Hoffnung auf eine mögliche Restaurierung inspiriert Autor beim Schreiben

Geschichte des Syndikatshofes in Verden

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Rekonstruktion der Renaissancefassade.

Verden - In Verden gibt es viele schützenswerte Denkmäler. Dazu gehört auch der Syndikatshof, der mittlerweile im Besitz der Stadt Verden ist. Die Bedeutung dieses Bauwerks für die Allerstadt versucht Volkrat Stampa in seinem gerade erschienenen Buch „Syndikatshof in Verden“ darzulegen.

Das Schreiben über den Syndikatshof in Verden ist Volkrat Stampa, der heute in Achim lebt, leicht gefallen. Kein Wunder, wohnte seine Familie doch selbst beinahe 40 Jahre lang, bis 1987, in der Ritterstraße. Als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg aus Pommern gekommen, erhielt sein Vater eine Stelle als Chef der Verdener Bauverwaltung.

Den Schauplatz seiner Kindheit machte Stampa jetzt zum Gegenstand seiner neuesten Veröffentlichung. „Ich habe als Kind dort selbst auf dem Hof gebuddelt. Da bin ich auf Schweineknochen und Tonpfeifen aus alten Zeiten gestoßen“, erzählt Stampa. „Damals wollte ich noch Archäologe werden.“

Die mit vielen Grafiken, Zeichnungen und Bildern versehene Chronik des Syndikatshofs eröffnet dem Leser einen Einblick in die Historie des Renaissancebaus. Das Anwesen wurde zum Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Gelände und mit noch verwertbaren Baustoffen des ehemaligen Nonnenklosters Mariengarten erbaut.

Trotz der – wie so oft in solchen Fällen – unvollständigen Aktenlage sind im über 400 Jahre geführten Besitzerverzeichnis viele Menschen und Bewohner zu finden. Vom Erbauer, dem bischöflichen Kanzler Dr. Hermann Niger vor 400 Jahren, bis hin zu Stampas eigener Vergangenheit im Syndikatshaus, dokumentiert der Autor die Ereignisse rund um das Bauwerk am Norderstädtischen Markt.

In diesem Jahr erwarb die Stadt Verden erneut die Eigentumsrechte an dem Anwesen. So taucht denn auch Bürgermeister Lutz Brockmann als Verfasser des Vorwortes auf: „Das Baudenkmal Syndikatshof ist ein idealer Ort, um die Stadtgeschichte zu zeigen.“

Stampa selbst ist wichtig, dass die Stadt als Investor in ihren zukünftigen Planungen den Denkmalschutz des Areals beachtet. „Das Buch ist auch deswegen entstanden“, erklärt er.

Bei den Recherchen ergaben sich Gespräche mit Nachfahren alter Bewohner des Hauses. Henning Wittboldt-Müller zum Beispiel erzählt eine Anekdote, die seine Familie mit dem Turm des Hauses verbindet: „Meine Großeltern Heinrich Wittboldt-Müller und Marie Canenbley haben sich damals auf den Sandsteinstufen des Turms ihren Verlobungskuss gegeben.“ Deshalb sei es auch ihm ein Bedürfnis, diesen geschichts-trächtigen Ort für die zukünftigen Generationen zu erhalten, betont das Ratsmitglied. Wer sich ein Exemplar der Dokumentation von Volkrat Stampa sichern möchte, kann es für 14 Euro in der Hirsch-Apotheke am Holzmarkt erwerben.

sb

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