Vortrag im Pferdemuseum

Von Hausfrauen, Cowgirls und Piratinnen

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Klischeehafte Rollenverteilung: Die Mama kümmert sich um die Kinder.

verden - Seit über 40 Jahren ist Playmobil Kult: Fast drei Milliarden Figuren bevölkern heute die Kinderzimmer auf der Welt. Mit einem Indianer, einem Ritter und einem Bauarbeiter startete im Jahr 1974 mit drei „Playmobil-Männchen“ die internationale Karriere der ewig lächelnden Figuren im bayerischen Zirndorf.

1976 kommt die erste weibliche Figur auf den Markt. Sie ist Hausfrau – ausgestattet mit Staubsauger, Teppichklopfer und Eimer. In der Spielzeugwelt bildet sie die damalige klassische Rollenverteilung der Gesellschaft ab. Warum das so war und wie sich das Frauenbild in der Playmobil-Welt über die vier Jahrzehnte hinweg entwickelt hat, sind Fragestellungen, mit denen sich die Volkskundlerin Dr. Kathrin Panne intensiv beschäftigt hat. Mit ihrem wissenschaftlichen Blick auf Playmobil prüfte sie, ob sich das Rollenbild mit den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen deckt oder ob die Entwicklungen gegenläufig sind.

Ihre Ergebnisse wird sie in ihren Vortrag „Frauenbilder – am Beispiel von Playmobil“ am Donnerstag, 29. September, ab 19.30 Uhr, im Deutschen Pferdemuseum vorstellen.

Dr. Kathrin Panne ist nach ihrem Studium der Volkskunde, Kunstgeschichte und Vor- und Frühgeschichte im Bomann-Museum in Celle beschäftigt. Seit einigen Jahren ist sie dort für die Konzeption und Umsetzung der Sonderausstellungen unterschiedlichster Art zuständig. Ihr Schwerpunkt ist die Kultur- und Regionalgeschichte. Heute ist sie stellvertretende Leiterin des Bomann-Museums. Dort war im Jahr 2015 die Sammlung des Playmobil-Sammlers Oliver Schaffer zu sehen, dessen aktuelle Ausstellung derzeit im Deutschen Pferdemuseum läuft.

Seit den 70er- und 80er-Jahren, in denen die weiblichen Figuren bei Playmobil in der Rolle der Mutter mit Kinderwagen, Hausangestellten oder Bäuerin auftaucht und damit die traditionellen Familienstrukturen wiederspiegelt, hat sich viel getan. Heute finden sich auch Cowgirls, Piratinnen, Polizistinnen, Handwerkerinnen, Tierärztinnen, Agentinnen und viele weitere weibliche Figuren in der Spielewelt wieder.

Jedoch werden auch weiterhin Stereotypen bedient: Mädchen beim Shoppen in der Modeboutique, die Dame im Beauty-Salon, die Mutter am Bügelbrett, die Fee auf einer Kutschfahrt mit ihrem Einhorn. Stehen die veralteten Rollenklischees weiterhin im Fokus? Dokumentieren die Darstellungen in der Spielzeug-Welt ein Abbild der Gesellschaft? In ihrem Vortrag wird Dr. Kathrin Panne die Spielzeug-Welt aus einem spannenden Blickwinkel beleuchten. Die Gäste erwartet ein unterhaltsamer Abend.

Der Eintritt für die Veranstaltung inklusive Museumsbesuch beträgt 8 Euro. Mitglieder des Deutschen Pferdemuseums und PMs der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sechs Euro. Es besteht die Möglichkeit, sich telefonisch unter der Nummer 04231/807140 für die Veranstaltung anzumelden und sich einen Sitzplatz reservieren zu lassen.

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