BUND bittet um Schutz für die Vögel und ihre Nester in Baum, Strauch und Hecke

Heckenschnitt frühestens ab Ende Juli

+
Gartenrotschwanz-Weibchen in Dauelsen bei der Fütterung ihrer Jungen. 

Verden - Die BUND-Kreisgruppe Verden bittet alle Gartenbesitzer, sich noch mindestens bis Ende Juli mit dem Hecken- und Strauchschnitt zu gedulden. Derzeit brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks. Sie könnten durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben.

„In dieser Zeit werden gerade die Jungvögel von Amseln, Grünfinken, Grasmücken und Zaunkönigen flügge“, erklärt Udo Paepke, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Verden. „Wer jetzt seine Sträucher schneidet, gefährdet wegen der Störung und möglicher Verletzungen den erfolgreichen Jungenaufwuchs. Außerdem sind die Nester für Beutegreifer wie Katzen oder Rabenvögel nach dem Schnitt leichter auffindbar.“

BUND-Naturschützer Paepke appelliert an alle Gärtner und Gärtnerinnen, vor dem Schnitt von Sträuchern und Hecken auf jeden Fall nach belegten Nestern im Blattwerk zu suchen. Sind welche da, muss der Schnitt verschoben werden. Manche Vogelarten brüten noch bis Ende Juli. Viele Singvögel beginnen im Juni sogar noch mit einer zweiten Brut. Die Bestände des Gartenrotschwanzes (siehe Foto) seien in den letzten 20 Jahren stark rückläufig – als Hauptursachen dafür werde die Zerstörung ihrer Lebensräume, hier in den Brutgebieten, aber auch der verstärkte Einsatz von Pestiziden und Insektiziden in den Gärten und insbesondere auf den Äckern angenommen, so Udo Paepke. Unter Hecken könnten außerdem Igel ihre Heimstatt haben. 

Im Übrigen seien Wildtiere und ihre Lebensstätten gesetzlich geschützt und dürfen nicht beeinträchtigt oder zerstört werden. Für Neupflanzungen von Hecken empfiehlt der BUND heimische Bäume und Blüh-Sträucher, da dies automatisch den Schutz ortsansässiger Tiere bedeutet. „Die Tierwelt hat sich sehr gut an die hiesigen Pflanzen angepasst. Auf Eichen können beispielsweise bis zu 300 Insektenarten leben. Bei Kastanien sind es lediglich vier“, erläutert Udo Paepke. Auf heimischen Gehölzen leben bis zu sechsmal mehr Raupen als auf fremdländischen Sorten. Raupen sind die wichtigste Nahrungsquelle für Jungvögel. Viele Pflanzen seien darüber hinaus von der Bestäubung durch bestimmte Insekten abhängig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Nienburg eröffnet

Weihnachtsmarkt in Nienburg eröffnet

IAEA-Chef verteidigt Atomdeal mit dem Iran

IAEA-Chef verteidigt Atomdeal mit dem Iran

Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht

Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht

Rohingya sollen zurück nach Myanmar: Wollen sie das?

Rohingya sollen zurück nach Myanmar: Wollen sie das?

Meistgelesene Artikel

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Kommentare