Henning Scherf erzählt auf Einladung der Volksbank von seiner Senioren-WG

Für gemeinsames Altwerden

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Berichtete über seine Senioren-WG: Henning Scherf.

Verden - Der Mann braucht nicht einmal eine Minute, um sein Publikum zu faszinieren. Vor mehr als 100 Personen im Forum der Niedersachsenhalle informierte, wie von ihm gewohnt charmant und witzig, der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf über das „Wohnen im Alter“ und stellte dabei eine eher ungewöhnliche Variante vor: die Wohngemeinschaft (WG). Er warb damit für ein gemeinsames Altwerden. Eingeladen hatte dazu die Volksbank Aller-Weser.

Die Kinder sind aus dem Haus, gründen Familien und leben ihr eigenes Leben. Die Eltern werden älter und die Pflege des Hauses immer beschwerlicher.

Was taten die Eheleute Luise und Henning Scherf? „Mit zwei weiteren Ehepaaren kauften wir ein Haus in der Bremer Innenstadt, ließen es altersgerecht umbauen und zogen ein“, berichtete Scherf.

Seit 28 Jahren leben seine Frau und er mit Singles, darunter Alte, Junge und Ehepaare, in der WG. Und er betonte: „Bei unseren Mitbewohnern achteten wir darauf, dass mehrere Generationen im Haus leben. Wir Älteren wollten uns anstiften und ermuntern lassen von den Jüngeren. Und das klappt prima.“ Scherf erzählte: „In unserem Haus über mehrere Etagen haben wir uns so organisiert, dass jeder sich selbst versorgen oder auch, wenn ihm danach ist, mit anderen etwas gemeinsam kochen kann. Die Räume sind so angeordnet, dass jeder Gastgeber sein kann. Das hält uns, die Ehepaare und Singles, zusammen. In unserer WG fühlen wir uns nun wie eine große Familie. Das ist schön.“ „Seit 28 Jahren, an jedem Sonnabend, frühstückt das ganze Haus gemeinsam“, sagte der Alten-WG-ler und schob hinterher: „Die Männer haben dabei Kochen gelernt.“

Zwischendurch wurde Scherf ernst und riet seinen Zuhörern: „Wichtig ist es im Alter, Leute um sich zu haben, die einen mitnehmen.“ Heißt: Leute, die sich um einen kümmern.

Auch sammelte Scherf Erfahrung in der Pflege. „Eine Bewohnerin wurde todkrank und starb. Danach erkrankte auch der Sohn und verstarb. Beide pflegten wir. Das haben wir hingekriegt. Und bekamen viel von ihnen zurück.“

Das Altwerden sieht Scherf inzwischen mit anderen Augen. „Ich will nun wissen, was im Alter passiert. Statt wie früher junge Frauen anzuschauen, bin ich nun Fan von weißhaarigen Damen geworden“, sagte er lächelnd. Abschließend empfahl Scherf dem Gastgeber, „die Leute ab 60 Jahren als ihre treuesten Kunden zu betrachten“. Und merkte an: „Das passiert auch, da die Volksbanken sich als Dienstleister vor Ort ansehen und dafür sorgen, dass die Region lebt.“

Zu Beginn der Veranstaltung informierte der Verdener Rechtsanwalt und Notar a.D. Dr. Klaus Grantz über die Vorsorgevollmacht für den Krankheitsfall. Er betonte die dringende Notwendigkeit, sie vorher abzuschließen, bevor ein Mensch geistig und körperlich nicht mehr in der Lage dazu ist. Abschließend referierte Hellmuth Küster über Pflegestufen und Pflegeangebote.

woe

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