Pianistin Heidi Schubert-Hornung gibt Klavierabend

Ihre Kraft begeistert

Pianistin Heidi Schubert-Hornung wurde bei ihrem Klavierkonzert im Domgemeinde-Zentrum vom Publikum gefeiert.

Verden - Von Ilse Walther. Die in Achim lebende Pianistin Heidi Schubert-Hornung war jetzt erstmalig mit einem Klavierabend im Domgemeindezentrum zu Gast. Sie ist im ganzen Landkreis bekannt, jetzt erlebte man sie als sehr reif gewordene Künstlerin mit einem großartigen Programm, vorwiegend aus der Romantik.

Zunächst aber gab sie in ihrer charmanten und fröhlichen Art ausgezeichnete Informationen zu den von ihr ausgewählten Werken. Und sie begann mit der wohl berühmtesten Klaviersonate von Ludwig van Beethoven, der „Grande Sonate Pathétique“ in c-Moll op. 13, der einzigen des Komponisten, der er selber diesen dramatischen Namen gegeben hat. In dieser Musik deutet sich schon auf starke Weise das spätere Schicksal Beethovens an, die zunehmende Taubheit. Und wie die Pianistin das dann umsetzte, bewegte zutiefst. Sie verfügt über einen sehr variablen Anschlag, über brillante Technik und lebt durch die ausdrucksreiche Dynamik sehr in der Musik, kann sie erzählen, sie dramatisch steigern, mitfühlen. Ihre Kraft, das alles auszudrücken, begeistert.

Schon der erste Satz versetzte die Zuhörer in diese Stimmung, diesen Ernst, ausgedrückt durch den ersten, düsteren Akkord, den sie einen Moment liegen ließ. Sie steigerte dann den Satz durch diese unheimlich expressiven zupackenden Läufe, trieb die Musik voran und ließ sie in dem lichten Moment perlend weiterlaufen. Innere Erregtheit, Akkorde voller Trauer und starken Emotionen, wuchtige Schläge, gekonnte Pausen, alles trieb diesen Satz weiter und endete mit dem unruhigen Schluss. Wunderbar tröstlich begann Heidi Schubert-Hornung das Adagio, entwickelte es in atmender, dicht reflektierender Dichte, hinterfragte intensiv in der Dynamik und ließ es dann überraschend kraftvoll enden.

Das Rondo Allegro hörte man zunächst heiter und lebendig, subtil phrasiert, es steigerte sich und die Musik bäumte sich auf, synkopisch gegeneinander in den Stimmen, trieb voran, pulsierte, ging in ein behutsames Fabulieren über und endete kraftvoll. Eine in sich geschlossene, sehr intensive Wiedergabe der Sonate.

Überaus anspruchsvoll sind auch die „Variations sérieuses“ op. 54 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Künstlerin musizierte sie überaus farbig, virtuos und spannend. Das eng gefasste Mollthema war wie ein banges Fragen, und dann gestaltete sie die verschiedenen kurzen Variationen umspielt erzählend, rasch laufend und tempogeladen, voller springender Motive, alles immer in starker Steigerung, rastlos, munter koboldartig, immer arbeitete sie das Thema klar heraus zu Läufen und energischen Akkorden, virtuos quirligen, dann ganz nachdenklichen, auch fugierten Passagen sowie schwer lastenden und turbulenten Läufen.

Die Zuhörer feierten die Künstlerin, die an diesem Abend ganz stark über sich hinaus gewachsen war, mit langem und sehr herzlichem Beifall, für den sie sich noch mit Franz Liszts „Liebestraum“ als Zugabe stimmungsvoll bedankte. Ein schöner Abschluss nach dem großen Drama des Liebesleides in der vorherigen Ballade und ein schon sehr besonderer Klavierabend für das Publikum.

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