Theaterbeirat der Stadt Verden stellt stellt Programm für die neue Saison vor

Vom hochaktuellen Drama bis zum Klassiker

Freuen sich auf die neue Theatersaison in Verden: Kathrein Goldbach, Sabine Münzberg und Hanna Meyer (v.l.). - Foto: Haubrock-Kriedel

Verden - Zeitgenössisches, Klassiker und Kabarett – die Theatersaison 2016/2017 verspricht wieder viel Abwechslung. Bereits im Herbst hat der Theaterbeirat der Stadt Verden eine Vorauswahl aus den Stücken der deutschen Bühnen getroffen. Die endgültige Entscheidung, was in der Stadthalle gespielt wird, fiel Ende des Jahres gemeinsam mit interessierten Verdenern.

Gestern stellten Kathrein Goldbach und Hanna Meyer vom Theaterbeirat sowie Sabine Münzberg, Fachbereich Bildung und Kultur der Stadt Verden, das neue Theaterprogramm vor. Die Saison beginnt am 19. Oktober mit dem hochaktuellen Drama „Corpus Delicti“von Juli Zeh in einer Neuinszenierung des Rheinischen Landestheaters Neuss. Das Stück spielt in der Zukunft. Der perfekte Überwachungsstaat zum Wohle jedes Einzelnen ist Wirklichkeit geworden. Doch dies hat seinen Preis: Körperliche Fitness ist Pflicht, Partnerwahl und Fortpflanzung sind zugunsten von Hygiene und Immunsystem strengstens geregelt. Juli Zeh hat eine Anti-Utopie in der Tradition von George Orwell und Aldous Huxley geschrieben. Alle Rechte und Interessen des Individuums sind der Herrschaft des totalen Staates unterworfen. Nur wenige bringen den Mut auf, dagegen aufzubegehren.

Ein Abend mit dem Kabarettisten Jürgen Becker steht am 26. November auf dem Programm. Bundesweit bekannt wurde er durch die Moderation der renommierten Kabarett-Sendung „Mitternachtsspitzen“ im WDR. „Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“ ist Beckers neues Programm überschrieben. „Was ist dran am Sex“, fragt der Kabarettist und bittet zum Blick durchs Schlüsselloch ins Schlafzimmer.

Am 1. Februar 2017 gastiert das Landestheater Detmold mit „Der Theatermacher“, einem Schauspiel der klassischen Moderne, in Verden. „Das Stück ist brillant aufgebaut, es verbindet Komik und Tragik“, weiß Kathrein Goldbach.

„Romeo und Julia“, der Klassiker von William Shakespeare, aufgeführt von der „bremer shakespeare company“, steht am 14. März 2017 auf dem Programm. Regisseurin Nora Somaini hat die Handlung in eine Klinik verlegt. Die Patienten leiden an Depressionen. Das Spiel von „Romeo und Julia“ ist Teil ihrer Therapie, in der sie wieder Zugang zu ihren verschütteten Gefühlen finden. Nach und nach wird die Geschichte von Romeo und Julia zu ihrem eigenen Drama.

Mit der Tragikomödie „Vater“ von Florian Zeller endet die Saison am 17. April 2017. Der 80-jährige André leidet an Alzheimer. Vor seiner Tochter versucht er, den Eindruck aufrechtzuerhalten, alles sei in Ordnung.

„Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr wieder den Geschmack des Publikums getroffen haben“, so Goldbach. Das lassen die Zahlen des Vorverkaufs bislang vermuten. Laut Sabine Münzberg wurden bereits 118 Abos, 79 Mini-Abos und 13 Einzelkarten verkauft. - ahk

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