Tierische Mitbewohner in der Pandemie

Im Homeoffice auf den Hund gekommen

So süß! Aber, was passiert mit dem Knuddelhund, wenn es nach Homeoffice zurück ins Büro geht?
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So süß! Aber, was passiert mit dem Knuddelhund, wenn es nach Homeoffice zurück ins Büro geht?

Immer mehr Menschen legen sich ein Haustier zu. Das Arbeiten im Homeoffice aufgrund der Corona-Pandemie scheint die Zahlen hier noch weiter nach oben zu treiben. So registriert die Stadt Verden ein Plus bei der Anmeldung von Hunden.

Verden – Wer sich im Homeoffice einen Hund oder ein anderes Haustier angeschafft hat, der sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie er das Tier betreuen kann, wenn sich die Situation ändert und es wieder zurück ins Büro geht.

Dass sich das Interesse an einem tierischen Mitbewohner in den vergangenen Monaten gesteigert hat, wird vor allem in den Tierheimen und in den Ordnungsämtern der Rathäuser festgestellt, die vermehrt Hundemarken ausgegeben haben.

100 Hunde mehr in Verden von 2019 auf 2020

Philipp Rohlfing, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Verden, berichtet von einem Anstieg um 5,9 Prozent im Jahr 2020. Waren 2019 noch rund 1 700 Hunde angemeldet, registrierte die Behörde vergangenes Jahr 100 Tiere mehr. Ob sich dieser Trend fortsetze, sei allerdings noch nicht abzusehen, schränkt Rohlfing ein.

Das Verdener Tierheim hat zurzeit auffällig viele Kapazitäten frei, aber das hat wohl auch andere Gründe. Janina Grube, stellvertretende Tierheimleiterin in Verden-Walle, führt an vielen Räumen vorbei, die unbewohnt sind. Nur wenige Katzen miauen hinter den Türgittern, vereinzelt hört man Hundegebell, aber auch in jenem Trakt klingt es eher nach dünner Besetzung. Grube: „Das sind problematische Hunde, die kaum vermittelt werden können. Aber auch Hunde, die aus verschiedenen Gründen sichergestellt werden mussten, weil ihre Besitzer nicht mehr mit ihnen klar gekommen sind, wohnen jetzt hier. Wir machen mit ihnen Wesenstests, und dann sehen wir weiter.“

Tierheim rechnet für Mai mit mehr Katzen

Bei den Katzen rechnet Grube mit einem Anstieg im Mai. „Dann kann es sein, dass wir wieder deutlich über 100 Katzen hier haben werden.“ Katzen würden zweimal im Jahr trächtig, also könne sich eine ähnliche Situation im Herbst wiederholen. „In jüngster Zeit haben wir festgestellt, dass die Würfe mit um die sieben Jungen außerdem besonders groß waren.“

Aber, es könnte einen Grund dafür geben, dass das Tierheim noch Zimmer frei hat. Urlaubsreisen sind kaum möglich, und da stellt sich die Frage, was mache ich dann mit Hund oder Katze, gar nicht erst. Dass zu Reisezeiten vermehrt Haustiere abgegeben werden, bedauert das Tierheim jedes Jahr. Oft würden sie einfach ausgesetzt.

2017 lebt in 45 Prozent der Haushalte ein Tier

Bundesweit wird ein Anstieg bei der Anzahl der Haustiere registriert. Vor allem Hunde und Katzen sind beliebt. Amtlich erhobene Daten zu der Zahl der Haustiere gibt es in Deutschland nicht, Studien gingen im Jahr 2017 davon aus, dass es bundesweit rund 34,3 Millionen Katzen, Hunde, Kleinsäuger und Ziervögel gab. Demnach hatten rund 45 Prozent aller Haushalte in Deutschland ein Haustier, Tendenz steigend.

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich des Themas angenommen und rät dazu, einen Hund, der zu Hause bleiben muss, nicht von einem Tag auf den anderen alleine zu lassen, wenn es wieder ins Büro zurückgeht. Das gelte insbesondere für Hunde, die vielleicht erst während der Corona- und Homeoffice-Zeit angeschafft wurden und das Alleinbleiben noch nicht gelernt haben. Aber auch für Hunde, die es gewohnt waren, über ein paar Stunden allein zu sein, sei die Umstellung groß, da sie durch Homeoffice viel Zeit mit den Menschen verbringen durften.

Der Tierschutzbund rät zu einer langsamen Gewöhnungszeit. Hunde sollten aber auf keinen Fall länger als sechs Stunden allein sein müssen. Deshalb sei es ideal, wenn sie mit ins Büro dürften. Ob es dieses Jahr mehr Anfragen gibt, weil neu angeschaffte Hunde es nicht gewöhnt sind, alleine zu bleiben, wird sich zeigen.

Aktionstag im Juni

Dafür, Hunde nicht alleine zu Hause zu lassen, wirbt der Deutsche Tierschutzbund im Rahmen des Aktionstages „Kollege Hund“, der im Juni bevorsteht. An diesem Tag sollen tierfreundliche Unternehmen ihren Mitarbeitern ermöglichen, den Vierbeiner mit ins Büro zu nehmen.

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