Hohe Resonanz

Offenes Impfen in Verden: Menschenschlange bis ins Freie

Leute auf Parkplatz vor Begegnungsstätte
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Bei Schließung des Impfzentrums Donnerstag am frühen Abend stand immer noch eine Menschenschlange vor der DRK-Begegnungsstätte am Behrensweg. Die Leute wurde nicht nach Hause geschickt.

Bei Schließung des Impfzentrums standen immer noch Menschen vor der Tür. Mit dieser Resonanz hatte das Mobile Impfteam nicht gerechnet.

Verden – Überraschende Resonanz auf ein offenes Impfen, das der Landkreis Verden mit seinen Mobilen Teams sechs Wochen nach Schließung des Impfzentrums erstmals wieder angeboten hatte. Dazu war die Begegnungsstätte des Deutschen Roten Kreuzes, zwischenzeitlich auch noch Testzentrum, erneut umfunktioniert worden. Die Menschenschlange reichte Donnerstag am späten Nachmittag weit auf den Parkplatz hinaus.

Bei Schließung des Impfzentrums hatten 42 Menschen ihre erste Immunisierung erhalten. „38 stehen noch draußen“, sagte der stellvertretende Impfzentrumstleiter Clemens Keitsch. „Auch sie werden noch geimpft.“ Die niederschwelligen Angebote ohne Anmeldung gehen am heutigen Freitag in die zweite Runde. Von 16 bis 18 Uhr ist eine Impfung im Achimer Bürgerzentrum Magdeburger Straße möglich.

Abstände eingehalten trotz bemerkenswerter Resonanz: Beim Ausfüllen der Anmeldebögen wurden lediglich die Kugelschreiber knapp.

Auf die große Resonanz will der Landkreis schon in der kommenden Woche reagieren. „Wir planen jetzt weitere Termine für offenes Impfen“, kündigte Keitsch noch gestern Abend an.

Der Hohenaverberger Heinz Meyer war vorsichtshalber etwas früher eingetroffen. „Schon eine halbe Stunde vor dem Impfbeginn stand ich hier“, sagt er. Gut, dass er sich mit dicker Jacke und Mütze ausgestattet hatte. „Auf dem Parkplatz vor dem Eingang hatten sich schon einige Menschengruppen gebildet. Es stand alles voll.“ Zwar ist Verden nicht der erste Standort der Region, an dem nach langer Pause ein offenes Impfen über die Bühne ging, in Bremen hatte die Menschenschlange schon Schlagzeilen verursacht, dennoch reagierte man einigermaßen überrascht. „Wir konnten nicht unbedingt von einer solch hohen Resonanz ausgehen“, sagte Keitsch, „sehr erfreulich, dass wir mit solchen Angeboten noch einige erreichen.“

Behrensweg wird ausnahmsweise zur Staufalle

Tatsächlich ist der Behrensweg, an dem das DRK residiert, eine eher kleine Stichstraße, die nicht sonderlich in den Blick fällt. Donnerstag entwickelte sie sich zur Staufalle. Autos, deren Fahrer zwischen parkenden und entgegenkommenden Wagen vorwärtszukommen versuchten, längere Wartezeiten, ehe eine der Abstellflächen auf dem Rot-Kreuz-Hof frei wurde. Die Gründe sind vielfältig, jetzt doch noch zum Impftermin zu erscheinen. Hauptsächliches Argument: Die aktuelle Lage mit täglich steigenden Infektionszahlen und Inzidenzwerten. „Ich bin nur widerwillig hier“, sagt etwa der Verdener Jannik Frede, „aber die Situation spitzt sich zu. Als Nächstes kommen Verbote. Dadurch wird das Leben unfreier.“ Er sei deshalb froh, dass es solche Angebote wieder gebe, aus gutem Grund, wie er glaubt: „Ich ahne schon, wie es in den nächsten Wochen laufen wird.“

Eine nächste Ursache liegt in der eher schleppenden Impfbereitschaft der vergangenen Wochen begründet. Arztpraxen waren dazu übergegangen, Impfwillige zu sammeln, um mindestens die sechs Dosen, die je Serum-Fläschchen gewonnen werden, verabreichen zu können. „Ich habe einen Termin erst in vier Wochen erhalten“, sagt etwa der 15-jährige Ferdinand Schwittek, „das erschien mir wegen der steigenden Infektionszahlen zu risikoreich. Dann eine Erkältung oder sowas, und schon würde es bis zur Impfung vielleicht sogar Monate dauern.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Etwas überrascht von der Resonanz war Donnerstag auch das Rote Kreuz. Schon nach einer halben Stunde etwa waren die Kugelschreiber für die Anmeldebögen ausgegangen. „Wir kriegen sofort welche nach.“ Der Hohener Heinz Meyer hatte die Prozedur zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich gebracht. Er strahlte. „Ich hatte vorher richtig Angst“, sagt er, „aber ich muss sagen, es war super. Wir wurden sehr nett behandelt. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Einen kleinen Zettel haben sie ihm gegeben. „Zweitimpfung am 9. Dezember“, steht darauf. Den Schnipsel hält er in Ehren.

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