Ansturm am Öffnungstag bleibt aus

Hungrig auf Frühling: Gutes Wetter lockt Leute in die Gartencenter

Lili (links) und Claudia, Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Oestmann, stehen den Kunden bei allen Fragen rund um die Frühlingsblüher zur Seite.
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Lili (links) und Claudia, Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Oestmann, stehen den Kunden bei allen Fragen rund um die Frühlingsblüher zur Seite.

Verden/Armsen – Seit genau zwei Wochen dürfen Gartencenter und Floristen in Niedersachsen ihre Türen wieder für ihre Kunden öffnen. Zwar blieb der große Ansturm auf Blumen, Knospen und Co. am Valentinstag wie erwartet aus, doch die Sonne und die hohen Temperaturen der vergangenen Tage tun nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Gärtnereien gut: Vom einkehrenden Frühling regelrecht beflügelt, zieht es viele nach draußen sowie in den heimischen Garten – und für den müssen nun Pflanzen her.

  • Die Gartencenter in Niedersachsen haben seit zwei Wochen geöffnet.
  • Ein Kundenansturm blieb am Valentinstag aus.
  • Osterdeko wird jetzt schon oft gekauft.

„Die Leute sind hungrig auf Frühling und Farbe“, weiß Frank Oestmann, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Armsen, und blickt nach draußen. Auf dem Parkplatz sind reichlich Autos zu sehen, einige müssen sogar eine Extrarunde drehen, bis sie endlich einen Platz ergattert haben. „Probleme damit, dass zu viele gleichzeitig in den Laden wollen, haben wir aber überhaupt keine“, fügt er hinzu. „Wir stoßen nirgendwo an die Grenzen unserer Kapazitäten. Außerdem haben wir etwas umgebaut“, schildert Oestmann. So stehen die Tische weiter auseinander als sonst, damit jeder problemlos den Mindestabstand einhalten kann, selbst wenn er oder sie gleichzeitig zum selben Produkt greift.“

„Anfangs waren die Leute noch recht verhalten, das hat man gemerkt. Aber mittlerweile herrscht bei uns fast Normalbetrieb für diese Jahreszeit“, zeigt sich Oestmann zufrieden. „Die Kunden sind glücklich und freuen sich sehr, dass wir wieder aufhaben. Etwas ist mir allerdings aufgefallen: Die Stoßzeiten, früher meistens nachmittags, gibt es quasi nicht mehr. Der Kundenstrom verteilt sich viel besser über den Tag hinweg“, erläutert er.

Besonders beliebt und oft mitgenommen würden laut Oestmann derzeit sämtliche Frühlingsblüher, aber auch Osterdeko lande oft im Einkaufswagen seiner Kunden.

Zwar ist Ostern noch eine Weile hin, doch viele greifen schon jetzt zur passenden Deko für die Feiertage.

Das bestätigt Beate Rampf, Marktleiterin des Weingärtner-Gartencenters in Verden: „Die meisten sind tatsächlich auf der Suche nach Farbe und Frischem. Aber Ostersachen und Zimmerpflanzen werden ebenfalls oft mitgenommen“, sagt Rampf. Sie berichtet, dass bei ihr der Start vor zwei Wochen sogar besser als erwartet ausgefallen sei. „Die Leute haben gute Laune mitgebracht.“

Gartencenter in Verden: Erster Lockdown problematischer

Anders als beim ersten Lockdown im März 2020 müssten die Kunden kaum mehr auf die Corona-Regeln hingewiesen werden. „Damals hat einen das alles ja mehr oder minder überrollt und wir sind oft auf Unverständnis gestoßen, wenn wir jemanden zurechtgewiesen haben. Jetzt läuft das viel besser“, so Rampf. Ihr falle außerdem positiv auf, dass es Leute aller Altersklassen in das Gartencenter ziehe. „Durch die Bank, ob jung ob alt, jeder schaut mal vorbei und nimmt eine Portion Frühling mit.“

Relativ oft auf die manchmal verwirrenden Corona-Regeln hinweisen muss Wilfried Schwenker, Marktleiter des Hagebaumarkts Verden mit angeschlossenem Floraland: „Wir haben erst seit einer Woche auf“, berichtet er. Das hänge damit zusammen, dass neue Ware bestellt werden musste, weil die Gartenabteilung während des Lockdowns leer geräumt wurde. „Mittlerweile sind wir aber sehr gut aufgestellt.“

Kunden im Blumenmeer: In der Gärtnerei Oestmann wurde die Anordnung der Tische so umgebaut, dass alle im Laden jederzeit Abstand halten können, auch wenn sie dasselbe Produkt kaufen wollen.

Um zum Floraland zu kommen, müssen Kunden durch den Baumarkt geführt werden. „Das ist ein kleiner Balanceakt manchmal. Sagen wir beispielsweise, jemand kauft einen Hahn für draußen aus der Gartenabteilung, braucht für dessen Montage aber eine Schraube, die im Baumarkt liegt. Jetzt darf dieser Kunde zwar den Hahn kaufen, allerdings nicht die Schraube, an der er auf dem Weg nach draußen vorbeigeht. Die muss er telefonisch bestellen, damit wir sie dann an der Tür rausgeben dürfen“, schildert Schwenker. „Und das verstehen leider nicht immer alle, weswegen es manchmal zu Diskussionen kommt. Die lassen sich mit etwas Geduld aber immer lösen.“

Hagebaumarkt Verden: Kunden haben Nachholbedarf

Platzprobleme gebe es im Hagebaumarkt nicht. „Die maximale Personenzahl ist bei Weitem nicht ausgereizt“, erklärt der Marktleiter. „Die Leute haben definitiv Nachholbedarf, das merkt man, auch wenn viele noch recht verhalten sind. Die meisten freuen sich aber einfach, dass es endlich wieder losgeht im Garten.“

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