Julia Linz kümmert sich um die Stacheltiere 

Herbstzeit ist Igelzeit: Tipps zu Pflege und Umgang

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Laut schmatzend machen sich die Igel über ihr Futter her. 

Verden - Mittlerweile sind es über 30 Igel, die derzeit durch Julia Linz vom Verein Wildtierpflegestelle Verden versorgt werden. Kranke, verletzte sowie unterernährte Igel und hilflose Jungtiere werden ihr gebracht. Doch manchmal schreitet der Mensch vorschnell ein. Die Verdenerin erklärt, wann Hilfe geboten ist und wie Gartenbesitzer gerade jetzt den Stacheltieren richtig helfen können.

„Wenn ein Igel auf der Seite liegt, verletzt ist oder taumelt, braucht er Hilfe“, erklärt sie. Viele ihrer Schützlinge leiden unter dem Befall von Fliegeneiern oder Maden. „Bei einem Igel habe ich zwei Stunden Maden gepult“, berichtet die ausgebildete Tierarzthelferin mit langjähriger Erfahrung in der Wildtierpflege. Ohne diese Hilfe wäre das Tier dem Tode geweiht gewesen.

Igel sind nachtaktiv und deshalb sollte man aufmerksam sein, wenn man tagsüber einen Igel laufen sieht, erklärt sie. „Ein erwachsenes Tier benötigt dann in aller Regel Hilfe. Jungtiere verlassen schon mal ihr Nest und erkunden die Umgebung. Allerdings sollten sie dann auch schon 150 bis 200 Gramm Gewicht haben.“

Für eine Auswilderung ist ein Gewicht von 500 bis 600 Gramm erforderlich. 

Ihr wurden schon Igel gebracht, die Junge hatten, was der Finder an dem zusammengerollten Tier nicht gleich erkennen konnte. So eine vorschnelle Hilfe bringt den Nachwuchs in Todesgefahr. Beobachten und die Umgebung gründlich absuchen, ist also wichtig. So wurde es von Tierfreunden in Bruchhausen-Vilsen gemacht, denen ein Nest ohne Mutter am Marktplatz aufgefallen war. Acht Igelbabys wurden Julia Linz gebracht, ein Neuntes war bereits tot.

Die ganz kleinen Igel füttert sie alle paar Stunden. Der Rest frisst eigenständig oder säugt noch bei der Mutter. Für eine Auswilderung vor dem Winter ist ein Gewicht von 500 bis 600 Gramm erforderlich. Dies gilt als Pauschalregel, damit ein Igel den Winter durchschläft. Andernfalls droht der Hungertod.

Immer bereitstellen kann man Wasser, aber auf keinen Fall Milch.

Wer einen Igel sieht und glaubt, dass dieser Hilfe benötigt, kann Julia Linz unter Telefon 0152/54282312 anrufen. Sie berät kostenlos, hilft oder vermittelt an andere kompetente Igelhelfer in der Region. Sie gibt auch Tipps für geeignetes Futter. Immer bereitstellen kann man Wasser, aber auf keinen Fall Milch. „Als Futterstelle ist ein kleines Häuschen mit Klappen an den Eingängen geeignet, denn da gehen Ratten nur ungern durch“, erklärt sie.

Reisig, Äste und Laub an einer geschützten Stelle im Garten, dienen dem Igel als Winterquartier, dass er sich schon im Herbst sucht. Vorsichtig mit Arbeitsgeräten auch unter dichten Büschen und Hecken ist geboten und Mähroboter sind hochgefährlich für Igel.

Weitere Informationen

gibt es auf der Homepage des gemeinnützigen Vereins unter www.wildtierpflegestelle-verden-aller.de.

Spendemöglichkeiten

Der erst vor Kurzem gegründete Verein ist auf Spenden angewiesen, da die Mitglieder ehrenamtlich arbeiten und sich bis jetzt privat finanzieren. Unterstützen kann man diesen mit Geldspenden auf das Vereinskonto DE24 2915 2670 0020 5350 68 bei der Kreissparkasse Verden, als Pate oder mit Sachspenden über die Amazon-Wunschliste.

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