Hüseyin Tavan hat Objekt gekauft / Speisen und tagen

Aus dem Postamt wird ein Rodizio

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Das Verdener Postamt.

Verden - Von Volkmar Koy. Das ist der Gastronomie-Hammer des Jahres. Hüseyin Tavan, Geschäftsführer der Bodega am Wall, hat das Postgebäude aus dem Jahre 1886 in der Bahnhofstraße gekauft und will daraus ein Rodizio-Restaurant machen, also brasilianische Spezialitäten in gemütlicher Atmosphäre mit südamerikanischem Flair.

Die Lorac Investment mit Sitz in Luxembourg hatte vor Jahren das Postamt mit denkmalgeschützter Fassade gekauft. Anfang Juni hat es nun Tavan übernommen. Dem seien umfangreiche Verhandlungen vorausgegangen, so der Bodega-Geschäftsführer. Ihm gehören nunmehr 2264 Quadratmeter Grundstücksfläche. Das ehemalige Postamt hat eine Nutzfläche von 1300 Quadratmetern, die sich über drei Stockwerke erstrecken.

Drinnen sieht es aus wie seit vielen Jahrzehnten bekannt. Der Postschalter weckt bei alten Verdenern sicherlich viele Erinnerungen. Ein Tresorraum im hinteren Bereich dürfte noch heute allen Attacken standhalten. Selbst die beiden Telefonzellen, aus denen man früher per Vermittlung nach ganz Europa telefonieren durfte, sind noch da. Im Zustellraum sind die Orte vermerkt, wohin der Brief- und Paketdienst aus der Bahnhofstraße zustellte.

Der Clou von alledem ist der noch völlig intakte Luftschutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg, wo selbst noch die Decken für die 68 zu schützenden Personen auf den Pritschen lagern. Diese Räumlichkeiten könnte man Schülern für einen Anschauungsunterricht zur Verfügung stellen, so ein Vorschlag von Tavan. Vermutlich dürfte auch das Domherrenhaus in dieser Sache hellhörig werden.

Erst einmal aber möchte der umtriebige Gastronom nun das Gebäude für seine bemerkenswerten Ideen sanieren. Die vier Meter hohen Decken sind eine Schau, im Erdgeschoss soll das Restaurant mit insgesamt 170 Plätzen, eine offene Küche und ein Riesen-Salatbuffet eingerichtet werden. Tavan schafft 32 neue Arbeitsplätze, wobei vier Kräfte extra aus Portugal kommen sollen.

Die entsprechenden Bauanträge sind bereits unterwegs, jetzt möchte der Verdener möglichst bald loslegen. Im ersten Stock wird es mehrere Tagungsräume geben. Motto des Ganzen: Erst konferieren, dann gut speisen. Auch Büroräume, von denen bereits einige vermietet sind, vervollständigen das Angebot. Parkplätze seien auf dem Innenhof ausreichend vorhanden, sagt Tavan.

Mit der Stadt Verden wird derzeit verhandelt, um die geplante Umgestaltung des Bahnhofsplatzes zu verwirklichen. Es geht dabei vor allem um Fahrradboxen. Wie Kämmerer Wolfgang Leseberg bestätigte, könnte dafür eine an das Postamt angeschlossene Halle dienen. Auch einen Namen gibt es schon für das Objekt: B 16 = Bahnhofstraße 16.

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