Hiphop-Club im Juz / Auftritt beim Lichtgeschichtenfest am 11. November

„Mit viel Eifer dabei“

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Tanzen und dabei Spaß haben, das hat für „Die wilden 15“ Priorität. Dabei entdecken die 8- bis 15-Jährigen neue Formen, sich auszudrücken.

Verden - Am Niedersachsenring und auf dem Gelände der Stadtwaldfarm in Verden wird am Sonnabend, 11. November, zum vierten Mal ein Lichtgeschichtenfest gefeiert. Von 16 bis 19.30 Uhr werden dann an verschiedenen Orten und in verschiedenen Sprachen Geschichten erzählt. Es gibt einen Samba- und Laternenumzug zur Stadtwaldfarm und dort ein nettes Beisammensein mit Geschichten und Musik. Außerdem wirken Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei zwei Tanzvorführungen mit.

Es ist laut, wuselig und bunt. „Die wilden 15“ – 15 Kinder und Jugendliche des Hiphop-Clubs – tummeln sich im Veranstaltungsraum des Verdener Jugendzentrums. Tische und Stühle sind an die Wände geschoben, denn zum Tanzen braucht man schließlich Platz.

Auf Initiative von Fokus Familien- und Sozialdienstleistungen und finanziell gefördert vom örtlichen Lionsclub, haben die Lehramtsanwärterin Olga Schweizer und Theaterpädagogin Sarina Wilhelm gemeinsam ein Konzept entwickelt, das Kindern von Flüchtlingsfamilien und Asylbewerbern ein kreatives Erlebnis ermöglicht. „Es läuft gut. Die Kids sind zwar laut, aber mit eben soviel Freude und Eifer dabei“, erzählt Sarina Wilhelm, die das Tanzprojekt auch mit der Filmkamera begleitet.

Zwischen 8 und 15 Jahren sind die Teilnehmer alt. Sie kommen aus Syrien, Albanien oder Usbekistan. Wobei: Wenn man die Mädchen und Jungen fragt, dann sagen sie: „Wir kommen aus Deutschland.“ Verständigungsprobleme gibt es nicht. Alle sprechen gut Deutsch, eine Kommunikation mit Händen und Füßen ist nicht nötig. „Das ist schon gut und erleichtert uns das Arbeiten sehr“, erzählt Wilhelm.

In dem Tanzprojekt lernen die Kinder und Jugendlichen, ihren Körper bewusst als Ausdrucksmittel einzusetzen und sich dadurch an für sie neue Grenzen zu wagen. Dabei bekommen sie von Olga Schweizer durchaus auch die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und diese mit choreografischen Mitteln weiter zu entwickeln.

Das gemeinsame Tanzen ist eine niederschwellige Art der Kommunikation, bei der die unterschiedliche kulturelle Herkunft keine Rolle spielt. Das bestätigen auch die Projektleiterinnen, die großen Ehrgeiz bei den Mädchen und Jungen erkannt haben. „Sie machen das hier gerne und lernen sehr schnell.“

Das Vorurteil von verzweifelten Flüchtlingskindern hat hier keinen Platz. „Die Kinder fühlen sich als Deutsche. Ihre familiäre Geschichte hat hier keine Bedeutung. Die wollen Spaß haben und tanzen“, sind sich die beiden Betreuerinnen einig.

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