Anja Singer führt nostalgischen Salon weiter

Heinrich geht – Barbierstube bleibt

Blick in einen altmodischen Friseursalon mit von Marmor eingefassten Waschbecken, alten Holzregalen und -vitrinen sowie geschliffenen Spiegeln. Auf dem Frisierstuhl sitzt eine freundlich lächelnde Frau mit blonden Haaren, hinter ihr steht ein ebenfalls freundlich schauender Herr im schwarzen Polohemd.
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Den Kittel ab- und die Schere aus der Hand gelegt hat Hans-Peter Heinrichs. Anja Singer, langjährige Mitarbeiterin des 67-Jährigen, führt dessen Barbierstube in der Nagelschmiedestraße weiter.

In Verden kennen ihn viele und er kennt viele Verdener, war er doch jahrzehntelang fürs gepflegte Aussehen vornehmlich der männlichen Einwohner zuständig. Doch zum 1. September hat Friseurmeister Hans-Peter Heinrichs die Friseurschere aus der Hand gelegt.

Verden - „Ich habe dann fast 50 Jahre lang Haare geschnitten und war in diesem Beruf immer zufrieden. Doch jetzt habe ich damit abgeschlossen und freue mich auf den Ruhestand“, erklärt der 67-jährige Hans-Peter Heinrichs. Um die Köpfe seiner Kundschaft muss sich Heinrichs dennoch keine Gedanken machen, da der Salon „Heinrichs Barbierstube“ in der Nagelschmiedestraße samt Namen auch weiterhin erhalten bleibt: Seine langjährige Mitarbeiterin Anja Singer hat das Geschäft übernommen, inklusive des Inventars, dass den Friseurbesuch nach wie vor mit nostalgischem Charme und urigem Flair begleitet.

Denn in „Heinrichs Barbierstube“, wo der Kundschaft schon seit 1828 zu einer neuen Haarfrisur verholfen wird, scheint die Zeit stehen geblieben. Wer den Salon betritt, der fühlt sich unweigerlich um Generationen zurückversetzt. Schließlich wurden vor der weit geschwungenen und mit Intarsien verzierten Spiegelwand bereits vor 193 Jahren Haare geschnitten und Bärte gestutzt.

Sein Beruf wurde Heinrichs bereits in die Wiege gelegt. Schon sein Großvater Alois Heinrichs war Friseurmeister, ebenso sein Vater Alwin und seine Mutter, sodass viele Jahrzehnte Barbierwesen auf der Familie Heinrichs ruhen. 1976 hat der 67-jährige Friseurmeister den Salon übernommen.

Wie viele Köpfe seitdem durch seine Hände gingen, weiß er nicht annähernd zu schätzen. Das, so sagt er, sei ein Ding der Unmöglichkeit. Die langjährige Geschichte spiegelt sich in der Einrichtung des Salons wider. Außerdem ist die große Leidenschaft des jetzt ehemaligen Inhabers deutlich zu erkennen: eine Sammlung von Exponaten rund um die Barbierhistorie, was wiederum dem ganzen Salon seinen musealen Charakter verleiht.

Von Christel Niemann

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