Tischler zeigen ihr Gesellenstücke

Holz in schöner Verarbeitung

Eine Gruppe junger Frauen und Männer steht in einer Halle. Vorne ist ein Schild mit der Aufschrift Gesellenstücke zu sehen. Daneben steht eine Kommode.
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Es lohnt sich, einen Blick auf die Gesellenstücke dieses Jahrgangs zu werfen. Ausbilder und Prüfer sind beeindruckt.

Landkreis – Manche haben sich schon gleich im ersten Ausbildungsjahr Gedanken über ihr Gesellenstück gemacht, andere haben noch gewartet. Um ihre Ideen für ein Möbelstück umzusetzen, hatten alle dasselbe Zeitfenster: In 64 Stunden mussten Holz, Linoleum, Glas oder Metall zu einer Kommode, einem Sideboard oder einem Schreibtisch verarbeitet sein. Manche wollten gleich alles Gelernte einarbeiten, andere konzentrierten sich in der Schlichtheit auf Feinarbeit.

  • 19 Tischler aus dem Landkreis zeigen ihre Gesellenstücke
  • Ausstellung im Hauptgebäude der Sparkasse
  • Handwerker auf dem Arbeitsmarkt begehrt

Eine handgezinkte Schublade musste dabei sein

Anna Peper zeigt ihr Schmuckstück dem Vater, der wie andere stolze Eltern auch zur Ausstellungseröffnung in die Hauptstelle der Kreissparkasse gekommen war. „Es gab Vorgaben. Eine handgezinkte Schublade musste dabei sein und ein Schloss mit einem abschließbaren Fach. Anna Peper hatte sich für eine Kommode entschieden, weil sie das Gesellenstück mit nach Hause nehmen darf und Kleidung gerne in Schubladen verstaut. Allein für das Material hat sie mehr als 1200 Euro investiert. Rechnet man die 64 Stunden Arbeitslohn dazu, kann man sich ungefähr ausrechnen, was eine solche Kommode kosten würde, gäbe man sie einer Tischlerei in Auftrag. Die junge Gesellin wird nicht in ihrer Lehrwerkstatt bleiben, sondern will zusammen mit ihrer Kollegin Nele Heise mit dem Studiengang „Gestalter/in im Handwerk“ auf das bisher Gelernte aufbauen.

Alles passt haargenau: Tischlerin Katharina Meyer führt ihr Sideboard vor.

Angetan von einem guten Jahrgang im Raum Verden

Fürs Erste verabschiedet sich auch Katharina Meyer von der Werkstatt. Sie will vorübergehend als Fotografin arbeiten, um in Deutschland ein wenig herumzukommen. Danach kann sie sich aber vorstellen, ihren gelernten Beruf wieder auszuüben. Ebenfalls in einer Möbeltischlerei hat Lukas Preisler seine Ausbildung absolviert. Sein Schreibtisch ist das Ergebnis einer Ausbildung, in der es vorrangig um die Herstellung von Möbeln, Küchen oder auch den Innenausbau ging.

Obermeister Fredy Böschen, Jürgen Norden vom Prüfungsausschuss und Lehrkraft Gunnar Röpke von den Berufsbildenden Schulen sind ganz angetan von einem guten Jahrgang, der trotz der Corona-Pandemie gute bis sehr gute Leistungen gezeigt habe. Fredy Böschen ist sogar „sehr stolz auf die Mädels“ und erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Arbeit in der Werkstatt durch maschinelle Hilfe auch körperlich besser zu beherrschen sei. „Außer beim Fensterbau. Die werden immer schwerer, weil Bauherren größere Fenster wünschen und sich durch Dreifachverglasung das Gewicht deutlich erhöht hat.“ Mit Blick auf die Ausstellungsstücke ist er ebenfalls sehr zufrieden. „Es sind wirklich schöne Stücke. Wobei die Kombination verschiedener Materialien in diesem Jahr überzeugt. Jürgen Norden ergänzt: „Die haben alles ganz alleine gemacht und damit bewiesen, dass sie gelernt haben, verschiedene Oberflächen zu behandeln.“ Im Übrigen sei das Tischlerhandwerk ein vielfältiger Beruf. Nach der Ausbildung gäbe es unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten. Angst um ihre Zukunft müssten sich die Absolventen nicht machen. „Wer in seinem Ausbildungsbetrieb wegen der personellen Auslastung keine Weiterbeschäftigung angeboten bekomme, finde sofort etwas anderes. „Handwerker werden händeringend gesucht.“

Bedauert wurde beim Zusammenkommen in der Halle der Kreissparkasse, dass die Freisprechungsfeier ausfallen muss. Obermeister Böschen: „Es ist schade, dass wir die Leistung der Junggesellen nicht besonders würdigen können.“

Namen der erfolgreichen Gesellinnen und Gesellen

Dennoch sind sie glücklich über ihren erfolgreichen Abschluss nach einer dreijährigen Ausbildung: Fahim Ahmadi, Finn Lasse Bobrink, Moritz Bode, Niclas Bodnar, Fabian Cohrs, Henner Drewes, Jannik Gantke, Nele Heise, Muhand Abdul Ismae, Anselm Klatt, Sarah-Le Köhnemann, Eduard Krist, Nils Manns, Katharina Meyer, Paul Tyler Michel, Anna Peper, Lukas Preisler, Ruben Springer und Marc Stüve. Ihre Arbeiten sind noch bis zum 27. August in der Kundenhalle zu sehen.

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