Angst ist unnötig

Wespenbeauftragter des Landkreises  gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Insekten

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Das Wespennest im Gartenhaus von Friedrich Niederkrome.

Verden - Panik bricht bei vielen Menschen aus, wenn sie Bienen, Hornissen, Hummeln oder Wespen begegnen. Auch Friedrich Niederkrome war zunächst beunruhigt, als er ein Wespennest bei sich im Gartenhaus entdeckte. Aber wer vorsichtig ist und mit den Insekten richtig umgeht, sollte unbeschadet davonkommen. Der Landkreis Verden und der Faltenwespenbeauftragte Udo Paepke geben Tipps und Ratschläge.

Zunächst einmal sei Angst, beim richtigen Umgang mit den kleinen Tieren, nicht notwendig. Die Tiere stechen nur, wenn sie sich in irgendeiner Weise bedroht fühlen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sie eingeklemmt oder durch hektische und schnelle Bewegungen gestört werden sowie durch Annäherungen an das Nest. Dann gehen die Tiere in die Verteidigungsposition über und können stechen, so der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Spezielle Vorsicht sei aber angebracht, wenn eine Allergie vorliegt oder sehr kleine Kinder in Berührung mit den Tieren kommen.

Sollte es zu einem Stich kommen, wird geraten, die Stelle umgehend zu kühlen. Handelt es sich um den Stich einer Biene, sodass sich der Stachel noch in der Haut befindet, sollte dieser abgewischt statt gegriffen werden, da sonst durch den Druck mehr Gift in die Wunde gerät, so der NLWKN.

„Alle wild lebenden Tierarten dürfen ohne vernünftigen Grund nicht vernichtet werden (Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz). Die Hornisse und auch Hummeln und Wildbienen stehen sogar unter dem besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung“, heißt es bei der Wespen- und Hornissenberatung des Landkreises. Für die Umsiedlung oder Beseitigung eines Wespenvolkes ist im Landkreis Verden eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen.

Paepke berät Menschen, die etwa ein Wespennest im Garten haben

Der ehrenamtliche Faltenwespenbeauftragte Udo Paepke ist zuständig für den Landkreis Verden. „Meine Tätigkeit beinhaltet das Beraten von Leuten, die ein Wespennest haben“, erklärt er. „In der Regel wird dann ein Termin vor Ort ausgemacht. Dort schaue ich dann, ob ich das Nest umsiedeln kann oder suche nach einer Lösung wie eine Absperrung oder andere Schutzmaßnahmen“, erzählt Paepke. 

„Liegt ein besonderer Grund vor, zum Beispiel eine Allergie oder Kleinkinder, die sich in unmittelbarer Nähe zum Nest aufhalten, kann es auch dazu führen, das Nest freizugeben, sprich die Tiere zu töten“, so Udo Paepke. „Dieses Jahr gibt es viele Tiere, zumindest viele Einsätze“, erzählt er. Seiner Vermutung nach liegt das daran, dass die Menschen durch die Zeitung über Anlaufstellen informiert werden und dass eine Reihe von Völkern durch die warme Jahreszeit agiler sind.

„Geschützt ist das Volk, nicht das Nest. Wenn die Tiere naturbedingt durch die Jahreszeit sterben, dann kann das Nest eigenhändig entfernt werden. Im November sind die Nester leer. Sollten vorher schon keine Flugtätigkeiten festgestellt werden und durch hineinleuchten keine Tiere mehr auffindbar sein, kann das Nest schon vor November entfernt werden“, erklärt Paepke.

Ein gutes Beispiel: Friedrich Niederkrome und „seine“ Wespen

Friedrich Niederkrome aus Verden hat ein solches prachtvolles Wespennest auf seinem Grundstück entdeckt. Dieses befindet sich in seinem Gartenhaus, Buschbültenweg. Niederkrome hatte es am Dienstagmorgen, 17. Juli, gefunden, als er eine Gartenschaufel aus seinem Gartenhaus entnehmen wollte. 

„Ich habe mich gewundert, dass es so gewaltig war“, so Niederkrome. „Das war schon ein paar Mal so. Die Stelle im Gartenhaus ist gut geschützt. Die Wespen fühlen sich da wohl“, erzählt er. „Ich werde das Nest natürlich behalten, es stört ja keinen. Man sieht sie nur ab und zu herumschwirren. Die Wespen gelangen durch einen kleinen Schlitz in und aus dem Gartenhaus“, berichtet er weiter. - jh

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