Muttertier gefunden

Fünf ausgesetzte Katzenbabys werden im Tierheim umsorgt

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Die kleinen Samtpfoten sind zwar immer noch angeschlagen, werden aber jeden Tag neugieriger und möchten die Welt erkunden.

Verden - Viele kennen das A-Team aus der gleichnamigen amerikanischen Action-Serie. Eine fünfköpfige Truppe, die Menschen in Not hilft. Im Verdener Tierheim gibt es seit einigen Wochen auch ein A-Team, dies war jedoch selbst in höchster Not. Fünf kleine Katzenbabys, ausgesetzt direkt vorm Tierheim. Dank der guten Pflege durch die Mitarbeiter haben sich die kleinen Samtpfoten aber gut entwickelt.

Anfangs mussten die Racker alle paar Stunden mit Milch gefüttert werden. Dafür wurden sie nachts von Mitarbeitern mit nach Hause genommen. Bauch streicheln für die Verdauung und Schnuten putzen waren mehr als ein Verwöhnprogramm. Aus dem Katzenkorb im Büro sind die Kleinen mittlerweile ins Katzenhaus umgezogen. Action ist immer mehr angesagt, da halten sie es wie ihre amerikanischen Namensvetter.

Der Start ins Leben war nicht leicht für die Katzenkinder. Sie waren geschätzt maximal 14 Tage alt, da wurden sie in einen Karton verfrachtet und vor dem Tierheim ausgesetzt. Die Situation sprach dafür, dass die Katzenmutter mit im Karton saß. Dieser war aufgebissen und das darin liegende Futter sicher nicht für die Kätzchen gedacht. Die Ängste der Katze, eingesperrt mit ihrem Nachwuchs, das Ganze direkt vor dem Freilauf des Hundehauses, kann man nur erahnen.

Ganz müde und schlapp: Die die vier kleinen Kater und ihre Schwester schlafen unter einer Wärmelampe.

Mit einer Lebendfalle hofften die Tierheimmitarbeiter, die Katzenmutter schnell einfangen zu können. Der Versuch scheiterte. Doch einer aufmerksamen Nachbarin war in den Tagen darauf eine Katze aufgefallen, die sie zuvor noch nie in ihrem Garten gesehen hatte. Es gelang, die Mieze zu schnappen und Tierheimleiterin Heidi Seekamp ist überzeugt, dass es sich um die Katzenmutter handelt.

„Sie war völlig verstört“, so Seekamp über das Tier. Leider habe sie ihre Kätzchen nicht wieder angenommen. Die Bestätigung, dass es sich um die Katzenmutter handelt, fand Seekamp in der Beschreibung einer couragierten Frau, die sich beim Tierheim gemeldet hatte, weil sie die Tierhalterin kenne. Mittlerweile hat das Tierheim eine Strafanzeige in die Wege geleitet. Was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Immunsystem noch nicht aufgebaut

Vorrangig geht es darum, die fünf Katzenbabys gut zu versorgen. „Das Immunsystem ist in dem jungen Alter noch gar nicht aufgebaut“, erklärt die langjährige Tierheimleiterin. Da könne jeder kleine Schnupfen gravierende Folgen haben. Mittlerweile fressen die vier kleinen Kater und deren Schwester eigenständig, aber es hat sich ein Schnupfen eingestellt. Sie bekommen Augensalbe, müssen inhalieren und schlafen unter der Wärmelampe. Seekamp ist aber zuversichtlich, dass die kleinen Racker wieder fit werden.

So süß die Kätzchen sind, sie bescheren auch viel Arbeit und zusätzliche Kosten. Untersuchungen, Wurmkuren, Impfungen und Kastrationen. Erst danach werden die Tiere vermittelt. Alle Kosten mal fünf, da kommt schnell eine vierstellige Summe zusammen. Ob dafür die Tierhalterin haftbar gemacht werden kann, ist derzeit nicht abzusehen. Das Wohl der Kätzchen steht im Vordergrund. 

wb

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