Humanitäre Schule BBS: Zum fünften Mal vom DRK in Hannover ausgezeichnet

Das Sternenkinder-Projekt

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Wieder einmal sind auch Schülerinnen und Schüler der BBS Verden-Dauelsen in Hannover dabei gewesen.

Verden/Hannover - 53 Humanitäre Schulen gibt es mittlerweile in Niedersachsen. Eine von ihnen ist die Berufsbildende Schule in Verden. Als jetzt der DRK-Landesverband erneut zur feierlichen Vergabe der Auszeichnungen eingeladen hatte, war bereits die fünfte Schülergruppe aus Dauelsen dabei. „Sich für Schwächere einzusetzen, ist eine Stärke“, lobten die Laudatoren im Rahmen der Feierstunde im Cinemaxx Hannover.

„Schule ist ein Ort des Lernens. Dazu gehört auch, soziale Kompetenzen zu erwerben und Verantwortung zu übernehmen. Sich für Schwächere einzusetzen, ist eine Stärke. Das habt ihr auf ganz vorbildliche Weise unter Beweis gestellt: Ihr habt euch intensiv mit dem Humanitären Völkerrecht auseinander gesetzt und ein eigenes soziales Projekt auf die Beine gestellt“, sagte Hans Hartmann, Präsident des DRK-Landesverbandes Niedersachsen.

Er begrüßte 600 Teilnehmer zur Zertifizierungsfeier und würdigte das Engagement von 2000 Schülern, die sich in diesem Jahr an der Kampagne „Humanitäre Schule“ beteiligt haben. Hartmann bedankte sich auch bei den Lehrkräften, die die Aktion in ihren Einrichtungen umgesetzt und begleitet haben. Sie ist vor elf Jahren vom Jugendrotkreuz des DRK-Landesverbandes Niedersachsen ins Leben gerufen worden. Mittlerweile haben sich 12000 Schüler daran beteiligt.

Um den Titel „Humanitäre Schule“ zu bekommen, mussten die Jugendlichen erst einmal am Planspiel „h.e.l.p.“ teilnehmen. Aufgabe ist, einen kriegerischen Konflikt in den fiktiven Regionen Malea und Lufar zu lösen und dabei die Grundzüge des Humanitären Völkerrechts kennen zu lernen. Im zweiten Schritt mussten die jungen Erwachsenen ein eigenes soziales Projekt auf die Beine stellen.

„Kleidung nähen für Sternenkinder“ heißt das Projekt der Klasse von Wera Franke in der Berufsfachschule Pflegeassistenz der BBS. „Wir sind natürlich stolz darauf, dass die BBS Verden nun schon zum fünften Mal hintereinander mit der Auszeichnung bedacht worden ist“, berichtete Reinhard Witt, stellvertretender Schulleiter.

„Das Thema Sternenkinder ist ein trauriges, aber auch ein sehr wichtiges Thema, das uns sehr am Herzen liegt“, kommentieren die Schüler ihre Aktion. Sie ist für die Eltern gedacht, deren Babys „still“ geboren worden. Bei 1000 Schwangerschaften kommen statistisch vier Babys nicht lebend zur Welt. Das Anliegen der BBS-Klasse ist, dass die betroffenen Eltern in würdevoller Form von ihrem Sternenkind Abschied nehmen können.

Als Sternenkinder werden im engeren und ursprünglichen Sinn Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben.

Die Schüler haben sich auf der Internetseite „Fly me to the moon“ von Carlota Kiwi Schnittmuster für Schlafsäcke besorgt und diese in unterschiedlichen Größen hergestellt. Außerdem haben sie Mützen gehäkelt, Kerzen gestaltet und kleine Beigeschenke produziert. „Die Materialkosten erwirtschafteten wir durch den Verkauf von Hotdogs, Waffeln und Kuchen.“

Ihre Produkte stellten die angehenden Pflegeassistenten dann zu „Abschieds-Sets“ in verschiedenen Größen zusammen. Anschließend nahmen sie Kontakt mit den Mitarbeitern in der Aller-Weser Klinik Verden und des Klinikums Links der Weser auf, um ihre Geschenke zu überreichen.

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