Helmut Neddens vollbringt ein Meisterwerk / Flötentöne von über 100 Musikern

Blitzsauber,warm und dicht

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Über 100 Flöten erinnerten in ihren tiefen Stimmen schon mal an einen Orgelpart.

Verden - Von Ilse Walther. Die Gemeindemusikschule Con-Takte und die Organisation „Open Doors“, die im Dienst verfolgter Christen weltweit hilft, hatten in den Dom eingeladen. Und das Interesse war gewaltig. Helmut Neddens, bekannter Flötist und Lehrer für Querflöte und Blockflöte an der Gemeindemusikschule, hatte ein Meisterwerk vollbracht.

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Nachmittag, im Alter von acht bis über siebzig Jahren, hatten sich unter seiner Leitung zusammen gefunden und gaben ein wirklich beeindruckendes Konzert unter dem Motto „Neue Flötentöne“. Da musizierten Blockflötenspieler und -spielerinnen in allen Flötenkategorien von Sopran bis Bassblockflöte, Querflötenspielerinnen und -spieler sowie eine Traversflöte, zwei Gitarristen und ein großartiges Percussionsensemble miteinander Werke aus mehreren Jahrhunderten, und das tonschön, intonationsrein, mit Ausdruck und im homogenen Zusammenspiel. Wenn man weiß, wie sorgfältig man gerade die Flöten stimmen muss, konnte man nur staunen. Es klang einfach wunderbar.

Tänze von altitalienischen Meistern, von Michael Praetorius, festlich gesetzte Choralsätze mit Ritornellen von Helmut Neddens dazwischen komponiert, eine verzwickte Fuge a 4 von Johann Christoph Demantius, zwei Sätze von Georg Friedrich Händel sowie Kompositionen von Franz Schubert und zeitgenössischen Komponisten wurden geboten. Es gefielen besonders die behutsam gespielten Rhythmusinstrumente, die nie den Klang des gesamten Orchesters zudeckten, alle Stimmen waren dicht besetzt und wurden blitzsauber geblasen. Klar und blühend waren die hohen Flöten, die Mittelstimmen warm und dicht und besonders intensiv in ihrem warmen Klang die tiefen Stimmen, die schon mal an einen Orgelpart erinnerten.

Bei den Chorälen wurden auch die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer zum Mitsingen angeregt. Sehr intensiv gelang das „Heilig, heilig heilig“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert, das beeindruckende Lied aus Afrika „Masithi Amen“ und Claire de Lune von Claude Debussy, das sogar von einem gewaltigen Donnerschlag des draußen tobenden Gewitters unterbrochen wurde. Man ließ sich nicht stören, danach wurde klangschön weiter musiziert. Monika Trimburger, langjährige Mitarbeiterin der Caritas Verden, berichtete eindrucksvoll von den Aktivitäten für die in Verden lebenden Flüchtlinge aus Afrika, Afghanistan und Syrien.

Die Organisation des zweimal in der Wochen stattfindenden Sprachkaffees wird ökumenisch betreut und bekommt die Hälfte der Kollekte, „Open Doors“ die andere, denn man hatte das Konzert als Benefizkonzert angekündigt. Insgesamt ein besonderes Erlebnis.

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