Verdener Präventionsrat zieht Jahresbilanz / Lutz Brockmann weiterhin Vorsitzender

Immer mehr falsche Polizisten

Der Verdener Präventionsrat hielt seine Vollversammlung im Rathaus ab. Foto: niemann

Verden – Auf der Vollversammlung des Verdener Präventionsrates, im Sitzungssaal des Rathauses am Montagabend, standen Neuwahlen des Vorstandes auf dem Programm. Doch dieser Punkt der Tagungsordnung war reine Makulatur: Bürgermeister Lutz Brockmann wurde als Vorsitzender wiedergewählt, auch die Stellvertreter Claudia Bergmann, Christian Pichot und Uwe Jordan wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Zuvor hatten die Berichte über Projekte einzelner Netzwerkpartner den Versammlungsverlauf gekennzeichnet. Dabei wurde besonders detailliert über die Arbeit und Ziele von Familienwerkstatt, Sprachcafé Oase und über die Aktivitäten der städtischen Streetworker als aufsuchende Sozialarbeit berichtet, während Mareike Peters, Koordinatorin für Integration und Geschäftsführerin des Präventionsrates, über den Abschluss im Beratungsprozess der Stadt Verden durch das Forum ziviler Friedensdienst (ZFD) erzählte.

Mit Blick auf die Integration von Geflüchteten war aus der Vernetzung von Polizei, Jugendamt, offener Jugendarbeit und Stadtverwaltung die Initiative entstanden. Diesen Prozess sollte das ZFD, das im In- wie im Ausland in der Friedensarbeit tätig ist, und Kommunen im Hinblick von Migration und sozialem und demografischem Wandel berät, begleiten. Peters: „Im September 2017 ist das von der EU und dem Land Niedersachsen geförderte Kooperationsprojekt Vielfalt leben – Integrationsleitfaden für die Stadt Verden gestartet. Inzwischen liegt der Stadt ein ganzer Pool von Handlungsempfehlungen vor, die ab dem kommenden Jahr gezielt umgesetzt werden.“

Mit Spannung erwartet wurde der Bericht zur Kriminalstatistik von Uwe Jordan, dem Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholzln Er konnte von weniger Straftaten und einer hohen Aufklärungsquote berichten. Laut Jordan spiegeln die Zahlen den Landes- oder Bundestrend wieder. Der Statistik zufolge ist die Zahl der Straftaten in den vergangenen drei Jahren deutlich zurückgegangen, die Aufklärungsquote bezifferte er auf oberhalb 60 Prozent.

Wichtig, so Jordan, sei die Verbrechensvorbeugung. Der Kriminaldirektor wies auf die Präventionsarbeit bei Betrug an älteren und alten Menschen hin, denn in diesem Bereich musste Jordan auf hohe Fallzahlen verweisen. „Diese Straftaten haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen“, sagte er. Hätten die Ermittler 2015 von 15 versuchten nur einen vollendeten Enkeltrick registriert, seien es vier Jahre später 24 versuchte und vier vollendete Fälle. Zum Teil seien hohe Summen erbeutet worden.

Auch auf falsche Polizisten werde reagiert: 2015 blieb es in zehn Fällen beim Versuch, und die Täter waren nur in einem Fall erfolgreich. 2018 weist die Statistik bereits 666 versuchte und sechs vollzogene Straftaten durch falsche Polizisten aus. Diese Betrugsmaschen bezeichnete Jordan als großes Problem. Die Täter agierten in der Regel zunächst telefonisch vom Ausland aus, und sobald der Kontakt geknüpft sei, werde der Geldabholer vor Ort aktiviert, beschreibt Jordan die Arbeitsweise dieser Straftäter.  nie

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