Eine Frage – sieben Antworten

„Ich stelle mich zur Bundestagswahl, weil...“

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Bundestag in Berlin

Landkreis Verden - Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Verden-Osterholz im direkten Vergleich. Das soll die Serie zur Wahl bieten. Zweimal in der Wohl haben die Kandidaten Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Gedanken zu einem aktuellen Thema zu äußern, das ihnen jeweils die Redaktion vorgibt. Hier geht es um ihre Motivation: „Ich stelle mich zur Bundestagswahl, weil ...“:

Andreas Mattfeldt, CDU

„...ich die Zukunft unseres Landkreises Verden auch weiterhin aktiv entwickeln und gestalten möchte. Dafür habe ich mich nicht nur als früherer Bürgermeister in Langwedel oder im Bundestag engagiert, sondern bin auch immer noch Abgeordneter im Verdener Kreistag.

Damit unsere Städte und Gemeinden auch in den kommenden Jahrzehnten führend sind, sind für mich Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur besonders wichtig, sodass zukünftige ältere und jüngere Generationen in Deutschland weiter in Würde und Wohlstand miteinander leben können.

Für mich als Abgeordneter ist es oberste Pflicht, dass das von den Bürgern erwirtschaftete Steuergeld genauso ausgegeben wird, als wäre es mein eigenes. Auch im Land-kreis Verden müssen wir aktiv und gut vorbereitet in die Zukunft starten. Ich möchte das mit klaren Worten und einer unabhängigen Meinung auch in den nächsten vier Jahren machen.“

Christina Jantz-Herrmann, SPD

„...ich Politik engagiert und mit Herzblut mache. Offenheit, Bürgernähe und Verbindlichkeit sind mir wichtig. Ich werde mich auch in den kommenden Jahren ganz besonders für unsere Region und Familien einsetzen: Soziale Gerechtigkeit, gute Bildung, solide Finanzen und eine sichere Gesellschaft sind Bausteine für eine gute Zukunft. Dafür setze ich mich ein, zum Beispiel im Rechtsausschuss und im Agrarausschuss des Bundestages, der für die ländlichen Räume zuständig ist. Mich für die Menschen, für meine Heimat, zu engagieren ist mir eine große Ehre, der ich auch weiterhin mit 100 Prozent Herzblut und vollem Elan nachgehen werde. Privatwirtschaftliche Abenteuer werde ich neben dem Mandat nicht verfolgen. Das gebietet mir der Respekt vor Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern.“

Monika Geils, Bündnis 90/Die Grünen

„...mich Politik schon sehr lange interessiert, insbesondere die Gleichstellung von Frauen und soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Über das niedersächsische Mentoring-Programm „Frauen in die Politik“ bin ich 2014 wieder politisch aktiver geworden und in der Folge auch bei den Grünen eingetreten. Heute bin ich im Ortsverband Schwanewede aktiv und auch Vorstandssprecherin des Kreisvorstandes Osterholz.

Durch diese ehrenamtlichen Tätigkeiten werde ich immer wieder mit sozialen Ungerechtigkeiten konfrontiert. Für mich ist es unerträglich, diese hinnehmen zu müssen und nichts daran ändern zu können. Ich möchte gerne aktiv daran mitzuwirken, dass es sozial gerechter wird, sei es im Bereich der Rentenanpassung, einer gerechten Besteuerung und Einkommensverteilung. Dazu brauchen wir aber starke Grüne.“ 

Gero Hocker, FDP

„...in den vergangenen Jahren die Unterschiede zwischen Regierung und Opposition kaum erkennbar gewesen sind und über viele Themen in Berlin nicht mehr wirklich konstruktiv gestritten wird: Rentenreform, Terrorismusbekämpfung, Gender-Gaga.

In vielen Bereichen sind sich CDU, SPD, Grüne und Linke im Grunde einig. Anstatt eigene Konzepte vorzubringen, ruft die Opposition „es dürfte ein bisschen mehr sein“: Bei den Debatten über diese Themen hat keine Fraktion die Auswirkungen der Rentenpläne auf junge Menschen hinterfragt, die neben ihrer eigenen Altersvorsorge immer höhere Rentenbeiträge zahlen werden. Nach Anschlägen fordern alle neue Gesetze, dabei reichen die bestehenden völlig aus, um Gefährder auszuweisen – sie müssten nur auch angewandt werden. Keine Partei im Bundestag kritisiert die vielen Millionen Euro, die Jahr für Jahr ausgegeben werden, um Schul- oder Märchenbücher umzuschreiben, damit sie „gendergerecht“ sind. Politik muss sich wieder mehr auf Kernaufgaben konzentrieren und dabei ist der Streit zwischen Parteien wichtig und richtig.“

Herbert Behrens, Die Linke

„...ich auch in den nächsten vier Jahren die Interessen der „kleinen Leute“ in die Politik tragen möchte. Ich will die Abschaffung sachgrundloser Befristungen erreichen und Leiharbeit einschränken. Die armutsfeste Rente für alle ist ein weiterer Punkt.

Aktuell geht es mir um die Begrenzung der Macht des „großen Geldes“ über die Politik. Die Situation von abhängig Beschäftigten im Betrieb und auch davor kenne gut.

Nach meiner Ausbildung als Schriftsetzer arbeitete ich 20 Jahre in meinen Beruf und war später als Gewerkschaftssekretär für die KollegInnen verantwortlich. Dieses Wissen fehlt vielen Abgeordneten im Bundestag.“

Jochen Rohrberg, AfD

„...ich beobachte, dass wichtige Werte von den in den Bundestag gewählten Abgeordneten nicht mehr vorgelebt werden. Die Bundesregierung neigt dazu, die von uns hart erarbeiteten Steuergelder unbedacht für Zweifelhaftes auszugeben, und hat ihre Bodenständigkeit völlig verloren. Gleichzeitig gibt es in unserem Wahlkreis Kinder und Rentner, die unterhalb der Armutsgrenze leben und jahrelang nicht berücksichtigt wurden.

Wenn dann Parteien mit mutigen Ideen verallgemeinert als undemokratisch bezeichnet werden, spricht das für eine Selbstgefälligkeit von Politikern, die ihr eigenes Scheitern nicht erkennen. Ich habe die dringend benötigte Ehrlichkeit und will im Bundestag die Abgeordneten daran erinnern, dass sie „Angestellte“ von uns allen sind und sich auch so verhalten müssen.“

Susanne Hirsch-Sternberg

„...ich etwas tun will. Ich halte die Herausforderungen, vor denen wir lokal, national und global stehen, für so dringlich und umfassend, dass ich mich, ungeachtet meiner persönlichen Auslastung und Unvollkommenheit, um eine Kandidatur bemüht habe. Parteilos, weil ich unter anderem eine Alternative zu der Fraktionsdisziplin und dem Angewiesen-Sein auf einen oberen Listenplatz bieten will.

Auch angesichts des Missverhältnisses von acht Lobbyisten auf einen Abgeordneten und des stetigen Machtzuwachses der Parteien und Fraktionen sehe ich dringenden Reformbedarf. Die Menschen brauchen meines Erachtens eine direktere Demokratie, einen Direktkandidaten, der ihre Anliegen nachvollziehbar im Bundestag vertritt und vielleicht am besten nur einer von 299 anderen wäre.“

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