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„Mobile Retter“: Im Notfall schneller zur Stelle

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Von: Ronald Klee

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Drei Frauen vor einem Gebäude, hinter ihnen sind Pflanzen zu sehen.
Initiatorin Helke Cohrs mit Dörte Liebetruth (l.) und Hella Bachmann (r.). © klee

Die Krankenschwester Helke Cohrs engagiert sich dafür, das System „Mobile Retter“ im Landkreis einzusetzen. Unterstützung erhält sie von den beiden Direktkandidatinnen von SPD und CDU im Wahlkreis, Dörte Liebetruth und Hella Bachmann.

Verden – Der Landkreis Rotenburg ist schon eingestiegen, der Heidekreis denkt drüber nach und im Landkreis Verden hat Helke Cohrs immerhin schon mal zwei nicht ganz unwichtige Vertreterinnen der beiden großen Kreistagsfraktionen überzeugt. Die Krankenschwester engagiert sich für das System „Mobile Retter“, das Menschen im Notfall deutlich schneller zu fachgerechter Hilfe verhelfen soll, als es Leitstelle und Rettungsdienst könnten. Mit der Initiatorin stellten die beiden Direktkandidatinnen von SPD und CDU im Wahlkreis, Dörte Liebetruth und Hella Bachmann, gemeinsam das System vor, das sie sich auch für den Landkreis Verden wünschen.

Die Notfallpläne im Kreishaus sind so organisiert, dass der Rettungsdienst innerhalb von höchstens 15 Minuten nach dem Anruf auf 110 oder 112 beim hilfebedürftigen Menschen eintrifft. Mit den „Mobilen Rettern“, so berichteten Bachmann und Liebetruth, reduziert sich die Zeit auf etwa viereinhalb Minuten. Möglich macht das eine Handy-App, die Helfer herbeiruft, die sich gerade in der Nähe befinden.

Helke Cohrs berichtete, dass sie vor ein paar Jahren eher zufällig auf die Internetpräsenz der Organisation gestoßen sei. Leute mit medizinischer Vorbildung oder tiefergehender Ausbildung in Erster Hilfe wie die Krankenschwester, können sich bei der App registrieren, machen noch eine Ausbildung und werden in das Netz übernommen. Wenn in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle der Alarm aufläuft, geht auch ein Signal an die App. Und die setzt dann zwei dieser Helfer in Bewegung. Je nach Bedarf kann dann auch der oder die eine zunächst den nächsten Defibrillator ansteuern und mitbringen, während Nummer zwei sich schon einmal um die Person in Not kümmert.

In 35 Gebietskörperschaften ist das System schon installiert, informiert der Landkreis Rotenburg auf seiner Internetseite. Der Nachbarlandkreis hat sich dem System schon angeschlossen. Dass auch der Heidekreis darüber nachdenkt, daran ist Helke Cohrs nicht ganz unschuldig. Die Pflegekraft ist erst vor einem Jahr nach Luttum gezogen und hat davor im Heidekreis gelebt und gearbeitet. Wie jetzt in Verden hat sie auch dort die Diskussion über den Beitritt angestoßen.

„Wenn nur ein Mensch gerettet werden kann, hat es sich schon gelohnt“, erklärte Hella Bachmann, warum sie und ihre Kreistagskollegin Liebetruth sofort überzeugt waren. Die Kosten für den Anschluss richteten sich nach der Einwohnerzahl des Landkreises. Aus dem Landkreis Osterholz habe sie die Information, dass das dort 20 000 Euro im Jahr bedeute.

Diese Kosten jedenfalls haben die beiden Kommunalpolitikerinnen nicht abgeschreckt. Gemeinsam haben sich die Politikerinnen an Landrat Peter Bohlmann gewandt, Bachmann hat einen förmlichen Antrag formuliert und Liebetruth eine Anfrage. Jetzt erwarten beide, dasss die Gremien sich mit dem Beitritt auseinandersetzen. „Zeitlich könnte es noch gelingen, dass der Beschluss im Dezember fällt“, nimmt Liebetruh an.

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