Mit viel Ehrgeiz dabei: Angehende Sozialpädagogische Assistenten

Angebot der BBS Verden: In Teilzeit zum neuen Beruf

Drei von dreiundzwanzig: Dagmar Lampe aus Achim, die Oytenerin Imke Blohme-Albers und Esmeralda Bilibashi aus Verden (v.l.) haben sich für die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin entschieden. Nach Jahren in anderen Berufen drücken sie jetzt seit einem Jahr wieder die Schulbank.
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Drei von dreiundzwanzig: Dagmar Lampe aus Achim, die Oytenerin Imke Blohme-Albers und Esmeralda Bilibashi aus Verden (v.l.) haben sich für die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin entschieden. Nach Jahren in anderen Berufen drücken sie jetzt seit einem Jahr wieder die Schulbank.

Ein halbes Jahr noch und es ist geschafft: 23 Erwachsene werden ihre Qualifizierung zu Sozialpädagogischen Assistenten in der Tasche haben. Eineinhalb Jahre Unterricht und praktische Ausbildung liegen dann hinter ihnen, absolviert in Teilzeit.

Verden – Linolschnitt, Klapp-, Puste- und Batikbilder, Sockentiere, Märchenbücher und Fühltafeln: „Große Kunst für kleine Hände“ empfängt derzeit die Nutzer des Selbstlernzentrums an den Berufsbildenden Schulen in Verden-Dauelsen. 14 verschiedene Techniken dokumentieren, welche Möglichkeiten des kreativen Tuns es mit Kindern und Jugendlichen gibt.

Entstanden sind die kunterbunten Werke in der Klasse einer Berufsfachschule. 22 Frauen und ein Mann lassen sich hier seit Februar vergangenen Jahres zu Sozialpädagogischen Assistenten ausbilden. In Teilzeit. Manche neben dem eigentlichen Beruf. Fast alle neben dem ausfüllenden Job als Hausfrau und Mutter.

Beste Aussichten auf eine feste Anstellung

Ihr Ziel ist es, sich für die Arbeit in einer Kindertagesstätte, einem Hort oder Heim umfassend zu qualifizieren. „Ohne Ausbildung hat man keine Chance“, stellt eine der Schülerinnen, Gisela Lampe aus Achim, fest. Umso besser aber sind die Aussichten nach eineinhalb Jahren an der Berufsfachschule.

„Die Kommunen suchen händeringend Personal“, weiß der stellvertretende Schulleiter Norbert Mäteling. Für Klassenlehrerin Lena Meyer steht fest: „Sie kriegen alle sofort einen Job.“ Beste Voraussetzungen also für den zweiten Teilzeit-Jahrgang, der nach den Sommerferien startet.

Zehn Stunden Praxis pro Woche in einer Betreuungseinrichtung sind Pflicht. Manche machen mehr und bekommen dies auch vergütet. Andere kommen gerade auf die Mindestzahl, weil sie noch anderweitig beschäftigt sind.

Im Homeschooling Seite an Seite mit dem eigenen Nachwuchs lernen

Hinzu kommt der Unterricht. Dienstags und donnerstags, jeweils fünf Stunden. Unterrichtet werden Deutsch und Englisch und vor allem viel Berufsbezogenes. In Zeiten des Lockdowns lernen und lernten einige im Homeschooling Seite an Seite mit dem eigenen Nachwuchs – und wechselten die Perspektive vom Erziehungsberechtigten zum Mitschüler. „Ich habe jetzt mehr Verständnis für meine eigenen Kinder“, bestätigt Imke Blohme-Albers aus Oyten.

Das Erstellen eines pädagogischen Konzeptes, das Führen eines Elterngesprächs, die Beobachtung der Kinder und die Dokumentation ihrer Entwicklung stehen auf dem Lehrplan. Und natürlich gibt es reichlich Input in Sachen Beschäftigung. „Das unterstützt mich in der Praxis ungemein“, berichtet Gisela Lampe. „Ich bekomme so viel positives Feedback von den Kindern“, freut sich die Achimerin über die Bestätigung, den richtigen (zweiten) Beruf gewählt zu haben.

Wer mit jungen Menschen malen und basteln will, muss auch wissen, was für welche Altersgruppe geeignet ist und wo die Tücken der jeweiligen Technik liegen, um gegebenenfalls behutsam eingreifen zu können. Also legten die angehenden Sozialpädagogischen Assistenten sich ins Zeug, alle probierten alles aus und dokumentierten schließlich ihre Erfahrungen. Die Ergebnisse nun auszustellen, sei eine Wertschätzung dieses Engagements, erklärt Klassenlehrerin Lena Meyer.

Altersspanne in der Klasse reicht von 28 bis 56 Jahre

So bunt die Mischung an Kunstwerken ist, so bunt ist auch die Besetzung dieser besonderen Klasse. Alle Schülerinnen und Schüler stehen mitten im Leben; die Altersspanne reicht von 28 bis 56 Jahre. Und war die Idee hinter diesem Angebot an den BBS ursprünglich, Menschen, die schon in Betreuungseinrichtungen arbeiten, eine fundierte Ausbildung und damit Aufstiegschancen zu bieten, so zeigt sich die Realität ganz anders. Die Teilnehmer haben als Laborantin, Schneiderin und in der Gastronomie gearbeitet, haben als Elektriker ihr Auskommen, sich als Tagesmutter verdingt oder waren in ihrem Heimatland als Lehrer tätig.

Zu 25 sind sie vor einem guten Jahr gestartet, nur zwei stiegen vorzeitig aus. „Eine Mega-Quote“, sagt Norbert Mäteling voller Anerkennung. Wie Lena Meyer und Abteilungsleiterin Kerstin Teuber-Engelking ist er voll des Lobes angesichts des Ehrgeizes, den die Klasse an den Tag legt. Aber alle wissen, wofür sie sich anstrengen.

„Meine Freundin sagte: Du bist verrückt“, berichtet Esmeralda Bilibashi von der Reaktion, als sie ankündigte, mit Anfang 40 noch einmal die Schulbank zu drücken. Beflügelt vom bisherigen Erfolg, geht die Verdenerin nun noch einen Schritt weiter. Sie will nach dem Sommer die Ausbildung zur staatlichen geprüften Erzieherin angehen, sogar in Vollzeit. „Ich ziehe es durch“, verkündet sie freudestrahlend. „Noch zwei Jahre, und dann habe ich es geschafft.“

Von Katrin Preuss

Noch freie Plätze im kommenden Schuljahr

Die Berufsbildenden Schulen Verden bieten zum Schuljahr 2021/22 wieder die attraktive Möglichkeit, mit der tätigkeitsbegleitenden Ausbildung (Teilzeit) zum Sozialpädagogischen Assistenten zu beginnen. Für Kurzentschlossene gibt es noch ein paar freie Plätze.

Grundsätzlich bereitet die Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistentin/ Sozialpädagogischer Assistent, ob in Vollzeit oder tätigkeitsbegleitend, gezielt auf die Arbeit mit Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren vor. Die durch Träger vergütete Ausbildung ist ein erweitertes Angebot. Personen mit Hochschulreife oder beruflicher Vorbildung absolvieren die Ausbildung als Quereinsteiger, in nur einem Jahr in Vollzeit oder eineinhalb Jahren tätigkeitsbegleitend. Bei diesem niedersächsischen Ausbildungsformat handelt es sich um die kürzeste berufsqualifizierende Ausbildung bundesweit. Interessierte, die den Realschulabschluss erworben haben und außerdem die Ausbildung zur Kinderpflegerin/zum Kinderpfleger absolviert haben oder eine Aufbauqualifizierung (Tagespflegepersonen oder Spielkreisleitung) mit anschließender dreijähriger Tätigkeit in einer Kindertageseinrichtung nachweisen, können in die Klasse 2 der Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz aufgenommen werden.

Dies gilt gleichfalls für Personen, die die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife erworben oder eine Berufsausbildung (einschließlich Realschulabschluss) abgeschlossen haben, sowie für Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule Sozialpädagogik.

Die Ausbildung dauert in der berufsbegleitenden Form (Teilzeit) eineinhalb Jahre und findet an zwei Nachmittagen/Abenden sowie einigen Wochenendterminen an den BBS Verden statt. Insgesamt umfassst die Beschulung 900 Stunden. Hinzu kommen 600 Stunden in Kitas oder anderen geeigneten pädagogischen Einrichtungen parallel zur Beschulung.

Nähere Informationen unter www.bbs-verden.de oder bei der Abteilungsleiterin Kerstin Teuber-Engelking unter Telefon 04231/976-160, E-Mail kerstin.teuber-engelking@bbs-verden.de. Quelle: BBS

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