Stadt will neuen Bebauungsplan für Anna-Wöbse- und Schillerstraße

Verdener Wohngebiet: Historisch und erhaltenswert

Die Häuser in der Schillerstraße wurden in den 1950er-Jahren durch die Niedersächsische Heimstätte Hannover für die Angehörigen der britischen Streitkräfte gebaut.
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Die Häuser in der Schillerstraße wurden in den 1950er-Jahren durch die Niedersächsische Heimstätte Hannover für die Angehörigen der britischen Streitkräfte gebaut.

Verden – Haus an Haus, Wand an Wand, die Nachbarn kennen sich – meistens – noch. Das Wohngebiet Schillerstraße/Anna-Wöbse-Straße ist durch einen besonderen Bau-und Wohnstil geprägt, der seine eigene Geschichte hat. „Das soll so bleiben“, sagt die Verwaltung. Veränderungen dürfe es geben, aber in einem festgelegten Rahmen. Dafür soll ein neuer Bebauungsplan sorgen. Der alte stammt aus dem Jahr 1968.

Wer durch Schillerstraße und Anna-Wöbse-Straße fährt oder geht, ist umgeben von mehrgesschossigen Wohnhäusern, gepflegt und schlicht gestaltet. Aber auch Veränderungen, die die Gebäude im Laufe der Zeit erfahren haben, fallen ins Auge. Fenster wurden ausgetauscht, Gesimse gemauert, Dächer neu eingedeckt, Gartenzäune gezogen oder ein Carport gebaut. „Immer wieder werden entsprechende Wünsche an uns herangetragen“, so Birgit Koröde, Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung bei der Stadt Verden.

Blick in die Anna-Wöbse-Straße, die nicht nur viel Grün, sondern auch eine besondere Wohnbebauung auszeichnet.

Was im Kleinen vielfach der Zustimmung der Verwaltung bedarf, gelte insbesondere im Großen. Vieles kann, aber nicht alles soll. „Wenn ein Eigentümer an uns herantritt, ein Gebäude abreißen will, um auf dem Grundstück zum Beispiel einen Flachdach-Bungalow zu bauen, brauchen wir ein Instrument, um entsprechende Pläne ausbremsen zu können“, macht Koröde deutlich. Umgekehrt müssten Eigentümer durchaus Gelegenheit haben, ihre Häuser den Bedürfnissen anpassen zu können. Sei es nun ein Carport, ein Aus- oder Umbau, so die Verwaltung. „Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes wollen wir genau das erreichen, die besondere städtebauliche Eigenart und Gestalt des Gebietes wahren, aber auch eine angemessene Fortentwicklung unter Berücksichtigung aktueller städtebaulicher Anforderungen“, erklärt Koröde.

Koröde: „Nachverdichtung auf dem einen oder anderen Grundstück wäre damit möglich“

Ursprünglich hatte die Verwaltung geplant, eine Erhaltungs- und Gestaltungssatzung für den Geltungsbereich zu entwickeln. Die Regelungen beschränken sich allerdings auf mögliche Dachformen und -neigung, die Dacheindeckung oder die Gestaltung von Fassaden. Nun sei daran gedacht, in der Kombination von Bebauungsplan und eben örtlichen Bauvorschriften die Errichtung von Neubauten zu genehmigen oder aber zu verhindern, so die Verwaltung. „Nachverdichtung auf dem einen oder anderen Grundstück wäre damit möglich“, so Koröde. Das Gebiet, darauf legt die Verwaltung besonderen Wert, soll weiterhin „vorrangig dem Wohnen dienen“.

Verden: Schiller- und Anna-Wöbse-Straße „historisch wertvoll“

Schon in einer früheren Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung hatten die Planer die Gebäudeensemble in Schiller- und Anna-Wöbse-Straße als „historisch wertvoll“ beschrieben. Gebaut wurden die Häuser nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Niedersächsische Heimstätte Hannover für die Militärangehörigen der britischen Besatzungstruppen. Das Projekt lief unter dem Namen „Operation Build III“, in deren Verlauf während der Jahre 1951 bis 1956 die Siedlung hochgezogen wurde. Die Angehörigen der britischen Truppen zogen dort ein, in direkter Nähe zur damaligen Kaserne an der Lindhooper Straße. „Die Siedlung ist damit Zeugnis der Geschichte Verdens als Garnisonsstadt, besitzt einen einheitlichen städtebaulichen Charakter und ist baugestalterisch in einem guten, weitestgehend einheitlichen Zustand“, urteilte Stadtplanerin Stephanie Thies.

Baugestalterisch in einem guten, weitestgehend einheitlichen Zustand

Verden als Garnisonsstadt ist mittlerweile seit über 20 Jahren Vergangenheit, die Briten sind längst abgezogen. Die Häuser, insgesamt circa 75 Wohneinheiten, sind zu 70 Prozent im Besitz einer Eigentümerin und vermietet. Aber auch einzelne Besitzer haben sich dort eingerichtet.

Der Ausschuss für Straßen und Stadtentwicklung tagt am heutigen Mittwoch in einer Online-Sitzung und wird sich mit dem Vorschlag der Verwaltung zur Änderung des Bebauungsplans befassen. Mit der öffentlichen Auslegung können sich dann auch Eigentümer zum Vorhaben äußern.

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