Großes Interesse an Hengstkörung und -markt / Höchster Zuschlag 650 000 Euro

Hervorragende Qualität

Teuerster Hengst war mit 650 000 Euro ein Sezuan/Donnerhall-Sohn, der seine neue Heimat in Dänemark hat. - Foto: Martina Wendt

Verden - Vier Tage stand in der vergangenen Woche die Reiterstadt Verden im Fokus der Pferdewelt. Die Hengstkörung mit abschließenden Hengstmarkt weckte das Interesse weltweit. Schon bei der Vorauswahl der Hengste hatte sich die hervorragende Qualität des Jahrgangs 2015 angedeutet, sodass sich schließlich 108 Hengste in der Verdener Niedersachsenhalle um das Prädikat „gekört“ bewarben. 78 erhielten von der Kommission das begehrte Prädikat. 18 wurden als Prämienhengste ausgerufen.

Das alles weckte große Erwartungen an den Hengstmarkt, die in der ausverkauften Niedersachsenhalle voll erfüllt wurden. Preisspitze wurde ein Sezuan/Donnerhall-Sohn aus der Zucht von Willem Klausing, Diepholz. Schon das Startgebot für den mit beeindruckendem Bewegungspotenzial ausgestatteten Dunkelfuchs lag bei 100 000 Euro. Der Zuschlag von Auktionator Bernd Hickert kam für den rheinisch gebrannten Prämienhengst bei stolzen 650 000 Euro. „Helgstrand Dressage“ wird ihn mit nach Dänemark nehmen.

Er wird aber nicht alleine reisen, denn sein Boxennachbar wird ein Finest/De Niro-Sohn (Züchter Günter Lindwehr, Alfhausen, Aussteller Bernhard Ruwe, Nortrup) werden, der den Zuschlag bei 360 000 Euro erhielt.

Denselben Preis erzielte ein hübscher in den Niederlanden gezogener Rapphengst von Toto Jr./Sandro Hit.

Den teuersten Springhengst erwarb ein Gestüt in Rheinland-Pfalz. Der dortigen Hengststation war der mit sehr viel Vermögen ausgestattete Cascadello/For Keeps-Sohn, den Mannschaftsolympiasieger Lars Nieberg (Sendenhorst) gezüchtet und zur Hengstkörung gebracht hatte, 85 000 Euro wert.

Neben dem Landgestüt Celle sicherten sich die Landgestüte Moritzburg und Warendorf sowie viele private Halter talentierte Hannoveraner Junghengste. Auch international bewährte Vielseitigkeits-, Dressur- und Springreiter waren unter den Käufern.

Ein aus der Zucht des Branken Hof (Völkersen) stammender Christ/Londontime-Sohn wurde für 42 000 Euro ins Ausland verkauft. Das Gut Gerkenhof (Kirchlinteln) war gleich zwei Mal vertreten. Ein Finest/Dancier-Hengst blieb für 37 000 Euro im Inland, während der selbst gezüchtete Junghengst von Livaldon/Worldly für 120 000 Euro ins Ausland verkauft wurde. Schließlich erhielt Anne Weldt (Fischerhude) für einen zumindest vorläufig ungekörten Londontime/Carabas Sohn 24 000 Euro. Er bleibt im Inland.

Die 72 auf der Auktion angebotenen gekörten Hengste erzielten einen Durchschnittspreis von 64 722 Euro. Dieser lag über dem des Vorjahres (62 688 Euro). International waren die Talente ebenfalls begehrt, 25 werden Deutschland verlassen, überwiegend in europäische Länder und in Richtung USA. Für die 31 nicht gekörten Hengste mussten durchschnittlich 17 862 Euro angelegt werden. Das war etwas weniger als im Vorjahr (20 465 Euro).

Eingestimmt auf den Hengstmarkt wurden die Besucher mit einem dreistündigen Schauprogramm rund um die Ehrung der Prämienhengste. Unter anderem wurde hier der Hannoveraner Hengst des Jahres Rotspon von Rubinstein/Argentan und zum ersten Mal die Hannoveraner Stute des Jahres Sarah von Sherlock Holmes/Calypso II geehrt.

Direkt vor Auktionsbeginn wurde der langjährige Vorsitzende des Hannoveraner Verbandes Manfred Schäfer, der im April das Amt an Hans-Henning von der Decken übergeben hatte, mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. - jho

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Schnee, Eis und Sturm sorgen für Chaos

Schnee, Eis und Sturm sorgen für Chaos

Aus der Traum: DHB-Frauen bei Heim-WM ausgeschieden

Aus der Traum: DHB-Frauen bei Heim-WM ausgeschieden

Jerusalem-Streit löst Unruhen aus

Jerusalem-Streit löst Unruhen aus

Martfelder Weihnachtsmarkt in Schnee gehüllt

Martfelder Weihnachtsmarkt in Schnee gehüllt

Meistgelesene Artikel

Zu spät gebremst und aufgefahren

Zu spät gebremst und aufgefahren

„Onkelz“-Coverband „Exitus“ reißt alle mit

„Onkelz“-Coverband „Exitus“ reißt alle mit

Innenminister Pistorius zeigt Bamba Weg auf

Innenminister Pistorius zeigt Bamba Weg auf

Flucht und Ankommen: Das älteste Thema der Menschheit

Flucht und Ankommen: Das älteste Thema der Menschheit

Kommentare