Verdener Mediziner im Kongo 

Im Herzen Schwarzafrikas

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Der Mediziner Reinhard Lehmann bei der Untersuchung eines seiner kleinen Patienten.

Verden - Für rund neun Monate war der Verdener Arzt Reinhard Lehmann mit der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz. Von seinen Erlebnissen berichtet der Mediziner ab heute in sechs Folgen (immer an einem Sonnabend) an dieser Stelle.

„Vor 15 Monaten konnte ich – dank meinem Nachfolger Dr. Rogge – nach 28 Jahren meine hausärztliche Tätigkeit in Verden beenden. Ich fühlte mich aber noch nicht reif fürs Sofa, so suchte ich nach einer sinnvollen Beschäftigung. Da ich schon früher einmal in Afrika gearbeitet hatte und schon seit Jahren die Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen kenne und schätze, lag es für mich nahe, mich dort für einen Einsatz zu bewerben.

Ärzte ohne Grenzen ist bekannt dafür, dass sie sich an allen möglichen Brennpunkten in der Welt für die Schwächsten und Verletzlichsten in der Bevölkerung einsetzen. So hat Ärzte ohne Grenzen zurzeit ungefähr 5 000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern der Erde im Einsatz. Im Wesentlichen sind es Einsätze bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen, aber auch langfristige Einsätze in Krisengebieten wie zum Beispiel Irak, Syrien, Afghanistan oder die Rettungseinsätze im Mittelmeer.

Eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit von Ärzte ohne Grenzen ist die strikte Neutralität, die Transparenz und die Unabhängigkeit von den Geldgebern. Dieses ist nur möglich durch die zahlreichen Spender. 90 Prozent der Spenden kommen in den Projekten an, zehn Prozent werden verwandt für Verwaltungskosten.

So habe ich mich also bei Ärzte ohne Grenzen beworben. Wohl aufgrund meiner früheren Tätigkeit in den Tropen sowie auch meiner Sprachkenntnisse von Kisuaheli bot mir Ärzte ohne Grenzen dann einen Projektplatz in der Demokratischen Republik Kongo im Herzen Schwarzafrikas an.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt mehrere Krankenhäuser im Ostkongo, da infolge von Jahrzehnten mit Krieg und Chaos die Zivilbevölkerung nicht mehr ausreichend medizinisch versorgt wird.

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