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Friedensdemo auf dem Verdener Rathausplatz: „Im Moment sind wir alle Ukrainer“

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Von: Antje Haubrock-Kriedel

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Mehr als 300 Menschen demonstrierten auf dem Verdener Rathausplatz gegen Putins Krieg.
Mehr als 300 Menschen demonstrierten auf dem Verdener Rathausplatz gegen Putins Krieg. © Haubrock-Kriedel

Viele Verdener sind am Sonnabendvormittag auf die Straße gegangen, um gegen Putins sinnlosen und menschenverachtenden Krieg in der Ukraine zu demonstrieren. Schätzungsweise mehr als 300 Menschen aller Altersgruppen, darunter auch viele Kinder, versammelten sich auf dem Rathausplatz. Viele hatten Friedenssymbole mitgebracht oder forderten auf Plakaten das Ende des Krieges.

Verden – Auf dem Podest war ein aus Allersteinen gelegtes Friedenssymbol zu sehen. Aufgerufen zu dieser Demonstration und Mahnwache hatte das „Netzwerk Unantastbar“ und die darin organisierten Vereine.

Amnesty International Verden verurteilt Fehlinformationen und Verschwörungsmythen

Andreas Bortfeldt, Sprecher von Amnesty International in Verden, forderte dazu auf, den Angriffskrieg des Aggressors Putin auf das Schärfste zu verurteilen. Er schäme sich für die vielen Hasskommentare im Netz, deren Verfasser sich auf die Seite Russlands stellen. „Es ist unfassbar, dass solche Lügen und Verschwörungsmythen verbreitet werden“, sagte Bortfeldt. Die Menschen in der Ukraine hätten das Recht, sich zu verteidigen. „Sie verteidigen auch für uns Freiheit und Demokratie“, betonte der Amnesty-Sprecher.

Schweigeminute

Mit einer Schweigeminute gedachten alle Anwesenden der Menschen in der Ukraine und auch der Menschen in Russland, die den Mut hätten, sich Putin entgegenzustellen.

Axel Sonntag von Amnesty International berichtete, dass die Stadt Verden 40 000 Euro für die ukrainischen Flüchtlinge in Verdenes Partnerstädte zur Verfügung gestellt habe. Er rief dazu auf, Kleidung und Nahrungsmittel zu spenden.

Die älteste Oma gegen Rechts ist 95 Jahre alt, sie hätte nie gedacht, dass sie noch einmal einen Krieg in Europa erleben müsste.

Birgit Behrmann

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft (DPG) Verden bringt die Spenden mit einem Transport in die polnische Partnerstadt. Die Hilfsgüter können am Sonnabend 19. März ,von 10 bis 12 Uhr, an der DPG-Sammelstelle am Brunnenweg 1 abgegeben werden.

Abschließend ergriff Birgit Behrmann von den „Omas gegen Rechts“ das Wort. „Die älteste Oma gegen Rechts ist 95 Jahre alt, sie hätte nie gedacht, dass sie noch einmal einen Krieg in Europa erleben müsste“, sagte Behrmann. Wir seien in Deutschland in einem „Dornöschenschlaf“ gewesen und hätten vergessen, dass Freiheit und Demokratie keineswegs selbstverständlich seien.

Das Wir-Gefühl tue in solchen Zeiten gut

„Im Moment sind wir alle Ukraine. Das Wir-Gefühl tut gut in diesen Zeiten“, sagte sie. Es gäbe im Krieg gegen die Ukraine nichts zu beschönigen, dort würden Frauen, Kinder und Zivilisten bombardiert. Behrmann erinnerte aber auch daran, dass in Russland mutige Menschen auf die Straße gehen, um gegen Putin und den Krieg zu demonstrieren, obwohl sie dabei das Risiko einer Verhaftung eingingen.

„Hört auf, alle russischstämmigen Menschen zu beschimpfen und zu beleidigen oder die Kinder in der Schule zu mobben. Das ist zutiefst rassistisch. Diese Menschen sind selbst Opfer von Putins Diktatur. Putin und die Oligarchen sind diejenigen, die gestoppt werden müssen“, stellte Behrmann klar.  

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