Hoffnung auf schnellen Impfstart geplatzt

Corona-Impfstoff im großen Bogen um den Kreis Verden

Während bundesweit der Impfbeginn erfolgte, hier in Berlin, macht das kleine Fläschchen mit der kostbaren Substanz zunächst noch einen großen Bogen um den Landkreis Verden.
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Während bundesweit der Impfbeginn erfolgte, hier in Berlin, macht das kleine Fläschchen mit der kostbaren Substanz zunächst noch einen großen Bogen um den Landkreis Verden.

Die Hoffnungen auf einen schnellen Impfstart im Landkreis Verden sind geplatzt. „Wir gehen von einem Beginn nicht vor dem 11. Januar aus“, erklärte Landrat Peter Bohlmann gestern auf Nachfrage. Und wie lange es dann dauere, bis die 60 Prozent der Bevölkerung geimpft und die Pandemie beendet ist, sei noch völlig offen. In aktuellen Schätzungen wird über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren spekuliert.

Verden/Achim – Aktuell machen die Transporter mit dem Impfstoff noch einen großen Bogen um den Landkreis Verden. Die gut 8000 Impfdosen, die dem Land Niedersachsen zugeteilt sind, wandern in die Regionen mit hohen Inzidenzwerten, wandern in den Landkreis Clopppenburg, die Grafschaft Bentheim und in die Stadt Osnabrück. „Dafür haben wir natürlich Verständnis“, so Bohlmann. Erst in einem zweiten Schritt sei der Raum Achim/Verden an der Reihe. „Nach aktueller Einschätzung gehen wir davon aus, ab dem 11. Januar den Impfstoff ordern zu können.“ Das heißt, die ersten Lieferungen würden in der zweiten Januar-Woche eintreffen. Dann seien zunächst mal die Senioreneinrichtungen an der Reihe.

Wie schnell tatsächlich dann Reihenimpfungen durchgeführt würden, hänge von der Verfügbarkeit des Impfstoffs, von der Rekrutierung ausreichend Personals und von der Kapazität des Impfzentrums ab. „Da bestehen noch eine Reihe von Unwägbarkeiten“, so Bohlmann. In aktuellen Szenarien stelle man sich auf Lieferungen von 60 000 Impfdosen im Land Niedersachsen pro Woche ein. Werde das teure Fläschchen nach der Einwohnerdichte gleichmäßig verteilt, könne die Region zwischen Ottersberg und Dörverden auf rund 1 000 Impfungen pro Woche vertrauen. Daraus ergäbe sich eine vage Zeitabfolge: Da die knapp 1 700 Bewohner von Senioreneinrichtungen als erstes an der Reihe seien, dürfe frühestens mit einem Impfstart für die Allgemeinbevölkerung in der letzten Januar-Woche zu rechnen sein.

Unklar allerdings noch, ob tatsächlich ausreichend Personal zur Verfügung stehe. Feinabstimmungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung haben dem Vernehmen nach noch nicht begonnen. Michael Schmitz, KVN-Geschäftsführer in Verden, ließ allerdings auf Nachfrage durchblicken, es stünden hinreichend Mediziner zur Verfügung. „Niedersachsenweit mehr als 2 000, genügend also auch für den Landkreis Verden.“

Auch Hausärzte, so Schmitz, stellen sich auf Impfungen ein. „Dies bedeutet eine enorme Zusatzbelastung ausgerechnet in einer Zeit, in der die Praxen sowieso schon voll sind. Aber wir erhalten sehr viele positive Rückmeldungen.“ Hausärzte spielen auch in den Krisenplänen des Landkreises eine nicht unerhebliche Rolle. Bohlmann: „Rund 30 Prozent der Bevölkerung erhält die normale Grippeschutzimpfung. Das sind Leistungsbeweise, die auch jetzt von Bedeutung sind.“

Allerdings wird es bei der Corona-Vorbeuge nicht bei dem einen Piecks bleiben. Es sind zwei erforderlich. Und das könnte es zusätzlich schwierig machen. Der Landkreis beruft sich bei der Planung seines Impfzentrums im Containerdorf am Kreishaus in Verden auf eine Empfehlung des Landes. Die vier Impfplätze erlaubten einen Durchsatz von 20 Personen pro Stunde. Dabei würden allein für das Impfgespräch drei Minuten kalkuliert. Bohlmann: „Der praktische Betrieb wird zeigen, ob dieser doch sehr optimistische Zeitansatz haltbar ist.“ Gelinge es, dann würden 3 120 Menschen pro Monat geimpft. Klingt viel, ist aber vergleichsweise wenig. 26 Monate würden gebraucht, um die magische Größe von 60 Prozent der Bevölkerung zu immunisieren, insgesamt im Landkreis Verden also 82 200 Personen. Nicht eingerechnet sei darin der obligatorische zweite Impfvorgang. Allerdings könne das Impfzentrum innerhalb kürzester Zeit auf die doppelte Kapazität vergrößert werden. „Eine zweite Etage stünde dafür schon sehr kurzfristig zur Verfügung.“

Immerhin gewinnen Anmeldung und Ablauf des Impfverfahrens Konturen. „Die Software wurde kurz vor Weihnachten zur Verfügung gestellt. An Heiligabend kamen die Zugangsdaten an“, so der Landrat, „am Montag ist das Programm erstmalig hochgefahren worden.“

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