Jubilarin mit einem Draht zu Katzen

Heike Rauch arbeitet seit 40 Jahren für das Verdener Tierheim

Kater Kuno gehört zu den Sorgenkindern von Heike Rauch und ihren Kolleginnen. Der durch eine Viruserkrankung nahezu erblindete Zweijjährige wird nur in Partnerschaft zu einer gegen Herpes geimpften Katze vermittelt.
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Kater Kuno gehört zu den Sorgenkindern von Heike Rauch und ihren Kolleginnen. Der durch eine Viruserkrankung nahezu erblindete Zweijjährige wird nur in Partnerschaft zu einer gegen Herpes geimpften Katze vermittelt.

Verden – Seit 40 Jahren arbeitet Heike Rauch jetzt im Verdener Tierheim. Dieses besondere Datum ließ der Verdener Tierschutzverein als Träger der Einrichtung nicht einfach verstreichen, ohne die Verdienste der Mitarbeiterin mit dem besonderen Draht zu Katzen zu würdigen. „Ich mache das, was ich immer machen wollte“, sagt die Jubilarin bescheiden. Deswegen habe sie diesen Beruf ergriffen.

„Ich möchte nach Feierabend mit dem Gefühl nach Hause gehen, mein Möglichstes für unsere Tiere getan zu haben“, sagt Rauch. So recht ist es ihr nicht, dass soviel aufhebens von ihrem Arbeitsjubiläum gemacht wird. „Davon gibt es doch viele“, winkt sie bescheiden ab. Das stimmt, aber dass jemand 40 Berufsjahre für denselben Arbeitgeber arbeitet und das im Tierschutz, das kommt dann doch nicht alle Tage vor.

Die 58-jährige Tierpflegerin nahm 1981 ihre Tätigkeit beim Tierschutz noch im alten Tierheim in Verden-Hutbergen auf. „Ich war 18 Jahre alt und sah nach der Hauswirtschaftsschule zwei Alternativen: Kinder oder Tiere“, erzählt sie. An das Vorstellungsgespräch bei Tierschützer Erich Bragenheim kann sie sich noch gut erinnern. „Es war ziemlich chaotisch, ein Fahrzeug hatte an diesem Morgen draußen die Mülltonnen umgefahren und alles lag noch auf der Straße verstreut. Bragenheim hat mich dann in seinem Büro auf Herz und Nieren geprüft und spontan eingestellt.“

In der Anfangszeit habe sie nur eine Halbtagsstelle gehabt und auch nur 450 Mark im Monat verdient. „Das war natürlich zu wenig, um eigenständig davon zu leben und vieles wäre ohne die finanzielle Unterstützung durch meine Eltern nicht gegangen“, sagt sie. „Damals habe ich zwei Wochen gearbeitet, dann hatte ich wieder zwei Wochen frei; immer im Wechsel mit einer Kollegin.“

Als die dann kündigte, habe sie ganztags arbeiten können. Und das macht sie bis heute. Sieben Tierheimleitungen und etliche Kolleginnen und Kollegen hat Rauch in den vier Jahrzehnten erlebt. Und einfach, so schmunzelt sie, „waren diese Chefs wahrlich nicht immer“.

„Wenn der Arbeitstag beginnt, schaut man als erstes, ob bei den Tieren alles in Ordnung ist und keines krank ist, denn gerade bei jungen Katzen muss dann sehr schnell gehandelt werden. Danach werden die Futternäpfe bestückt und verteilt und das tägliche Großreinmachen in den Tierunterkünften und Gemeinschaftsräumen gestartet.“ Auch wenn es dabei manchmal etwas unangenehm wird, hat Rauch keine Probleme damit. „Es gibt Schlimmeres. Die Arbeit muss getan werden.“

Vieles, was zu Beginn ihrer Berufstätigkeit noch per Hand gemacht werden musste, wird heute maschinell erledigt. So gibt es in der Futterküche eine Spülmaschine. Die unzähligen Näpfe und Schüsseln müssten nicht mehr von Hand gespült werden. Auch die medizinische Versorgung der Tiere sei viel besser geworden.

Anstrengend sei der Job aber auch heute noch, zumal Rauch seit einem Beißvorfall gehandicapt ist. „Das liegt schon 20 Jahre zurück, macht mir aber immer noch zu schaffen“, erzählt sie. Damals habe ein Rottweiler sie attackiert und sich so in ihr Bein verbissen, dass sie drei Wochen im Krankenhaus und zwei Monate krankgeschrieben war. „Ich dachte, der beißt mich tot“, sagt sie leise.

Das hat bis heute psychische Folgen: „Mit Hunden habe ich es nicht mehr so. Mein Faible sind die Katzen.“ Mit ihrer Arbeit im Tierheim aufzuhören, habe sie dennoch nie erwogen. „Wenn es körperlich funktioniert, bin ich noch ein paar Jahre hier“, lächelt sie.

Ein Lieblingstier hat Rauch auch hin und wieder. „Man ist ja Mensch“, sagt sie. Am Herzen lägen ihr aber alle. Wenn ein Tier, das einen jahrelang täglich begrüßt habe, plötzlich von dieser Welt geht, dann nehme sie das immer noch sehr mit. Andererseits habe sie unzählige gute Momente erlebt und besonders schön sei es, wenn schwer vermittelbare oder betagte Vierbeiner noch ein gutes Zuhause fänden.

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