichterungen für Menschen geben, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Außerdem sollen in der Warnstufe 2 die Inhaber von Gastronomiebetrieben oder die Anbieter von körpernahen Dienstleistungen sowie Veranstalterinnen und Veranstalter die Möglichkeit haben, auf zusätzliche Tests zu verzichten, wenn nur 70 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. Dann würde in diesen Einrichtungen 2G statt 2G-plus gelten.

Während die einen bereits die strengen Regeln einhalten, warten andere auf die anstehenden Änderungen in der Coronaverordnung, die am Sonnabend in Kraft treten sollen. Sie sind auf der Seite der Niedersächsischen Staatskanzlei nachzulesen.

Von Markus Wienken Und Erika Wennhold

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