Statistik der Polizei für 2016: Fünf Tote im Straßenverkehr / Fluchten als Problem

Immer mehr Autos und damit immer mehr Verkehrsunfälle

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Ein Mercedes-Fahrer sorgte im März dieses Jahres bei Tempo 240 für einen Unfall auf der A 27 bei Achim-Nord.

Landkreis Verden - Die Gesamtunfallzahl im Landkreis Verden sei im Vergleich zum Vorjahr um 6,39 Prozent auf 4378 angestiegen (2015: 4115). Das sagte Polizeichef Uwe Jordan gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Landkreis Verden zur Verkehrsunfallstatistik 2016.

Während die Zulassungszahlen von Jahr zu Jahr deutlich anstiegen (innerhalb von neun Jahren sei die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge um 10114 Fahrzeuge auf nunmehr 98863 Fahrzeuge angewachsen), sei die Zahl der Verkehrsunfälle je 10000 Einwohner sowie je 10000 Fahrzeuge nur leicht angestiegen, so Jordan. Untermalt wurden seine Äußerungen vom Folienmaterial des „Herren der Zahlen bei der Polizei“, Marcus Neumann, dem Sachbearbeiter Verkehr.

Zahl der Schwerverletzten nimmt seit 2007 deutlich ab

Fünf Menschen seien im Jahr 2016 auf den Straßen des Landkreises Verden ums Leben gekommen. Jordan: „Das waren zwei Getötete mehr als im vorherigen Jahr.“ Mit Blick auf die Zahlen der vergangenen zehn Jahre sei jedoch weiterhin ein Rückgang erkennbar.

Im Jahr 2016 wurden bei Verkehrsunfällen auf den Straßen des Landkreises 91 Personen schwer verletzt, das bedeutet ein Rückgang von 18,75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (112). Noch im Jahr 2007 war die Zahl der Schwerverletzten doppelt so hoch wie 2016. Sicherlich verhindern auch andere Faktoren häufiger Unfälle mit schweren Folgen. Uwe Jordan: „Die Fahrzeuge und der Verkehrsraum werden sicherer, die Arbeit der Feuerwehr- und Rettungskräfte an Unfallorten immer professioneller. Entscheidend ist und bleibt aber das Verhalten der Verkehrsteilnehmer selbst: Ablenkung durch Handys am Steuer verursacht Verkehrsunfälle, hohe Geschwindigkeiten potenzieren die Unfallfolgen.“

Hohe Anzahl an Unfallfluchten beklagenswert

Auch innerhalb der Risikogruppe „Junge Fahranfänger“ sowie bei den „Senioren“ (über 64 Jahre) reduzierte sich die Zahl der Schwerverletzten ebenfalls. Nach den 728 registrierten Wildunfällen und 567 Unfällen beim „Wenden“, welches häufig Rangierunfälle mit Blechschäden auf Parkplätzen waren, folgen „ungenügender Sicherheitsabstand“ (565), „Missachtung der Vorfahrt“ (320) sowie „nicht angepasste Geschwindigkeit“ (212) als Hauptunfallursachen. 54 Mal spielte die Beeinflussung durch Alkohol oder Drogen eine Rolle.

Erschreckend viele Unfallbeteiligte verlassen unerlaubt den Unfallort. 901 Verkehrsunfallfluchten (860 Mal ohne Verletzte sowie 41 Mal mit Verletzten) registrierte die Polizei im Jahr 2016, das heißt, dass sich in jedem fünften aller gemeldeten Verkehrsunfälle im Landkreis Verden der Verursacher zunächst nicht zu erkennen gegeben oder die Unfallstelle ohne Angaben zu seiner Person verlassen hat. 42,91 Prozent der Straftaten konnten aufgeklärt werden. „Allein heute hatten wir 13 Flucht-Meldungen“, so Jordan.

Bewährt hat sich der Schulterschluss zwischen Landkreis Verden, der Polizeiinspektion Verden/Osterholz und weiterer Kooperationspartner. Das bestätigten auch die Erste Kreisrätin Regina Tryta, der Leiter des Fachdienstes Ordnung und Verkehr, Christian Groth, und die Abteilungsleiterin im Fachdienst Soziales, Daniela Burow. Jedes Jahr würden unterschiedliche Projekte auch für über 65-Jährige umgesetzt, die allesamt das Ziel hätten, den Straßenverkehr sicherer zu machen.

koy

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