Emily Karius ausgezeichnet

Herausragendes Engagement für die „Fridays for Future“-Bewegung

Clubpräsidentin und Wettbewerbskoordinatorin Carola Schäfer (r.) und Ilse Hastmann-Nott, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Freunde von Zonta International e. V.“ mit Preisträgerin Emily Karius (2. v. r.) und der Zweitplatzierten Marietta Blatt. Foto: Haubrock-Kriedel
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Clubpräsidentin und Wettbewerbskoordinatorin Carola Schäfer (r.) und Ilse Hastmann-Nott, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Freunde von Zonta International e. V.“ mit Preisträgerin Emily Karius (2. v. r.) und der Zweitplatzierten Marietta Blatt.

Verden - Von Antje Haubrock-Kriedel. Emily Karius gewinnt den Young Women in Public Affairs Award (YWPA). Zum zwölften Mal vergab der Zonta Club Verden den mit 300 Euro dotierten Preis an eine engagierte junge Frau aus dem Landkreis.

Im festlichen Rahmen wurde der Ehrenamtspreis am Mittwochabend im Hotel Höltje übergeben. Zonta international möchte mit dem YWPA Mädchen und junge Frauen motivieren, sich mit der Stellung der Frau auseinanderzusetzen und sie ermutigen, eine verantwortliche Stellung im öffentlichen Leben anzustreben.

Mit den beiden Verdenerinnen Emily Karius (19) und Marietta Blatt (16) hatten sich in diesem Jahr zwei ganz unterschiedlich engagierte junge Frauen beworben. Die fünfköpfige Jury, zu der neben drei Mitgliedern des Zonta Clubs Verden die beiden externen Mitglieder Elisabeth Speer (ehemalige Pastorin und früheres Mitglied des Kreisfrauenrates) sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Verden, Dr. Kathrin Packham, gehörten, entschied sich schließlich für Emily Karius, die sich in besonderem Maße für Fridays for Future engagiert.

Elisabeth Speer betonte, dass die Gesellschaft die Unterstützung junger Frauen benötige. „Unsere Demokratie braucht Menschen, die sich etwas trauen und etwas gestalten wollen.“ Leider sei es für junge Frauen noch immer nicht einfach, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Doch schon Anita Augspurg habe gesagt: „Nichts ist unmöglich.“ Dieser Satz sei eine Ermutigung für die Frauen von heute, so Speer. „Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, das Potenzial junger Frauen ungenutzt zu lassen.“

Sowohl Emily als auch Marietta sind durch ihr Engagement ein Vorbild für ihre Altersgenossinnen. Marietta besucht die elfte Klasse des Domgymnasiums. In der Schule engagiert sie sich bei „Schüler helfen Schülern“ und gibt Nachhilfe. Seit Jahren ist sie zudem im Orchester aktiv und hilft rund um die Auftritte. Neben der Schule setzt sie sich aktiv für ihren Handballverein ein. Als Trainerin für die sechs- bis achtjährigen Kinder plant sie selbstständig den Trainingsablauf und ist bei den älteren Gruppen als unterstützende Betreuerin dabei. Durch ihre empathische und verantwortungsbewusste Art kann Marietta alle in der Handballgruppe mitreißen.

Emily Karius macht nach dem Abitur am Gymnasium am Wall gerade einen Bundesfreiwilligendienst beim BUND in Nienburg. Schon zu Schulzeiten hat sie gezeigt, dass es ihr ein Anliegen ist, Fragen rund um das Gemeinwohl und die Rolle der Frau sichtbar zu machen.

Seit dem Abitur engagiert sich Emily für Fridays for Future (FFF). Sie macht die Pressearbeit für Verden und Hamburg und möchte diese im Bundespresseteam von FFF übernehmen. Durch ihren Wechsel in die Hansestadt hat sich Emily zur zentralen Persönlichkeit der pressestrategischen Belange von FFF Hamburg entwickelt. Dadurch hatte sich bereits Kontakt zu vielen Politikern. Darüber hinaus gehörte sie zum Hauptorganisationsteam eines Vernetzungskongresses mit 300 Teilnehmern.

Für die Rolle der Frau international und weltweit sehen sowohl Emily als auch Marietta noch viel Potenzial zur Verbesserung. „Immer noch fühlen sich Frauen weniger ernst genommen und werden schlechter bezahlt“, sagte Marietta. Wichtig sei es, dass Mädchen schon früh lernten, Verantwortung zu übernehmen.

„Vielen Menschen in Deutschland ist nicht bewusst, dass Frauen immer noch benachteiligt sind“, betonte Emily. Nach wie vor würden Mädchen schon ab ihrer Geburt in bestimmte Rollen gedrängt. „Mir ist aufgefallen, dass es Mädchen und jungen Frauen an positiven Vorbildern in der Gesellschaft fehlt“, sagte sie. Als positives Beispiel für Frauenpower nannte die Preisträgerin Finnland, wo fünf junge Frauen die Regierungskoalition führen. Aber auch bei Fridays for Future seien weit mehr junge Frauen als Männer aktiv. „Wir alle müssen daran arbeiten, junge Mädchen zu ermutigen. Jeder hat das Recht, etwas zu erreichen“, betonte Emily.

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