800 Besucher bei der Hubertusmesse 

„bien aller“ sorgt im Dom für Gänsehautmomente

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Die Parforcehorngruppe „bien aller“ sorgte im Dom für eine ganz besondere Atmosphäre.

Verden - Stimmungsvoll und ein eindrückliches Erlebnis war die Hubertusmesse im Verdener Dom, die aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von der Parforcehorngruppe „bien aller“ ausgerichtet wurde. Bekannt ist das von Gerd Offer geleitete Ensemble vor allen durch die Begleitung der Reitjagden in der Region mit jagdlichen Signalen.

Im Gedenken an den Schutzpatron der Jäger, den heiligen Hubertus, wird am drittletzten Sonntag des Kirchenjahres die Hubertusmesse im Rahmen eines Gottesdienstes gefeiert. Erinnert wird damit an den damaligen Pfalzgrafen und leidenschaftlichen Jäger Hubertus von Lüttich (655 bis 727), der nach dem Tod seiner Frau exzessiv in Saus und Braus lebte sowie vor allem das Wild jagte und erlegte.

Ein Erlebnis soll ihn der Legende nach nachhaltig verändert haben, indem er der Jagd abschwor: Der Adelige wollte bei der Jagd eines großen Hirsches im Geweih eine Kruzifix-Erscheinung gesehen und eine Stimme gehört haben, die ihn aufforderte, sich nicht nur dem weltlichen Reichtum zu widmen, sondern auch an das ewige Leben zu denken.

Das veranlasste ihn, seine Waffen abzulegen, seine Ämter und seinen gesamten Besitz abzugeben. Danach soll er längere Zeit als Einsiedler gelebt haben und später Bischof von Maastricht und Lüttich geworden sein, wo er sich für Wildbestände sowie Mitgeschöpfe und dem sorgsamen Umgang mit den Gütern der Erde stark machte. Daraus werde die Waidgerechtigkeit der heutigen Normen und Regeln für den Jagd- und Angelbetrieb begründet, der auch als ein Vorläufer des modernen Naturschutzes angesehen wird.

Aus dieser Legende heraus wird bei der Hubertusmesse in einem Gotteshaus sehr viel Natur in die Kirche gebracht, um ein passendes Flair zu erzeugen. Dieses gelang auch im liebevoll ausgestalteten Altar-Vorraum des Verdener Doms nachdrücklich. Von Tannenbäumen, viel Laub sowie flackernden Kerzenlicht wurde das Ambiente geprägt. Das Modell eines Hirschkopfs mit einem Kruzifix wies auf den Ursprung hin.

Neben dieser passenden Dekoration sowie dem textlichen Inhalt der Predigt von Pastor Sagorski, „das Leben im Einklang mit der Natur und Gottes Geschöpfen feiern“, war es die jagdliche Musik, die die Hubertusmesse prägte. Den musikalischen Hauptpart der Messe übernahmen die Parforcehornbläser „bien aller“ unter der Leitung von Gerd Offer. Einen musikalischen Geburtstagsgruß übermittelte das Bläsercorps der Kreisjägerschaft mit einer „Echofanfare“. Intensiv hatte sich „bien aller“ auf die Messe vorbereitet und sorgte damit bei annähernd 800 Gästen für Gänsehautmomente; vor allem beim Solo „Le Pavillon d´Or“ für Orgel und zwei Hörner sowie beim „Sanctus“.

Seitens „bien aller“ hatte Dr. Bernd Höher die Gäste begrüßt und den vielen Förderern für die enorme individuelle Unterstützung sowie der aktiven Mithilfe gedankt. Er würdigte insbesondere auch den Einsatz der Domgemeinde. Die Kollekte wurde erbeten für die Sanierung der Hillebrandt-Orgel und für die Ausbildung des Bläsernachwuchses. 

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