Kita, Feuerwehr und Staatsanwaltschaft

Verdener Millionenprojekte: Holz und Stahl knapp

Baugerüst vor Gebäudefassade
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Nach oben immer noch offen: das alte Gaswerk, das zum neuen Domizil der Staatsanwaltschaft umgebaut wird.

Verden – Anlieger im Verdener Baugebiet Neumühlen wunderten sich bereits. Geht überhaupt nicht mehr vorwärts an einer der großen Renommierbaustellen der Allerstadt, an der Kindertagesstätte Elisabeth-Selbert-Straße, an dem 4,7 Millionen Euro teuren Gebäude. Es werde kein Holz geliefert, unkten Beobachter, es könne gar kein Holz geliefert werden, der Markt sei leer gefegt. Wolfgang Tobias aus dem Verdener Rathaus sind diese Meinungen nicht fremd. „Es wird enger“, räumt er ein.

Allerdings habe man bei den schon in Bau befindlichen Projekten vorgesorgt. „Als sich die Engpässe andeuteten, haben wir gemeinsam mit den Firmen abgesprochen, uns frühzeitig mit Materialien einzudecken.“ Die Kita im Verdener Nordosten sei das geringste Problem. „Da geht es fast nur noch um die Holz-Fassadenverkleidung, und auch die ist gesichert“, sagt Tobias. Nach aktuellem Stand könne das Haus für die Allerkleinsten im Sommer übergeben werden.

Schwieriger sei die Lage um die beiden Großbaustellen mit Einzugstermin zum Jahreswechsel beziehungsweise dem Frühjahr 2022, für die Komplettsanierung des alten Gaswerks an der Nordbrücke zum Domizil der Staatsanwaltschaft und den Verdener Feuerwehr-Neubau. Insgesamt 20 Gewerke wollen koordiniert sein, und sie alle mit höchst unterschiedlichem Materialbedarf. Und schon schlägt er durch, der weltwirtschaftliche Beschaffungswahnsinn. Die kanadischen Lieferengpässe beim Holz für US-Firmen, der chinesische Bedarf an Waldprodukten, die Fokussierung beider Wirtschaftsweltmächte auf den europäischen Markt, dann die extreme Nachfrage nach Stahl, die die Preise ebenfalls in schwindelerregende Höhen treiben, und mittendrin das kleine Verden mit seinen Baustellen. „Einige Firmen haben schon darauf hingewiesen, es könnte zu Engpässen kommen.“

Beide Projekte litten zudem unter holprigen Starts. Beim Feuerwehrprojekt hatte man sich vor dem zweiten Bauabschnitt von der Rohbaufirma getrennt, bei der Staatsanwaltschaft zunächst keine gefunden, und dann ein Angebot erhalten, das als nicht wirtschaftlich eingestuft wurde. Und als dann in allerletzter Minute im Dezember vergangenen Jahres doch noch ein Unternehmen beauftragt werden konnte, folgten nächste Überraschungen. „Die Gründung des Gebäudes unweit der Aller war schwierig, und dann kam es auch noch zum Wintereinbruch.“

Mit Baumaterialien habe man sich eingedeckt, auch schon für die nächsten Wochen. Das gelte auch für die Feuerwehr. „Im Zuge nachhaltigen Bauens kommt auch hier Holz zum Einsatz, für die Dach-Unterkonstruktion, zum Beispiel.“ Man habe rechtzeitig bestellt. Vieles sei auch schon eingetroffen. Tobias: „Nach gegenwärtigem Stand kommen wir mit einem blauen Auge davon.“ Das gelte bisher ebenfalls für die Baukosten. 8,1 Millionen Euro für die Feuerwehr, 14 Millionen für die Sanierung des alten Gaswerks – bisher habe nicht nach oben korrigiert werden müssen.

Ob es bei diesen stabilen Zuständen bleibt, ist unklar. Als Nächstes soll das Waller Feuerwehrgebäude gebaut werden, auch wieder auf nachhaltige Art und Weise mit viel Holz. Und dann wären da noch die Scharnhorster Brandschützer, die ebenfalls mehr Platz benötigen.

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