Ehrenamtliche in St. Josef zu Beerdigungsleitern ausgebildet

Hilfreicher Trost in den Stunden der Trauer

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Pfarrer Kuno Kohn und Propst Bernd Kösling haben die Aussendungsfeier für die Beerdigungsleiter gestaltet.

Verden - „Tote zu bestatten ist ein Werk der Barmherzigkeit und die christliche Sorge um Verstorbene und den Trauernden Trost zu spenden die Aufgabe der ganzen christlichen Gemeinde“, verdeutlicht Pfarrer Kuno Kohn im Gespräch. Der Dienst gebe Zeugnis von der christlichen Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort habe. Ehrenamtliche Menschen zu diesem Dienst zu befähigen und zu beauftragen knüpft für Kohn sowohl an alte Traditionen der Weltkirche als auch an junge, gute Erfahrungen an.

Dietlinde Stubbe, Verena Bräuner, Wolfhart König (Verden), Helga Strum-Illmer (Walsrode), Reiner Grusche, Rainer Wagener und Maria Wellen (Achim) haben in den vergangenen Wochen viel Zeit in ihre Ausbildung zu Beerdigungsleitern investiert. Inzwischen haben sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden in einem Gottesdienst von Pfarrer Bruno Kohn und Propst Bernd Kösling mit bischöflichen Urkunden ausgesendet und in ihre Aufgaben eingeführt.

Eine besondere Rolle in der Liturgie der Aussendung spielten dabei die Osterkerze und das Weihwasser, da Beerdigungsleiter Glaubenszeugen der österlichen Verheißung auf Auferstehung mitten im Dunkel sind. Sie bringen das Licht Christi an das Grab und sprechen den Trauernden ihren Trost zu. Die Besprengung mit Weihwasser soll dabei die Hoffnung auf Gott stärken, der lebensschaffend selbst im Tod mächtig ist und uns wieder mit hinein nimmt in die eigene Taufe.

An insgesamt 14 Treffen haben sich die neuen Amtsträger auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Geleitet wurde das Seminar von Christiane Becker, Pastoralreferentin im Dekanat Verden, die dabei von Pfarrer Kuno Kohn aus Hannover unterstützt wurde. Als Beerdigungsleiter können die Frauen und Männer nun eine Beerdigung selbständig gestalten.

In seiner Predigt verglich Pfarrer Kohn den Weg der Vorbereitung mit einem Trainingslager: „Neue Talente sind gesucht und gefunden worden, hatten Trainer und Trainerinnen zur Seite und werden sich gut ausgebildet auf den Weg machen.“

Immer mehr Gemeinden im Bistum Hildesheim kennen das Problem: Die Pfarrer müssen zunehmend mehr Orte mit Gottesdiensten, Taufen und Hochzeiten versorgen, was auch mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand für die Pfarrgemeinde verbunden ist. Das Arbeitspensum der Kleriker ist demnach hoch und oft kaum noch zu bewältigen. Dass dieses aber nicht nur ein Problem, sondern zugleich eine Chance für Ehrenamtliche vor Ort ist, findet Pfarrer Kuno Kohn. Er bietet daher in seiner Funktion als Ehe-, Familien-, und Lebensberater im Bistum Hildesheim Kurse für Beerdigungsleiter an. Der Dienst gebe Zeugnis von der christlichen Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, so der Pfarrer.

Ehrenamtliche Menschen für diesen Dienst auszubilden heißt für Kohn sowohl an alte Traditionen der Weltkirche als auch an jüngere Erfahrungen anzuknüpfen. Viele Jahrhunderte lang hätten die Gemeinden ihre Toten bestattet, bevor diese Aufgabe, gerade in Europa, immer mehr zu einem Dienst der Pastoren und Pfarrer geworden sei. Kohn: „An vielen Orten auf der Erde ist die Beerdigung aber bis heute fast immer eine Aufgabe der Gemeinde geblieben, die von Menschen als Dienst an ihren Mitmenschen geleistet wird.“ Auch im Bistum Hildesheim habe man in über der Hälfte der Dekanate damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. - nie

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