Hochsensible wollen weitere Selbsthilfegruppe gründen

Immer auf Empfang

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Heike Hansmann und Tanja Budnick (r.) sind Anprechpartnerinnen der neuen Selbsthifegruppe.

Verden - Hochsensible Personen nehmen äußere Reize intensiver wahr als andere Menschen. Dies hat manche Vorteile, führt allerdings auch zu schnellerer Erschöpfung und geringerer Belastbarkeit. Hilfe finden Betroffene seit einem Jahr in der von Frank Ehemann ins Leben gerufenen Selbsthilfegruppe. Nachdem diese inzwischen fast aus allen Nähten platzt, bereitet Tanja Budnick mit Unterstützung von Heike Hansmann von der Kontaktstelle für Selbsthilfe des Diakonischen Werks die Gründung einer zweiten Gruppe vor. Diese trifft sich erstmals am Mittwoch, 1. Juli, 19 Uhr, in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Verden, Obere Straße 1 bis 3, in Verden.

In monatlichen Treffen können die Teilnehmer erkennen, was es heißt, eine hochsensible Person (HSP) zu sein. Sie können sich in der Gruppe austauschen, aber auch Strategien entwickeln, um mit ihrer hohen Wahrnehmungsfähigkeit und der damit einhergehenden Empfindsamkeit im Alltag umzugehen.

Tanja Budnick hatte ihr Aha-Erlebnis in der besagten Selbsthilfegruppe. „Es war ein gutes Gefühl, festzustellen, dass es noch mehr Menschen gibt, die Flöhe husten hören können. Es hat sich mir vieles erklärt und ich fühlte mich verstanden“, erzählt die 39-jährige. Endlich hatte sie eine Begründung für ihre Empfindungen.

Fachleute sprechen davon, dass bis zu 20 Prozent der gesamten Menschheit hochsensibel sind. „Oft werden Hochsensible als Mimosen, Angsthasen oder Sensibelchen bezeichnet, dabei nehmen sie einfach nur mehr wahr als andere“, sagt Hansmann. So reagieren die Betroffenen schneller und viel intensiver auf Stimmungen oder sind auch für äußere Reize wie Geräusche, Gerüche, Wärme und Farben viel empfänglicher.

Tanja Budnick erzählt, dass auch die eigenen Empfindungen und Erlebnisse stärkere Reize auslösen als bei anderen. „Wir denken viel intensiver und länger über Erlebnisse nach. Wir grübeln mehr und hemmen uns dadurch auch in Aktivitäten.“ Als Folge sind viele Menschen schneller überreizt, erschöpft, suchen eher die Ruhe oder haben das Bedürfnis, alleine zu sein, worauf wiederum das menschliche Umfeld gerne mit Unverständnis reagiert.

„Hochsensibilität ist keine Krankheit. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Wir sind immer auf Empfang. Was, wenn man es weiß und gelernt hat, damit umzugehen, auch viele Vorteile hat“, sagt Tanja Budnick, der ihre hohe Sensibilität selbst im Beruf zugute kommt. Sie hat ihre Hochsensibilität inzwischen akzeptiert und möchte jetzt anderen helfen, damit auch sie ihre teils außergewöhnlichen Fähigkeiten annehmen und einsetzen. Schließlich ist nicht alles negativ daran. Budnick: „Hochsensibilität gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Manche sind zudem sehr intelligent oder multibegabt. Sie sind kreativ, fantasievoll, hilfsbereit und sie sind sehr mitfühlend und emphatisch.“

Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist eingeladen. Weitere Infos gibt es bei Tanja Budnick unter Telefon 0171/2324057.

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