Verdener Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

In die Tüte kommen nur Brötchen

Gewalt kommt nicht in die Tüte: Mareike Peters, Angelika Bernstein-Janßen und Kathrin Packham (v. l.) präsentieren die Aktion zum 25. November.
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Gewalt kommt nicht in die Tüte: Mareike Peters, Angelika Bernstein-Janßen und Kathrin Packham (v. l.) präsentieren die Aktion zum 25. November.

Verden – Gewalt gegen Frauen ist tägliche Realität. Und der Stress, den die Pandemie in den Familien auslöst, zeigt das noch einmal deutlich. „Wir haben ein hervorragendes Netz von Hilfen und Beratungsstellen“, weiß Verdens Gleichstellungsbeauftragte Dr. Kathrin Packham aber Abhilfe. Den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November will sie mit dem Präventionsrat, dem Zonta Club und den Bäckereien in der Stadt nutzen, um auf diese Hilfe hinzuweisen.

„Die Zahl von Mord und Totschlag, Sexualdelikten, Körperverletzung oder Stalking ist in (Ex-)Paarbeziehungen im Jahr 2019 auf hohem Niveau geblieben.“ Das mussten Familienministerin Franziska Giffey und der Leiter des Bundeskriminalamts, Holger Münch, in einer aktuellen Veröffentlichung feststellen. Corona hat die Lage für Frauen, die Opfer von körperlicher oder psychischer Gewalt werden, eher verschärft. Das schlägt sich auch in der hohen Auslastung nieder, die das Verdener Frauenhaus seit Monaten meldet.

„Die Dunkelziffer ist nach wie vor hoch. Zwei Drittel der Frauen holen sich keine Hilfe“, erklärt Kathrin Packham ein weiteres Problem. Deshalb sei ihr der Aktionstag so wichtig. Sie will Zuversicht vermitteln, dass die Opfer von Gewalt vor Ort wirksame Hilfe finden können.

„Das Tabu muss gebrochen werden“, fordert die Gleichstellungsbeauftragte im Pressegespräch. Gewalt in Beziehungen gebe es in allen Bevölkerungungsschichten und Alterstufen. 80 Prozent der Opfer seien Frauen. „Es geht darum, dass sie sich selbst Hilfe suchen und nicht allein bleiben. Man muss ja nicht einschreiten, wenn man Zeuge wird. Jeder kann aber Hilfe rufen“, sagt Mareike Peters von der Geschäftsführung des Präventionsrats. „Es geht auch um Achtsamkeit in der Gesellschaft“, sagte Angelika Bernstein-Janßen von Verdener Zonta Club.

Dass nun gerade die Backshops bei der Aktion mitmachen, kommt nicht von ungefähr. Die Idee stammt von Zonta International, erklärt Bernstein-Janßen. Der von den Vereinten Nationen festgelegte Gedenk- und Aktionstag wird mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ begangen. Stattdessen füllen Bäcker überall in der Republik Brötchen in die Papierbeutel. Für die Vertreterin des Verdener Zonta Clubs und seine Mitglieder ist der 25. November schon lange ein Aktionstag. Noch gut kann sich Bernstein-Janßen daran erinnern, wie die Zonta-Frauen vor Jahren am „Orange the world“-Aktionstag mit solchen Tüten auf den Markt gezogen seien.

Diesmal habe eine Grafikerin in Verden die Gestaltung der Tüten kostenlos übernommen, berichtet Packham. Die Aufgabe, durch die Bäckereien zu tingeln, um nach der Bereitschaft zur Teilnahme an der Aktion zu fragen, hatte Mareike Peters übernommen. Begeistert sei sie zurückgekehrt, berichtet sie: „Sämtliche Bäckereien in Verden werden am kommenden Mittwoch ihre Brötchen in unsere Tüten packen.“

4 000 Stück habe der Präventionsrat drucken lassen, berichtet Peters. Dazu einen Flyer und auf der Rückseite seien die Telefonnumern von Hilfe- und Beratungstellen zu finden. Allen voran der 24-Stunden-Notruf des Frauenhauses, 04231/961970, und die 110 der Polizei.

Von Ronald Klee

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