Förderkreis stellt Projekte vor

Herzkatheterlabor der Aller-Weser-Klinik top ausgerüstet

Dr. Peter Ahrens, Peter Vagt und Ralf Weßel sowie  Wolfgang Reichelt,  Ingo Neumann und Gunda Hoppe (v.l.) stehend mit einem Bildschirn auf einem Tisch.
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Freuen sich gemeinsam über das Messgerät zur Diagnose von Mikrozirkulationsstörungen für das Herzkatheterlabor: die drei Chefärzte Dr. Peter Ahrens, Peter Vagt und Ralf Weßel sowie vom Vereinvorstand der Vorsitzende Wolfgang Reichelt, Stellvertreter Ingo Neumann und Schatzmeisterin Gunda Hoppe (v.l.).

Verden – Zwei Jahre sind vergangen, seitdem der Förderkreis Aller-Weser-Klinik (AWK) Verden gegründet wurde. Zwei Jahre, in denen der Verein mit seinen 60 Mitgliedern und unter dem Vorsitz von Wolfgang Reichelt bereits einiges bewegt hat.

Das wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung in den Räumen der Firma Block deutlich, an der auch die drei AWK-Chefärzte Ralf Weßel, Dr.Peter Ahrens und Andreas Vagt teilnahmen.

In zwei Jahren 70000 Euro gesammelt

Schatzmeisterin Gunda Hoppe nannte die wichtigsten Zahlen. Demnach wurden im ersten Wirtschaftsjahr bereits mehr als 46 000 Euro gesammelt, in diesem Jahr kamen weitere 24 000 Euro hinzu, sodass nunmehr insgesamt 70000 Euro zur Verfügung standen, um die AWK in Verden zu unterstützen. „Wir beschaffen Geräte, die aus dem normalen Budget des Krankenhauses nicht bezahlt werden können“, formulierte Gunda Hoppe das Ziel, das sich der Förderkreis auf die Fahnen geschrieben hat.

Messgerät zur Diagnose von Mikrozirkulationsstörungen angeschafft

Ralf Weßel, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Gastroenterologie und internistische Intensivmedizin, konnte dann auch gleich ein praktisches Beispiel für diese besondere und wichtige Unterstützung nennen: So verfügt das 2017 eröffnete Herzkatheterlabor der AWK, mit modernster Technik ausgestattet, dank des Förderkreises über ein Messgerät zur Diagnose von Mikrozirkulationsstörungen. Es wurde im Oktober für 36 000 Euro angeschafft, das Geld dafür stammt einzig vom Verein.

Das Gerät, so Weßel, diene dazu, Fehlfunktionen der kleinen Blutgefäße im Herzmuskel sicher diagnostizieren zu können. Die ersten Untersuchungen seien bereits erfolgreich durchgeführt. Auf der Mitgliederversammlung fand nun die offizielle Übergabe des Gerätes an die Aller-Weser-Klinik statt. Hierzu reichte symbolisch ein Handschlag, den Wolfgang Reichelt gerne mit Ralf Weßel als dem Projektverantwortlichen austauschte.

Wunsch nach einer Simulationseinheit für das Reanimationstraining

Nur zu gern bewilligten die Mitglieder dann einen Antrag, den Dr. Peter Ahrens an den Förderkreis stellte. Gemeinsam mit Andreas Vagt, Chefarzt Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, trug Ahrens, ärztlicher Direktor, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter der Schmerzambulanz, den Wunsch nach einer Simulationseinheit an den Förderkreis heran. Diese soll den ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitern für das Reanimationstraining dienen.

Professionelle Leistungen auf höchstem Niveau könnten von medizinischen Teams – wie auch von Sportmannschaften oder Flugzeugbesatzungen – nur dann erwartet werden, wenn kritische Situationen regelmäßig gemeinsam trainiert werden, betonten die beiden Ärzte die große Bedeutung der Simulationseinheit.

Theoretisches Wissen realitätsnah praktisch umsetzen

In der medizinischen Ausbildung werde traditionell viel Theorie geschult, die praktische Erfahrung sammelt man am lebenden Menschen. Mittlerweile nehme aber die Simulation als dazwischen geschalteter „dritter Lernort“ einen immer größeren Stellenwert ein. Sie erlaube dem Lernenden, das theoretische Wissen realitätsnah praktisch umzusetzen, dabei Fehler zu machen und dadurch Erfahrung und Handlungssicherheit zu gewinnen, bevor erstmalig am echten Patienten gearbeitet wird. An der neuen Simulationspuppe, so das Fazit der beiden Mediziner, könnten alle Fertigkeiten geschult werden, die zur Primärversorgung und Stabilisierung des Notfallpatienten erforderlich sind.

Förderkreis stimmt positiv über das Projekt ab

Der Förderkreis möchte der AWK diese Simulationseinheit zur Verfügung stellen und stimmte positiv über dieses Projekt ab. Die Summe von rund 16 000 Euro steht bereits zur Verfügung.

Nächstes Vorhaben: Intracoronarer Ultraschall

Für das Gerät, das Ralf Weßel abschließend vorstellte, muss der Förderkreis nun zunächst einmal wieder Gelder generieren. Es handelt sich um einen intracoronaren Ultraschall, der eine Bildgebung ohne Kontrastmittel zulässt.

Der Einsatz von Kontrastmittel beinhalte laut Weßel bei schwerkranken Patienten ein nicht unerhebliches Risiko, die sogenannten Kontrastmittel-Nephropathie. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Nierenschädigung, hervorgerufen durch das relativ zähflüssige und an Elektrolyten reiche Kontrastmittel. Bei Patienten mit vorgeschädigten Nieren könne dies bis hin zu einem dialysepflichtigen Nierenversagen führen.

Das von Ralf Weßel vorgestellte System sei mobil und könne daher in allen Untersuchungsräumen eingesetzt werden. In Ergänzung zu dem bereits bestehenden System zum Nierenschutz (Renal-Guard-System) könnten mit dem neuen hochauflösenden intracoronaren Ultraschall die meisten kontrastmittelbedingten Komplikationen vermieden werden. Das wäre ein weiterer Meilenstein in der Ausstattung des Herzkatheterlabors der AWK Verden und würde vielen Patienten helfen, so der Chefarzt abschließend,

Zur Anschaffung benötigt der Förderkreis weitere Spenden

Gerne möchte der Förderkreis auch für dieses Gerät die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Dazu benötigt er weitere Spenden. Gerade jetzt zu Weihnachten sei dies doch eine gute Sache, die den Menschen aus dem Landkreis und darüber hinaus zugutekomme, wirbt der Verein in seiner Pressemitteilung.

Wer Mitglied werden möchte, kann sich melden bei Gunda Hoppe, Telefon 04231/678131 oder per E-Mail an gunda.hoppe@block.eu.

Einzelne Spenden, kleinere und größere, können auch direkt auf das Konto des Vereins überweisen werden: Förderkreis Aller-Weser-Klinik Verden IBAN DE67 2915 2670 0020 5451 58 bei der Kreissparkasse Verden.

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