Stellplätze an der Conrad-Wode-Straße entpuppen sich als Anziehungspunkt

Immer mehr Wohnmobile in Verden

Drei Damen stehen vor einem parkenden Wohnmobil.
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Für eine Rast in Verden: Judy Pedersen, Eva Reigstad und Sol Vaarberg (v.l.). Die Dänin kann aufgrund ihrer früheren Tätigkeit bei BASF fließend Deutsch sprechen.

Verden – Spätestens seit der Corona-Pandemie wächst der Trend zu mehr Wohnmobilen. Und das ist natürlich auch in Verden spürbar. Wie andere eigens dafür vorgesehene Wohnmobilstellplätze erlebt auch der Parkplatz für die Camper an der Conrad-Wode-Straße einen regelrechten Boom. Vor allem im Sommer sind die Plätze oft voll besetzt und Menschen von überall finden hier aus sehr unterschiedlichen Gründen zusammen.

Verden scheint ein Geheimtipp zu sein. Der Dom, die besondere Charakteristik als Reiterstadt und die Umgebung, die sich für Fahrradtouren anbietet, ziehen Besucher an. Neben den touristischen Reizen der Stadt locken aber auch andere Gründe viele Gäste mit ihren rollenden Ferienappartements in die Stadt. „Wir sind hier, um unsere Tochter zu besuchen“, berichtet etwa ein Ehepaar aus Northeim. Gerade seien sie noch mit dem Fahrrad unterwegs gewesen.

Pandemie verstärkt den Trend zum Wohnmobil

Der Trend zum Wohnmobil halte schon seit Jahren an, weiß Angelika Revermann, Leiterin der Tourist-Information in Verden. Immer mehr Leute würden es bevorzugen, innerhalb Deutschlands Urlaub zu machen. „Alle Stellplätze sind voller geworden in den letzten Jahren“, ist die Erfahrung der Leute auf den Wohnmobilparkflächen. Der Trend habe sich durch die Corona-Pandemie verstärkt, die ja dafür sorgte, dass viele Flüge ausgefallen sind. Da wäre das Wohnmobil dann eine Alternative, bestätigt auch Angelika Revermann. In den zurückliegenden zwei Jahren seien deutlich mehr Wohnmobile unterwegs. Und das spiegele sich an der steigenden Anzahl der parkenden Wohnmobile in Verden wider. Für 2021 erwartet die Leiterin der Touristinfo einen erheblichen Anstieg der Besucherzahl für den Stellplatz in Verden, bislang seien es laut Hochrechnungen um die 3000 Fahrzeuge pro Jahr gewesen.

14 freie Parkflächen in zwei verschiedenen Größen bietet Verden an. Zudem können die Wohnmobil-Besatzungen an drei Stellen Strom nachladen, es gibt eine Trinkwassersäule zur Wasserentnahme und eine Abwassersäule zum Entsorgen von Schmutzwasser sowie Abwasserrinnen, falls Wohnmobile über keine transportablen Tanks verfügen.

Kaum freie Stellflächen zu finden

Weil viele mit dem Wohnmobil unterwegs seien, sei es teilweise eine Herausforderung, freie Plätze zu finden, vor allem gegen Abend, ergab eine Rundfrage unter den Reisenden an der Conrad-Wode-Straße. Wenn man keinen Platz mehr findet, bleibe oft keine Alternative, auf der man parken darf. „Wir würden ja gerne immer auf solchen Stellplätzen parken, aber manchmal findet man einfach nichts mehr“, erzählen die Gäste aus Northeim.

Tatsächlich werden ganz in der Nähe des Stellplatzes Ausweichmöglichkeiten unter der Nordbrücke für Wohnmobile angeboten, falls an der Conrad-Wode-Straße nichts mehr frei ist. Dies ist laut Revermann im Sommer häufiger der Fall. Für den Herbst befänden sich allerdings noch recht viele Gefährte auf Stellplätzen, findet das Northeimer Paar. Iinsgesamt, so der Tenor der Befragten, sei es aber im Vergleich zum Sommer überschaubarer geworden.

Internationale Gäste

Internationalen Besuch empfängt der Stellplatz auch: Drei Damen aus Skandinavien, die sich auf dem Weg nach Spanien befinden, haben ebenfalls ihre Campingfahrzeuge für eine kurze Pause in der Conrad-Wode-Straße geparkt. Dass sie in Verden halten, sei zufällig, sie wollten bloß eine Rast einlegen. „Man muss die Toilette entleeren und den Strom nachladen“, sagt Sol Vaarberg aus Dänemark. „Ich wollte mir ein Wohnmobil kaufen, bevor ich 70 Jahre alt werde. Im Juni hatte ich Geburtstag, und im April zuvor habe ich mir noch eins angeschafft“, erzählt sie mit einem Lachen. Und: „Jeder Ort wird hier gepflegt, die Leute kümmern sich liebevoll um ihre Gärten. Ich bin beeindruckt“, gibt ihre Freundin Judy Pedersen zu.

Auf Deutschlandtour befindet sich ein älteres Ehepaar aus Sachsen-Anhalt. Verden sei dabei ein Zwischenziel, erkunden wollten sie die Innenstadt und den Dom. Das müsse unbedingt sein. „Wir würden auch gerne mit unseren Fahrrädern entlang der Aller fahren, falls das hier geht“, berichteten sie. Es geht. Also los!

All diese Besucher machen die Wohnmobilstellplätze zu einem Sammelplatz für Menschen aus unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und Europas. Man hört Deutsch in verschiedenen Dialekten und diverse Fremdsprachen, die Kennzeichen der Fahrzeuge zeigen, dass Leute von weit her kommen.

Ganz Europa mit dem Wohnmobil bereist

Allzu weit her sind allerdings Angela und Karl-Heinz Temme. Sie kommen aus Bassum und befinden sich auf einm Kurz-Trip. Für ein, zwei Nächte seien sie an jedem Ort: Eine Station sei kürzlich Cuxhaven gewesen. „Mit einem Campingfahrzeug hat man einfach mehr Freiheiten und ist flexibler“, lobt Karl-Heinz Temme. Er hat sich vor der Abreise im Internet umgeschaut, welche Orte man so besichtigen könnte und sei dabei auf Verden gekommen. Interessant seien für das Paar der Dom. Auch die Reiterstadt, das besondere Merkmal von Verden, galt es zu erkunden. Mit ihrem Wohnmobil haben Temmes schon viele Orte in Europa bereist, sind bis nach Montenegro gefahren. Dennoch müssten sie manchmal noch auf einen Flug ausweichen, etwa wenn sie ihre Freunde in der Türkei besuchen wollen.

„Den Platz an der Conrad-Wode-Straße halten wir aufgrund der Nähe zur Stadt und zur Aller für ideal. Der einzige Kritikpunkt, der uns schon mal genannt wurde, war die fehlende Sicht auf die Aller“, sagt Revermann. Das hatte auch das Ehepaar Temme bedauert. „Aber einen solchen Parkplatz zu finden, ist natürlich schwieriger“, so Revermann weiter. Kritisch sehen die Wohnmobilisten auch, dass eine Reservierung des Stellplatzes nicht möglich ist. „Aber das ist organisatorisch nicht zu machen“, meint Revermann.

Einen zusätzlichen Stellplatz zu errichten, sei in Verden gegenwärtig noch nicht in Planung. „Das ist aber eine Sache, mit der man sich sicherlich noch beschäftigen müsste“, meint die städtissche Mitarbeiterin.

Von David Böse

Verden als Ausflugsziel Karl-Heinz und Angela Temme befahren mit ihrem Wohnwagen zurzeit den Norden.
14 Stellplätze stehen in der Conrad-Wode-Straße zur Verfügung.

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