Räumungsverkauf gestartet

Fachgeschäft Leder Meyer schließt am 23. Dezember

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Angela Meyer mit ihrem Mitarbeiterinnen (es fehlt Birgit Puvogel), die teils langjährig bei ihr beschäftigt sind. Der Hinweis auf Puvogel ist Meyer sehr wichtig. 

Verden – Verden wirbt mit seinen inhabergeführten Fachgeschäften, die der Stadt eine unverwechselbare Note geben. Doch eines nach dem anderen schließt und nun verschwindet nach über 30 Jahren auch Leder Meyer aus der Oberen Straße. Das ist ein herber Verlust, da Kunden, die auf lederne Qualitätsware aus dem Fachgeschäft setzen, künftig in der Allerstadt sehr schlecht beraten sind.

Ihr Mietvertrag, so Angela Meyer, laufe Ende des Jahres aus und angesichts ihres Alters habe sie sich entschieden, den Vertrag nicht mehr zu verlängern. „Eine Entscheidung, die mir wahrlich nicht leicht gefallen ist“, so die Geschäftsinhaberin.

1988 hat Angela Meyer gemeinsam mit ihrem Mann Reiner das Lederfachgeschäft übernommen, in dem sie zuvor bereits 13 Jahre als kaufmännische Mitarbeiterin beschäftigt gewesen war. „Damals hieß das Geschäft noch Leder-Bazar und ich habe mich um alles gekümmert, vom Einkauf über den Verkauf bis hin zu den Verwaltungsaufgaben“, erzählt Meyer. Gemeinsam mit ihrem Mann Reiner und ihrem Team habe sie in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht und gemeistert. Beispielsweise den großen Umbau im Jahr 1995, der mit der Namensänderung in Leder Meyer einhergegangen ist. „Wir haben uns außerdem den größten Verbänden angeschlossen und konnten daher stets schnell auf neue Trends in der Branche reagieren.“ Auch habe man all die Jahre durch Kompetenz und Liebe zu schöner Ware auf internationalen Messen ein stets ausgefeiltes Sortiment zusammengestellt.

Meyer erzählt weiter, dass sie lange intensiv nach einem Nachfolger Ausschau gehalten habe. Doch leider habe sich auch der einzig ernsthafte Interessent letztendlich nicht für die Geschäftsübernahme entschieden. Sie selbst habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, zumal sie aus Sicht der Rentabilität durchaus noch hätte weiter machen können. Denn das Konzept von Leder Meyer hinsichtlich Größe und Auswahl sei überlebensfähig, trotz wachsender Onlinekonkurrenz. „Aber ich werde bald 64 Jahre alt, stehe 45 Jahre im Beruf und das ist genug. Schließlich hat alles seine Zeit.“ Die Entscheidung, das Geschäft zu schließen, sei von den Kunden mit Verständnis aufgenommen worden. „Eine Kundin hat tatsächlich geweint, aber wenn ich mit den Menschen ins Gespräch komme und ihnen meine Gründe darlege, hat bislang noch jeder Verständnis gezeigt.“ Für sie sei der Laden immer eine Herzensangelegenheit gewesen, betont sie im Gespräch. Traurig sind auch die vier Mitarbeiterinnen über die Schließung. „Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken, da ihre engagierte Kundenberatung sehr zum Erfolg des Geschäfts beigetragen hat“, sagt Meyer. Gleiches gelte für die Serviceleistungen des Unternehmens, sodass sich in den Jahren ein großer Kundenstamm entwickelt habe, der auch durch Empfehlungen von Kunde zu Kunde stetig gewachsen sei.

Der Räumungsverkauf ist inzwischen gestartet und noch ist die Auswahl riesig, da die Inhaberin aktuell wichtige Herbst- und Winterthemen geordert hat. Am Montag, 23. Dezember, öffnet Angela Meyer dann ihr Geschäft zum letzten Mal. Bis dahin sollte die große Warenauswahl geräumt sein. Und was kommt danach? „Ich werde mehr Zeit zuhause verbringen und hin und wieder meinen Mann in dem Lederwaren-Fachgeschäft Nienburg unterstützen, das von der Schließung nicht betroffen ist.“

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