Wegen Corona-Gefahr reihenweise Absagen / Testzentrum nimmt Arbeit auf

Immer tiefer in den Krisen-Modus

Das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung ist seit gestern in Betrieb. Foto: Kracke

Verden - Von Ronald Klee . Immer tiefer rutscht auch der Landkreis Verden in den Krisen-Modus. Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt und öffentliche Einrichtungen, darunter die Schulen, geschlossen. Während das öffentliche Leben zunehmend eingeschränkt wird, um Ansteckungswege zu verhindern, wird weiter daran gearbeitet, Erkrankte und Verdachtsfälle angemessen zu versorgen. Die zentrale Stelle für Tests auf eine Corona-Infektion am Kreishaus hat gestern schon mal die Arbeit aufgenommen.

Im Landkreis Verden wurde unterdessen eine weitere Infektion mit dem neuartigen Virus verzeichnet. Damit ist Gesamtzahl nachweislich Betroffener im Kreisgebiet auf acht Personen angewachsen. Die betroffene Frau aus dem Nordkreis, so die Pressemitteilung aus dem Kreishaus, war aus dem Urlaub in Österreich zurückgekehrt. Die Erkrankte befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Im Gebäude nebenan, im Fachbereich Gesundheit und Umweltmedizin, hat Amtsärztin Jutta Dreyer außerdem ein Team zu einer Stabsstelle zusammengestellt. Es soll sich mit der Flut von Anfragen befassen, in denen es um Veranstaltungen geht. Wenn in der Redaktion der Verdener Aller-Zeitung die Meldungen über Absagen von Veranstaltungen im Minutentakt eintreffen, haben die Organisatoren in der Regel bereits im Kreishaus nach Auflagen und den aktuell gültigen Beschränkungen gefragt. „Diese Fragen nimmt jetzt die Stabsstelle auf und beantwortet sie. Wenn nötig besuchen die Mitarbeiter auch die Lokalitäten“, berichtete Dreyer.

Da sei einiges zu bedenken, deutete die Amtsärztin an. Entscheidende Fragen, ob Auflagen nötig werden, seien beispielsweise, ob die Veranstaltungen überwiegend von Personen besucht werden, für die eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 eine besondere Gefahr bedeutet. Bei älteren Menschen oder bei geschwächter gesundheitlicher Verfassung seien die schweren Verläufe nun einmal deutlich häufiger. Immer spiele eine Rolle, ob die Veranstaltung im Freien oder in geschlossenen Räumen stattfindet.

„Grundsätzlich gilt, dass Menschen keinen Zutritt haben, die gerade aus Risiko-Gebieten zurückgekehrt sind“, sagte Jutta Dreyer mit Nachdruck. Unter der Rufnummer 04231/15/8778 ist das Bürgertelefon für Fragen nach dem Umgang mit dem Coronavirus im Gesundheitsamt montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr besetzt.

Ziel aller Maßnahmen bleibt, die Ausbreitung der Infektionen soweit wie möglich einzudämmen und zu verlangsamen. Landrat Peter Bohlmann befürchtet in einer weiteren Pressemitteilung aus dem Kreishaus, dass sonst ein Punkt erreicht werden könnte, an dem die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr vollständig gesichert ist und Gesundheitseinrichtungen an Belastungsgrenzen stoßen.

Für alle, die meinen, dass sie das Virus erwischt haben könnte, steht jetzt auch das Testzentrum zur Verfügung. Das bestätigte gestern der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung, Michael Schmitz. Einfach mal hinfahren und vorbeischauen sei allerdings nicht hilfreich. Die Mitarbeiter führen die Tests erst nach Absprache durch. „Die Diagnose und Behandlung von Patienten obliegt den ambulanten Ärzten und Krankenhäusern“, kündigte der Landrat an.

Damit sich die Menschen nicht womöglich noch in Wartezimmern von Hausärzten mit dem Coronavirus anstecken, hat die Kassenärztliche Vereinigung überall im Lande diese Testeinrichtungen geschaffen. Die Abstriche bei Patienten führen die jeweils diensthabenden Ärzte und Mitarbeiter nur auf ärztliche Anforderung hin durch. Die Patienten müssen also angemeldet sein. Deshalb empfiehlt Schmitz, dass alle, die Symptome entwickeln oder befürchten, sie könnten infiziert sein, ihre Hausärzte oder die Ärzte des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes (Telefon 116117) anrufen. „Der Hausarzt oder der Bereitschaftsdienstarzt führt telefonisch eine Befragung des Patienten durch und beurteilt die Wahrscheinlichkeit nach den Kriterien des Robert-Koch-Institutes auf www.rki.de einer Corona-Infektion“, erklärte Schmitz. Der Hausarzt sei für die Behandlung des Patienten inklusive einer Einweisung in ein Krankenhaus, die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und Meldung an das Gesundheitsamt verantwortlich. Falls der Patient getestet werden muss, organisiert der Arzt auch telefonisch einen Termin beim zentralen Testzentrum für den Abstrich. Erst danach lohnt sich der Weg dorthin. Nach dem Test sollte der Patient bis zum Eintreffen des Ergebnisses im häuslichen Umfeld bleiben, ist die Empfehlung der KVN. Der Haus- oder Bereitschaftsdienstarzt werde dann den Patienten auch über das Testergebnis in Kenntnis setzen.

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