Helga und Harald Quaschny aus Verden feiern diamantene Hochzeit

„Die Romantik erhalten“

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Helga und Harald Quaschny freuen sich über die Glückwünsche der Ersten Kreisrätin Regina Tryta (l.) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Jutta Sodys.

Verden - Einen ganz besonderen Tag erlebten Helga und Harald Quaschny gestern. Vor genau 60 Jahren gaben sie einander das Jawort, so konnte das Paar das seltene Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Fast nebenbei feierte die Diamantbraut auch noch ihren 79. Geburtstag. Viele Gäste kamen, um dem Paar zu seinem Ehejubiläum zu gratulieren, darunter auch die Erste Kreisrätin Regina Tryta, die stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Sodys und Pastor Lueder Möring.

Die 60 Ehejahre seien harmonisch verlaufen, versichert das Diamantpaar. „Wir haben uns die Romantik unserer Ehe bis heute erhalten. Wir sind nicht aus Gewohnheit zusammen. In kleinen Dingen werben wir noch immer umeinander“, erzählt Harald Quaschny.

Kennengelernt hat das Paar sich in Riekenbostel, im Landkreis Rotenburg. Helgas Eltern besaßen dort eine Landwirtschaft und betrieben gleichzeitig eine Gaststätte mit Poststelle. Helga half im elterlichen Betrieb mit. „Mit dem Fahrrad habe ich immer die Briefe und Pakete ausgetragen“, erzählt sie.

Harald Quaschny ist in Güldenau im Kreis Scharnikau bei Posen geboren. 1945 kam er als Flüchtling nach Verden. Sein Vater war zu dieser Zeit noch in Russland vermisst. Erst 1949 kehrte er heim. Der Volksschullehrer erhielt eine Stelle in Riekenbostel, so kam auch sein Sohn dorthin.

Gesehen haben sich Harald und Helga fortan oft in dem kleinen Ort. „Die Jugend kannte sich untereinander“, schmunzelt Harald Quaschny. Gefunkt hat es 1952 beim Faschingsball im Gastronomiebetrieb von Helgas Eltern. „Wir hatten damals den einzigen Saal im Dorf“, berichtet sie.

Harald war nach der Mittleren Reife 1950 bereits seit zwei Jahren als Verwaltungslehrling beim Landkreis Verden tätig. In der Niedersächsischen Gemeindeverwaltungsschule legte er schließlich die beiden Verwaltungsprüfungen ab. 1955, genau am 19. Geburtstag der Braut, wurde die Hochzeit gefeiert, das junge Paar zog nach Verden. „Wir hatten damals große Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden“, erinnert sich Helga Quaschny.

Die junge Ehefrau kümmerte sich um ihre Familie, die schnell größer wurde. 1955 kam Tochter Birgit zur Welt, 1957 folgte Sohn Bernd, 1959 wurde Gerd geboren und 1962 die jüngste Tochter Astrid. Inzwischen gehören auch elf Enkel und fünf Urenkel zur Familie.

Harald Quaschny machte beim Landkreis Karriere. 1960 kam er in den gehobenen Dienst. Schon ein Jahr zuvor hatte er die Leitung der Bauverwaltung übernommen, die er bis 1969 behielt. Danach wurde für ein Jahr zum Trinkwasserverband abgeordnet. Im Dezember 1970 wurde er Leiter des Hauptamts. 1980 stieg er in den höheren Dienst auf, ihm wurde das Dezernat III übertragen, gleichzeitig blieb er Leiter des Hauptamts.

In ihrer langen Ehe haben die Quaschnys viel von der Welt gesehen, Reisen nach China, Kuba, Sizilien und in die Türkei wurden unternommen. Für Januar ist eine sechswöchige Türkei-Reise geplant.

Harald Quaschny ist Mitglied im Männerchor, beide sind im Kneipp-Verein aktiv. Auch die Liebe zum traditionellen Jazz teilt das Ehepaar. Gemeinsam haben beide Konzerte von Louis Armstrong und anderen Jazzgrößen live erlebt. Außerdem unternehmen sie gemeinsam mit anderen Paaren seit 38 Jahren regelmäßige Wanderungen bei Vollmond „Nur die Wege sind mit der Zeit etwas kürzer geworden“, lächelt der 82-Jährige.

ahk

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